<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>

<rss version="2.0" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/">
	<channel>
		<generator><![CDATA[XE/3 0.9 (http://mirror-of-erised.net/XE3/)]]></generator>
		<title><![CDATA[Liisas Litblog]]></title>
		<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php]]></link>
		<description><![CDATA[Alles rund um die Literatur, Rezensionen, Autoren, Preise und und und]]></description>
		<copyright><![CDATA[liisa@litkara.de]]></copyright>
		<lastBuildDate><![CDATA[Wed, 10 Mar 2010 13:59:04 +0100]]></lastBuildDate>
		<docs><![CDATA[http://backend.userland.com/rss092]]></docs>
		<language><![CDATA[de]]></language>
		<managingEditor><![CDATA[liisa@litkara.de]]></managingEditor>
		<webMaster><![CDATA[liisa@litkara.de]]></webMaster>
		<item>
			<title><![CDATA[Dieter Wellershoff: Der Himmel ist kein Ort ****]]></title>
			<category><![CDATA[4_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/wellershoff_himmel_ist_kein_ort.jpg" width="92" height="146" alt="Buch-Cover"/>Ich weiß nicht mehr, wie ich auf Dieter Wellershoff und seinen jüngsten Roman »Der Himmel ist kein Ort« aufmerksam geworden bin. Doch das wenige, das ich vorab über den Roman hörte, ließ mich neugierig werden. In »Der Himmel ist kein Ort« erzählt der fast fünfundachtzigjährige Wellershoff mit eindringlicher Stimme eine Geschichte, die in mehrfacher Weise unter die Haut geht. <br /><br />Da ist der junge protestantische Pfarrer, Ralf Henrichsen, seiner selbst und seines Glaubens unsicher, der versucht seiner Gemeinde ein guter Pfarrer zu sein und seiner Kirche ein treuer Diener, während er gleichzeitig versucht seine eigenen Zweifel und Ängste gegenüber Gott und tiefe emotionale Verletzungen zu verdrängen. <br /><br />Eines späten Abends wird Ralf Henrichsen als Notfallseelsorger zu einem furchtbaren Unfall gerufen. Ein Auto ist in einen Baggersee geraten. Der Fahrer konnte sich gerade noch aus dem Auto retten, seine Frau und sein Sohn aber gehen mit dem Auto unter. Bis Hilfe eintrifft, ist die Frau tot und der Sohn kann zwar geborgen werden, kommt aber mit einem schweren irrevesiblen Gehirnschaden und im Wachkoma ins Krankenhaus. <br /><br />Karbe, der überlebende Fahrer, ist ein schwieriger und unzugänglicher Mensch. Der Pfarrer in dem Versuch, ihm in seinem Leid beizustehen, gerät im Nu an die Grenzen seiner religiös motivierten Nächstenliebe. Erst recht als Gerüchte aufkommen, dass der Unfall vielleicht gar kein Unfall war und als scheinbar immer mehr Hinweise auftauchen, die diese Gerüchte zu untermauern scheinen. Die Mitglieder seiner Gemeinde sind sich schnell einig, dass Karbe ein Täter und nicht Opfer ist. Der Pfarrer hingegen verteidigt Karbe und hält an dem Grundsatz: »Im Zweifel für den Angeklagten« bzw. der Unschuldsvermutung fest und bringt damit nicht nur die Gemeinde sondern auch seine Vorgesetzten gegen sich auf. Sechs Kirchenaustritte wegen seiner offen geäußerten Haltung und Meinung und vielleicht weitere, die noch folgen könnten, werden von seinen Vorgesetzten nicht einfach hingenommen. Vielmehr wird Heinrichsen auf einen theologischen Kongress nach Hamburg geschickt und soll anschließend gleich noch Urlaub machen. So hoffen die Vorgesetzten wieder etwas Ruhe in die aufgewühlte Gemeinde zu bringen.<br /><br />Henrichsen, inzwischen völlig verunsichert, unterwirft sich der freundlich verbrämten Zwangspause und fährt zu dem Kongress, der aber völlig an seiner eigenen Realität und seinen Bedürfnissen bzw. denen seiner Gemeinde vorbeigeht. Er beschließt vorzeitig vom Kongress abzureisen und eine geheimnisvolle Frau, eine geschiedene Deutsch-Argentinerin, die er auf einer Hochzeit kennengelernt und die danach brieflich Kontakt mit ihm aufgenommen hat, zu besuchen. Es ist die Hoffnung auf ein menschliches Gegenüber, das ihm Verständnis und Liebe entgegenbringt und vielleicht sogar einen neuen Lebensentwurf möglich machen könnte. Doch auch diese Versuch mit der Situation umzugehen, geht für Henrichsen nicht gut aus. <br /><br />Erneut auf sich selbst geworfen, ferner von Gott als je zuvor, kehrt er denoch in seine Gemeinde zurück. Inzwischen hat sich Karbe das Leben genommen, was dazu führt, dass sich die Gemüter wieder beruhigen und die Gemeinde wieder in ihre Lethargie zurücksinkt. Henrichsen selbst scheint sich in die Gegebenheiten zu fügen und übernimmt wieder seine Pflichten in der Kirchgemeinde.