02.02.2007

Literatur kulinarisch: Katerfrühstück

David Mitchell: Chaos
Ich kann kochen, und Katys Küche war gut ausgestattet. Gegen meinen gesunden Appetit kommt kein Kater an. Im Gegenteil, ich begrabe ihn sogar gern bei lebendigem Leib in Essen. Ich goss Olivenöl in eine große Pfanne, hackte eine Knoblauchzehe, Pilze und Chilichoten und gab Basilikum dazu. Als Nächstes rührte ich einen Schuss Sahne unter die Eier und pürierte zwei Anchovis, die mächtig den Kühlschrank voll stanken. Zum Schluß ließ ich ein bisschen Wensleydale über den feurigen Cholesterinvulkan schneien und legte Oliven um den Krater. Sie hatte Ganzkornbrot, das ich leicht antoastete. Unter einer Wedgwood-Butterglocke fand ich echte Butter. Ich zupfte ein paar Blättchen von der Petersilie auf der Fensterbank. Als Beilage servierte ich frische Fleischtomaten mit gehacktem Sellerie, Sultaninen und einem Löffel Kartoffelsalat. Sie hatte die gleiche Kaffemaschine wie ich, da gab es also keine Probleme. Während ich einen Becher des magischen Gebräus schlürfte, merkte ich, wie mein Kater langsam verscheucht wurde.



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