<br /><br />Ich muss sagen, dass mich Wellershoff mit diesem Roman wirklich gepackt hat. Die Geschichte wird glaubhaft erzählt, die wabernden Verdächtigungen bringen Spannung hinein und die Menschen in ihrer Einsamkeit sowohl in Bezug auf andere Menschen wie auf Gott, sind so verloren, dass es schmerzhaft zu lesen ist. Auch die Kirche als Institution hat keine tragfähigen Antworten zu bieten, vielmehr formuliert einer der Theologen auf dem Kongress es so, dass sie alle im Grunde den Glauben simulieren. Simulierter Glaube aber trägt in der Krise nicht. Für theologisch Interessierte oder gar Gebildete sind die Diskurse und Gespräche, die Henrichsen mit Mitgliedern seines Presbyteriums und seinen Theologenkollegen auf dem Kongress führt zum Teil sehr interessant zu lesen. Für glaubens- bzw. kirchenferne Leser, dürften diese Passagen aber zu lang und weitestgehend auch unverständlich sein.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Sun, 07 Mar 2010 04:29:10 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1650]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1650#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1650]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Herta Müller: Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt *****]]></title>
			<category><![CDATA[5_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/mueller_fasan.jpg" width="99" height="140" alt="Buch-Cover"/>Ich habe lange überlegt, was ich als nächstes von Herta Müller lesen wollte und mich schließlich für ihre 1986 erstmals veröffentlichte Erzählung »Der Mensch ist ein großer Fasan auf der Welt« entschieden. <br /><br />Gerade mal 111 Seiten hat das kleine Büchlein aber was Herta Müller sprachlich und erzählerisch in diese 111 Seiten packt ist viel viel mehr und dazu wieder in dieser poetischen und verdichtenden Sprache, die mich in ihrem jüngsten Roman »Atemschaukel« schon so gepackt und verzaubert hat. <br /><br />Erzählt wird die Geschichte der deutschstämmigen Familie Windisch, die in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts in Ceaucescus Rumänien leben und von dort ausreisen wollen. Sie hat ihre Anträge abgegeben und warten nun auf den (erlösenden) Ausreisebescheid. Doch der lässt auf sich warten und während sie warten verlassen andere Rumäniendeutsche Familie ihr Dorf und sie werden somit zugleich Zeugen einer untergehenden Welt. Die schließlich angestellten Nachforschungen, warum kein Ausreisebescheid für die Familie kommt, führen die Korruptheit des Systems eindrücklich vor Augen und auch welchen Preis viele offenbar für ihre Freiheit zu zahlen hatten.<br /><br />Herta Müller findet wieder mal grandiose Bilder und Beschreibungen, die noch lange nachklingen werden.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Thu, 04 Mar 2010 00:24:16 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1649]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1649#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1649]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Faye Kellerman: Arglist ***]]></title>
			<category><![CDATA[3_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/kellerman_arglist.jpg" width="95" height="146" alt="Buch-Cover"/>Der jüngste Band aus Faye Kellermans Peter Decker und Rina Lazarus-Reihe trägt in der deutschen Übersetzung den Titel »Arglist«. <br /><br />Peter Decker erhält darin von seinem Vorgesetzten den Auftrag, sich einen 15 Jahre zurückliegenden unaufgeklärten grausamen Mord an einem Highschool-Lehrer noch einmal vorzunehmen und wenn irgend möglich aufzuklären. Besonderer Anreiz (für den Vorgesetzten), ist eine hohe Spende, die eine ehemalige Schülerin dieses Lehrers, die in der Zeitung über einen aktuellen Mord, der erstaunliche Parallelen zum früheren Mord aufweist, gelesen hat, dem LAPD in Aussicht gestellt hat, falls der Fall geklärt wird.<br /><br />Decker samt Team machen sich daran den Fall erneut aufzurollen und stossen auf immer mehr Unstimmigkeiten und immer mehr mögliche Tatmotive bzw. -verdächtige. Je länger sie ermitteln desto komplizierter und kniffliger wird alles und am Ende ist es mal wieder Peter Decker, der sein Leben bei der Aufklärung riskiert, worüber seine Frau Rina und seine jüngste Tochter - verständlicherweise - nicht sehr begeistert sind. <br /><br />Nicht sehr begeistert war auch ich von diesem Krimi, der sich diesmal leider für mein Empfinden nicht über das Mittelmaß herauszuheben vermag. Die langwierigen Ermittlungen und verzwickten Verwicklungen haben diesmal doch ihre Längen, was die Lektüre etwas mühsam machte, so dass das Lesevergnügen zumindest bei mir etwas darunter gelitten hat.<br /><br />Aufgefallen ist mir noch, dass Faye Kellerman bzw. ihre Protagonisten nun offenbar auch im Internetzeitalter angekommen sind, denn social networks wie myspace, blogger etc. tauchen nun auf und nehmen in der Handlung ganz selbstverständlich ihren Platz ein. ;o)<br /><br />Ich hoffe mal, »Arglist« ist nur ein »kleiner Hänger« in der Serie und im nächsten Band geht es wieder wie gewohnt etwas spannender und zielstrebiger zur Sache.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Thu, 04 Mar 2010 00:19:59 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1648]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1648#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1648]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Mo Hayder: Haut **]]></title>
			<category><![CDATA[2_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/hayder_haut.jpg" width="94" height="146" alt="Buch-Cover"/>Mit »Haut« hat die britische Krimiautorin Mo Hayder einen weiteren Band in ihrer Jack-Caffery-Reihe geschrieben, der zudem die nahtlose Fortsetzung des Vorgängerbandes »<a href="http://www.litkara.de/litblog.php?id=1418" class="a">Ritualmord</a>« bildet. <br /><br />Die traumatisierenden Erlebnisse wirken bei Jack Caffery und der Polizeitaucherin Phoebe (Flea) Marley noch nach. Jack Caffery hat das Gefühl, als würde ihn jemand verfolgen und fragt sich, ob es vielleicht ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tokoloshe" class="ext">Tokoloshe</a> sein könnte. Während er einerseits mit der Suche nach einer verschwundenen Frau und dann nach und nach mit immer mehr Toten, bei denen nicht klar ist, ob es sich um Selbstmorde oder Morde handelt, findet sich auch Flea in einem Albtraum wieder, als sie in ihrem Kofferraum eine schon verwesende Leiche entdeckt und sich herausstellt, dass ihr Bruder Thom offenbar mit deren Tod zu tun hat. Hin und her gerissen zwischen ihrer Loyalität zu ihrem Bruder und ihrer Verantwortung als Polizistin, versucht Flea ihrem Bruder so gut es geht zu helfen.<br /><br />Qualitativ ist »Haut« etwa auf dem gleichen Level angesiedelt wie der unmittelbare Vorgängerband »Ritualmord«, nur dass ich »Haut« als noch düsterer und deprimierender empfunden habe. Helden im klassischen Sinne, sind Jack Caffery und Flea Marley ganz bestimmt nicht und sie schrecken beide auch nicht eine Sekunde davor zurück, die feine Grenze zwischen gut und böse zu überschreiten. Auch die meisten anderen Figuren im Krimi, sind alles andere als liebenswerte Charaktere. Im besten Falle sind sie schlicht dumm, im schlimmsten Fall pervers und völlig gestört. Logisch ist die Story hinten und vorne nicht wirklich, was aber bei Mo Hayder auch nicht unbedingt etwas Neues ist.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Wed, 24 Feb 2010 15:23:25 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1647]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1647#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1647]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Peter Manseau: Bibliothek der unerfüllten Träume ****]]></title>
			<category><![CDATA[4_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/manseau_bibliothek.jpg" width="96" height="146" alt="Buch-Cover"/>»Bibliothek der unerfüllten Träume« ist der Debütroman von Peter Manseau. Er hat Literatur und Vergleichende Religionswissenschaften studiert, ist Universitätsdozent, schreibt für diverse Zeitschriften und hat ansonsten bereits drei Sachbücher und einen autobiographischen Erfahrungsbericht geschrieben. Das Thema Religion spielt bei ihm eine große Rolle, was stark mit seiner eigenen Geschichte zusammenhängt, - sein Vater ist ein katholischer Geistlicher, seine Mutter eine ehemalige Nonne.<br /><br />In Bibliothek der unerfüllten Träume führt er seine Leser ins damals russische Kischinjow, das heutige Chişinău, die Haupstadt der Republik Moldau. Um 1900 ist Kischinjow eines der Zentren jüdischen Lebens im Russischen Reich, doch unterschwellig gärt es bereits. Hier wird Itsik Malpesch im April 1903 gerade am Ausbruch eines gorßen antisemitischen Progroms geboren. Es ist die damals fünfjährige Tochter des jüdischen Metzgers, Sascha Bimko, die dem just zur Geburt ins Haus eindringenden Mob Einhalt gebietet und so angeblich Itsiks Leben und das seiner Familie rettet. <br /><br />Itsiks Vater hat eine verantwortungsvolle Position in einer Gänsedaunenfabrik, die einem Goj gehört. Auch der kleine Itsik findet dort beizeiten eine Beschäftigung, für die er eine Taschengeld erhält. Statt aber wie andere Kinder, das erarbeitete Geld z.B. in Süßigkeiten umzusetzen, verfällt er der Faszination der Literatur bzw. Worte und kauft einem anderen Arbeiter Seite um Seite des Romans »Schuld und Sühne« von Dostojewski ab, bis seine Eltern dahinter kommen und ihm das verbieten. Doch es ist längst zu spät, Itsik kann von den Worten, den Büchern und der Literatur nicht mehr lassen. Sie werden seine große Leidenschaft für den Rest seines Lebens. Die andere große Leidenschaft wird Sascha Bimko, die er erst Jahrzehnte später tatsächlich kennenlernen wird. Sie ist eine Art verklärte Heldin, Geliebte und Muse für ihn, der er jedes seiner Gedichte widmet.<br /><br />Als die Situation für die Juden in Kischinjow erneut brenzlig wird, schicken ihn seine Eltern nach Odessa und von dort aus wird ihn sein Weg schließlich wider Willen nach Amerika führen. Dorthin »verschicken« ihn einige Freunde, indem sie ihn betäuben und in einen Frachtkoffer stecken, mit dem zugleich hölzerne Drucklettern des jiddischen Alphabets verschickt werden, die an einen jüdischen Emigranten gehen sollen, der in Amerika eine neue Zeitung gegründet hat.<br /><br />Itsik lernt schnell, dass das »gelobte Land« kein Paradies ist, in dem man etwa mit links reich werden kann und in dem einem auch sonst alles zufliegt. Doch mittels einiger Kontakte, die man ihm vorher schon mal genannt hat, sowie unerwarteter Begegnungen mit alten Bekannten und überraschenden neuen Kontakten, kann er sich einigermaßen über Wasser halten. Und natürlich träumt er weiter davon, ein großer jiddischer Dichter zu werden und Sascha Bimko zu finden. <br /><br />Unter anderem lernt Itsik den Unternehmer Knobloch kennen, der zum einen eine kleine Zeitung druckt und herausgibt, zum anderen sein Geld mit einer Näherei macht. Knobloch ist im Besitz einer sagenhaften Bibliothek jiddischer Bücher und erst nach und nach findet Itsik heraus, wie Knobloch an die jiddischen Bücher gekommen ist und auch das ist alles andere als romantisch aber sehr aufschlußreich. Knobloch bietet dem jungen Itsik an, als Dichter für ihn zu arbeiten und natürlich ist Itsik begeistert von diesem Angebot, das sich allerdings als anders entpuppt, als Itsik gemeint hat. <br /><br />Knobloch wiederum hat eine Schwester, Rachel, die sich in Itsik verliebt und er auch ein wenig in sie. Kurz bevor Itsik auch auf Druck von Knobloch Rachel einen Heiratsantrag machen will/soll findet endlich auch seine ersehnte erste öffentliche Lesung statt, die sein Leben einschneidend verändern wird. Nicht nur, dass er auf breite Zustimmung bei den Zuhörern stößt und offenbar der Durchbruch als jiddischer Dichter kurz bevorsteht, am Ende der Lesung steht Sascha Bimko plötzlich leibhaftig vor ihm. Unwiderstehlich werden sie zueinander hingezogen, werden tatsächlich ein Paar und schließlich erwartet Sascha ein Kind von Itsik. Für Itsik alles eigentlich keine Überraschung, ist er doch schon von jeher davon überzeugt, dass Sascha Bimko sein »baschert« ist. Baschert ist jiddisch und bedeutet: vorherbestimmt. Itsiks hält Sascha für die Frau, die für ihn bestimmt ist. <br /><br />Nun könnte eigentlich ein sog. »Happy End« folgen, doch der erfahrene Leser ahnt schon, dass die Geschichte weitere unerwartete Wendungen nehmen wird. Sascha Bimko verschwindet nämlich genauso geheimnisvoll, wie schon immer, aus Itsik Malpeschs Leben. Alle seine Versuche, sie wiederzufinden verlaufen im Sande. Schließlich heiratet er doch noch Rachel Knobloch, die genau weiß, dass sie nicht seine große Liebe ist und dass er obendrein auch noch ein düsteres Geheimnis mit sich herumträgt.<br /><br />Es ist 1996 wo schließlich die zweite Erzählebene des Romans zeitlich verortet ist. Ein junger nichtjüdischer Archivar arbeitet für eine jüdischen Kulturorganisation und schließlich kommt es zu einer Begegnung zwischen ihm und Itsik Malpesch, der ihn bittet ihm bei der Übersetzung seiner Memoiren zu helfen und schließlich auch Knoblochs Bibliothek der unerfüllten Träume zu retten. So erfährt der junge Archivar und spätere Übersetzer, Itsiks wechselreiche Lebensgeschichte, von seiner Liebe zu Sascha Bimko und nicht nur das, sondern er stellt fest, dass sich auch sein Leben unmerklich aber tiefgreifend mit Itsik Malpeschs Leben verschränkt, denn Clara, eine junge Jüdin, die der Archivar und Übersetzer kennengelernt hat, hat einen Brief, der ein neues Licht auf einige Ereignisse in Itsiks Leben wirft.<br /><br />Peter Manseaus »Bibliothek der unerfüllten Träume« ist ein dichter, praller Roman, in dem viele Schichten zu entdecken sind, sehr klug geschrieben, mit vielen Einblicken z.B. in das Leben jüdischer Exilanten im New York der 20er Jahre, über Kulturaustausch, die Bedeutung von Sprache und Kultur, über Glaube, Gott und die Welt und zuweilen sehr eindrücklichen und berührenden Bildern. Die Schilderung der Szene mit dem untergehenden Schrankkoffer mit den hölzernen Drucklettern wird mir ganz sicher sehr lange in Erinnerung bleiben.<br /><br />Nicht zu Unrecht hat Peter Manseau für diesen Roman den National Jewish Book Award und weitere Auszeichnungen bekommen. Man darf wohl gespannt sein, ob und was man von Peter Manseau im Bereich der Belletristik noch zu lesen bekommen wird.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Fri, 19 Feb 2010 18:42:45 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1646]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1646#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[2]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1646]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen ****]]></title>
			<category><![CDATA[4_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/giordano_primzahlen.jpg" width="94" height="146" alt="Buch-Cover"/>Im Moment fehlt mir die Zeit vorn und hinten, was auch bedeutet, dass ich längst nicht so viel zum Lesen komme, wie ich es gerne hätte. Deshalb musste ich auch ein Buch zwischendrin vorziehen, da es in die Bibliothek zurück muß. Hier nun also mein Fazit zu Paolo Giordanos Roman »Die Einsamkeit der Primzahlen«. <br /><br />Für diesen Debüt-Roman, der in Italien im Jahr 2008 erschienen ist, wurde der Autor mit dem wichtigsten Literaturpreis Italiens, dem Premio Strega, ausgezeichnet und der Roman war das meistverkaufte Buch des Jahres in Italien. Das macht natürlich neugierig und so habe ich mir den Roman in der deutschen Übersetzung vorgenommen. Paolo Giordano erzählt in diesem Roman von Mattia und Alice, zwei durch gravierende Erlebnisse geprägte Menschen, die wie verlorene Seelen auf mich wirkten.<br /><br />Wie mit einem Schlaglicht erzählt Giordano indem er immer wieder einige Jahre überspringt von verschiedenen Stationen aus deren Leben, angefangen in der Kindheit, in der beide ihre traumatischen Erfahrungen machen. Alice wird von ihrem ehrgeizigen und halsstarrigen Vater, der unbedingt eine erfolgreiche Skiläuferin aus ihr machen will, extremst unter Druck gesetzt bis es zu einem Skiunfall kommt, in deren Folge sie ein steifes Bein zurückbehält. Später kommt noch eine Magersucht hinzu, die ihr das Leben zur Hölle macht und fast zu ihrem Tod führt.<br /><br />Mattia ist ein Zwilling, doch seine Zwillingsschwester ist geistig zurückgeblieben. Dem kleinen Jungen wird weisgemacht, er habe sich wohl während der Schwangerschaft so »breitgemacht«, dass die Schwester deshalb zurückgeblieben ist. Mattia tut was er kann, um seiner Schwester beizustehen, wenn sie z.B. in der Schule seltsames Verhalten zeigt und er erträgt auch den Spott der anderen Kinder. Dann eines Tages werden die beiden zu einem Kindergeburtstag eingeladen und Mattia fürchtet nichts mehr, als dass Michela sich wegen ihres Verhaltens daneben benimmt und auch diese Chance von den anderen Kindern akzeptiert zu werden für ihn zunichte macht. So beschließt er, sie für ein, zwei Stunden auf einer Parkbank zurückzulassen und allein zum Geburtstag zu gehen. Als er schließlich zurückkehrt ist Michela spurlos verschwunden und wird auch nie wieder gefunden. Mattia kommt über dieses Erleben sein eigenes Leben hindurch nicht hinweg und verschließt sich gegenüber seinen Eltern und der Außenwelt und flüchtet sich in die Welt der Systematiken und vor allem der Mathematik. In diesem Bereich zeigt er außergewöhnliche Begabung. Trotzdem neigt er dazu sich immer wieder selbst zu verletzen, weil er das Gefühl hat, sich nur so wahrnehmen zu können.<br /><br />Dann eines Tages begegnen sich Alice und Mattia und auch wenn sie in ihrer Interaktion und Kommunikationsfähigkeit beide stark eingeschränkt sind, spüren sie doch instinktiv, dass sie etwas verbindet und eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt. Im Laufe der Jahre wird sogar Liebe daraus aber eine Liebe, die aufgrund der tiefen Verletzungen, die beide mit sich herumtragen, nicht wirklich aufblühen und wachsen kann. Sie ziehen sich an und stoßen sich gleichzeitig auch wieder ab. Auf mich wirken die beiden wie eine andere moderne Ausgabe der zwei Königskinder, die einfach nicht zueinander finden können. Mattia findet dafür das Bild der Primzahlen, bzw.  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Primzahlenzwillinge" class="ext">Primzahlenzwillinge</a>. Paare von Primzahlen, die nebeneinander stehen, oder genauer, fast nebeneinander, denn zwischen ihnen befindet sich immer noch eine gerade Zahl, die verhindert, dass sie sich tatsächlich berühren.<br /><br />Es ist schon beeindruckend mit welcher Eindringlich- und Eindrücklichkeit der erst 26jährige Giordana, seine beiden Protagonisten beschreibt. Ohne zu beschönigen aber auch ohne sie lächerlich zu machen oder als eine Art emotionale/psychische Kuriositäten zu präsentieren. Wirklich ein bemerkenswertes Roman-Debüt.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Wed, 10 Feb 2010 17:52:56 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1645]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1645#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1645]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Wally Lamb: Die Stunde, in der ich zu glauben begann ***]]></title>
			<category><![CDATA[3_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/lamb_dsidizgb.jpg" width="99" height="146" alt="Buch-Cover"/>Der Roman »Die Stunde, in der ich zu glauben begann« wurde mir wärmstens empfohlen und da die kurze Inhaltsangabe recht interessant klang, habe ich mich entschlossen, der Empfehlung zu folgen. <br /><br />Wally Lamb erzählt darin von Caelum und Maureen Quirk. Eine Ehekrise hat dazu geführt, dass sie nach Colorado gezogen sind, was auch einen Neuanfang in der Ehe markieren soll. Caelum unterrichtet kreatives Schreiben und arbeitet in einem Donut-Shop. Maureen ist Schulkrankenschwester an der Columbine Highschool. Dann erleidet Caelums Tante Lolly einen Hirnschlag und er reist auf Anraten Maureens zu seiner Tante. <br /><br />Während Caelum fern von zuhause Abschied von der sterbenden Tante nimmt, laufen zwei Schüler in der Columbine Highschool Amok und erschießen Lehrer und Schüler. Auch Maureen gerät in Lebensgefahr und glaubt ihr letztes Stündlein sei gekommen. Als Caelum von dem Amoklauf erfährt, reist er so schnell er kann zurück nach Hause, fürchtet er doch Maureen könnte unter den Toten sein. Doch Maureen überlebt wie durch ein Wunder äußerlich unverletzt. Doch die Erfahrung der unmittelbaren Bedrohung und Todesangst haben sie zutiefst traumatisiert. <br /><br />Wally Lamb schildert nun sehr eindrucksvoll, mit welchen Problemen die Überlebenden eines so gravierenden Ereignisses zu kämpfen haben. Maureen zeigt alle Symptome einer posttraumatischen Störung und je mehr Caelum versucht ihr zu helfen, desto schlimmer wird es und die sowieso schon kriselnde Ehe gerät erneut schwer ins Trudeln. <br /><br />Maureen wird drogenabhängig und als sie schließlich unter Drogen stehend einen jungen Mann totfährt, kommt sie für mehrere Jahre in ein Frauengefängnis, das zufällig hundert Jahre zuvor von Caelums Großmutter als erstes reines Frauengefängnis des Landes gegründet wurde. Auch Caelum kann sie vor dieser Gefängniszeit nicht bewahren. Er versucht aber das nötige Geld für Anwälte, etc. zusammenzubekommen und die Farm irgendwie über Wasser zu halten. <br /><br />Zufällig geraten ihm Briefe seiner Großmutter und weiterer Vorfahren in die Hände, die unerwartete Einblicke geben und Fragen aufwerfen und dann stößt Caelum auch noch auf ein dunkles Familiengeheimnis, vor dem ihn seine weiblichen Verwandten immer beschützen wollten. Erst als er sich mit diesem Geheimnis und den Folgen auseinandersetzt, findet er die Kraft dessen Kräfte zu überwinden und zu einem neuen Leben und Glauben zu finden. <br /><br />Wie gesagt, im Grunde eine interessante Geschichte und gerade in den Schilderungen der Auswirkungen auf die Protagonisten auch sehr erschütternd und überzeugend. Was mich allerdings etwas gestört hat, ist der zweite große Erzählstrang über Caelums Familiengeschichte. Diese Geschichte ist zwar auch interessant und durchaus spannend aber ich glaube, mir hätte es besser gefallen, wenn sich Wally Lamb ganz auf eines der Themen konzentriert hätte oder besser, zwei Romane daraus gemacht hätte anstatt alles zusammen zu mischen. Aber das ist natürlich Geschmackssache und andere mögen das durchaus anders empfinden. Ich habe Teile dieser Familiengeschichte eher als unnötige Längen empfunden.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Tue, 26 Jan 2010 01:19:23 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1644]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1644#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[1]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1644]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[David Benioff: Stadt der Diebe *****]]></title>
			<category><![CDATA[5_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/benioff_stadt_der_diebe.jpg" width="94" height="146" alt="Buch-Cover"/>David Benioff hat mit »Stadt der Diebe« einen tollen Roman geschrieben, in dem er Erinnerungen seines russischen Großvaters an die Zeit der Belagerung von Leningrad im Zweiten Weltkrieg verarbeitet hat.<br /><br />Der siebzehnjährige Halbjude Lew (die literarische Figur, die seinem Großvater nachempfunden ist) ist im von den Deutschen belagerten Leningrad der »Kommandeur« eines kleinen Feuertrupps und bewacht mit einigen anderen Jugendlichen nachts die Dächer seines Wohnkomplexes. Sein Vater war ein Dichter und wurde eines Tages als Lew noch klein war vom NKWD abgeholt und kehrte nie zurück. Seiner Mutter und Schwester ist es gelungen aus Leningrad zu fliehen, bevor sich der Belagerungsring schloss. <br /><br />Eines Nachts beobachten der introvertierte und schüchterne Lew und seine Freunde, wie ein toter deutscher Fallschirmspringer »landet«. Sie durchsuchen den Toten und nehmen ihm einige Dinge ab. Da tauchen Soldaten auf und verfolgen die Gruppe. Lew wird schließlich gestellt und landet im berühmt-berüchtigten Kresty-Gefängnis. Auf Plünderung stand damals die Todesstrafe. Ertappte Plünderer wurden häufig an Ort und Stelle erschossen. Doch Lew landet im Gefängnis und lernt dort in der ersten Nacht Kolja, einen Soldaten kennen, der fern seiner Truppe aufgegriffen und wegen Fahnenflucht ins Gefängnis geworfen wird. Kolja sieht blendend aus und ist ein Charmeur erster Güte mit einem schier endlosen Optimismus.<br /><br />Am nächsten Morgen werden beide einem Oberst vorgeführt und der macht einen Handel mit ihnen. Für die Hochzeit seiner Tochter will er eine Hochzeitstorte und verlangt von Lew und Kolja ihm binnen einer Woche ein dutzend frische Hühnereier zu besorgen. Im ausgehungerten Leningrad schier ein Ding der Unmöglichkeit aber Lew und Kolja lassen sich auf den Handel ein und begeben sich auf eine abenteuerliche Tour, zunächst durch Leningrad und später zu einer Geflügelfarm hinter den feindlichen Linien, wo sie hoffen, die Eier zu bekommen. <br /><br />Doch natürlich ist das ein wahnwitziges Unternehmen und so dauert es nicht lange, bis die beiden sich fortgesetzten Gefahren ausgesetzt sehen. Feindlichen deutschen Soldaten müssen sie aus dem Weg gehen und gleichzeitig aufpassen, nicht von russischen Soldaten oder Partisanen erschossen zu werden, bevor sie ihren Passierschein, den ihnen der Oberst ausgestellt hat, vorzeigen zu können. <br /><br />Während Lew immer wieder der Mut sinkt und die Kraft auszugehen droht, ist Kolja immer guter Dinge und muntert Lew auf und versorgt ihn gleich noch mit einer Menge Lebensweisheiten. Obendrein lernen sie unterwegs die Partisanin und Scharfschützin Vika kennen, die Lew ungeheuer beeindruckt. Sie hat es auf einen Deutschen Oberst abgesehen, der ungeheuer grausam gegen Russen vorgeht. Die drei machen sich gemeinsam daran, diesen Oberst aus dem Weg zu räumen und plötzlich findet sich Lew, der eher ängstlich ist, in einer Situation wieder, in der der Erfolg aller Unternehmungen von ihm und seinem Schachtalent abhängen.<br /><br />David Benioff hat hier eine Geschichte erfunden, die mir sicher lange im Gedächtnis bleiben wird und eine interessante Balance zwischen Kriegsgrauen, Hunger und Grausamkeiten sowie Freundschaft, Treue und Humor hält und während der Lew Dank seiner Freunde zu einem selbstbewussten jungen Mann heranreift.<br /><br />Ob Lew und Kolja das Dutzend Eier wirklich noch aufgetrieben haben, verrate ich natürlich hier nicht. Dazu müßt Ihr schon das Buch lesen.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Sat, 09 Jan 2010 16:17:56 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1643]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1643#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[2]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1643]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Benjamin Black: Der silberne Schwan **]]></title>
			<category><![CDATA[2_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/black_silberne_schwan.jpg" width="92" height="146" alt="Buch-Cover"/>»Der silberne Schwan« ist der zweite Band der Quirke-Reihe, die Benjamin Black alias John Banville schreibt. Nachdem mir der erste Band »<a href="http://www.litkara.de/litblog.php?id=1612" class="bu">Nicht frei von Sünde</a>« recht gut gefallen hat, war ich froh, den zweiten Band in die Hände zu bekommen. Leider fällt der neue Krimi aber deutlich gegen den Auftaktband der Serie ab. <br /><br />Quirke, Pathologe von Beruf, verwitwet mit einer schon erwachsenen Tochter, die aber lange glaubte, nur seine Nichte zu sein, erhält eines Tages einen Anruf von einem Mann, der zu seiner Zeit an derselben Universität studiert hat. Dessen Frau Deidre ist, scheinbar nach einem Selbstmord, tot aus einem Fluß gezogen worden und er bittet Quirke darum, den Fall zu übernehmen und eine Autopsie zu unterlassen. <br /><br />Quirke verspricht das, kann aber seiner Neugierde doch nicht widerstehen und schaut sich die Leiche wenigstens gründlich an, macht Bluttests etc. Was er dabei findet bzw. entdeckt, läßt ihn weiter nachforschen, was es mit der Frau auf sich hatte. Er erfährt, dass Sie unter dem Namen Laura Swan einen »Schönheitssalon« geführt hat, zusammen mit dem zwielichtigen Leslie White. Je weiter Quirke forscht, desto verworrener wird alles. <br /><br />In Rückblenden erzählt Black die Geschichte von Deidre, die den deutlich älteren Billy Hunt heiratete, dann eines Tages auf einen ziemlich dubiosen indischen Geistheiler trifft und über diesen Leslie White kennenlernt und durch diese Bekanntschaft in einen zerstörerischen Strudel gerät. Obwohl sie die Gefahr ahnt, kann sie doch nicht widerstehen und begibt sich immer tiefer in den Sumpf, in den Leslie White sie führt. <br /><br />Quirke wiederum ist höchst alarmiert, als seine Tochter Phoebe ausgerechnet Leslie White kennenlernt und sich offenbar mit ihm einläßt. Aber auch Billy Hunt hat Leslie White, den ehemaligen Geschäftspartner seiner Frau im Blick und behält so auch Phoebe mit ihm Auge. <br /><br />Alles in allem, fand ich diesen Krimi zu behäbig und auch langweilig. Die Richtung in die die Geschichte läuft hat mir ebensowenig zugesagt, eher habe ich den Verdacht, dass der Autor sein Vergnügen hatte, sich in diese Richtung zu begeben und dann ordentlich auszuwalzen. Männliche Leser mögen das anders empfinden aber ich fand die Lektüre eher ermüdend und unbefriedigend. Daher von mir für den zweiten Band lediglich zwei Sterne. Ob ich den nächsten Band der Serie lesen werde, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht gebe ich Benjamin Black nochmal eine Chance aber wenn der dritte Band dann auch wieder auf dem Niveau sein sollte, wie der zweite, werde ich diese Serie wohl nicht weiter verfolgen.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Wed, 06 Jan 2010 22:39:51 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1642]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1642#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[0]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1642]]></wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
			<title><![CDATA[Halldór Laxness: Das Fischkonzert *****]]></title>
			<category><![CDATA[5_Sterne]]></category>
			<description><![CDATA[<img style="border: 0;" class="alignright" src="http://www.litkara.de/image/litimg/laxness_fischkonzert.jpg" width="95" height="146" alt="Buch-Cover"/>Mit einem Roman des isländischen Nobelpreisträgers Halldór Laxness habe ich dieses Lesejahr begonnen. Tatsächlich ist »Das Fischkonzert« der erste Roman, den Laxness nach der Verleihung des Literaturnobelpreises an ihn veröffentlicht hat. <br /><br />Sein Protagonist oder besser Erzähler ist Alfgrimmur, der bei Pflegeeltern, die er Großeltern nennt, aufwächst, nachdem seine Mutter, die auf dem Weg nach Amerika war, ihn in deren kleinen Haus geboren und einfach dort zurückgelassen hat. <br /><br />Es ist eine ärmliche bodenständige Welt in der Alfgrimmur aufwächst aber es ist eine glückliche Kindheit die er verlebt und ihm werden Grundsätze und Ideale vermittelt, die ihn für sein späteres Leben tüchtig machen. <br /><br />Zur Familie gehört auch noch Kristin, die mit der Großmutter verwandt ist und als Hauswirtschafterin für den Küster arbeitet. Sie hat einen Sohn, der ein berühmter isländischer Sänger und ständig in der Welt unterwegs ist. Dieser abwesende Gardar Holm fasziniert den kleinen Alfgrimmur, gerade auch weil zuhause kaum über ihn gesprochen wird. Umso mehr reden die Isländer über ihn und verfolgen seine Triumphe im Ausland ganz genau. <br />Eines Tages kehrt Gardar Holm zurück nach Island und endlich kommt es zu der ersehnten Begegnung zwischen Alfgrimmur und diesem fernen faszinierenden Verwandten. Natürlich hoffen alle Isländer, endlich auch einmal den berühmten Sänger zu hören. Doch kurz vor dem anberaumten Konzert verläßt Gardar Holm die Insel, angeblich weil er dringend zu einem Konzert ins Ausland muss. <br /><br />Wieder gehen Jahre ins Land. Alfgrimmur wächst weiter heran, besucht die Grundschule und wird anschließend sogar auf die weiterführende Schule geschickt, wo er Abitur macht. Dann taucht Gardar Holm das zweite Mal auf der Insel auf und Alfgrimmur realisiert, dass irgendetwas seltsam ist mit diesem Verwandten, doch die alte Faszination bleibt bestehen. Wieder hoffen die Isländer auf ein Konzert ihres Volkshelden, doch es geschieht dasselbe wie beim ersten Mal. Bevor es dazu kommt, verschwindet Holm wieder ins Ausland.<br /><br />Er wird noch ein drittes Mal heimkehren und diesmal ist er bereit ein Konzert zu geben aber in ganz eigener Regie, weil er es will, nicht weil es von ihm erwartet wird und dieses Konzert wird so gänzlich anders verlaufen, dass es für Alfgrimmur zu einem Schlüsselerlebnis wird.<br /><br />Mir hat dieser Roman sehr sehr gut gefallen. Halldór Laxness ist einfach ein großartiger Erzähler mit einer großen Menschenkenntnis und wie er die Personen lebendig werden läßt und die Geschichte zu ihrem Höhepunkt führt ist große Erzählklasse.]]></description>
			<pubDate><![CDATA[Sun, 03 Jan 2010 23:00:44 +0100]]></pubDate>
			<link><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1641]]></link>
			<comments><![CDATA[http://www.litkara.de/litblog.php?id=1641#comments]]></comments>
			<slash:comments><![CDATA[1]]></slash:comments>
			<wfw:commentRss><![CDATA[http://www.litkara.de/rss.php?mode=comments&id=1641]]></wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
