09.05.2006

Literatur kulinarisch: Schellfisch und Seeteufel

Arnaldur Indridason: Kältezone
"Magst Du vielleicht ein Stück Schellfisch mit mir essen?", fragte er, als Erlendur ihm in die Küche gefolgt war. Erlendur lehnte standhaft ab, was Hermann aber ignorierte. Er stellte einen Teller für ihn hin. Ehe er sich's versah, saß Erlendur mit einem völlig unbekannten Mann am Tisch und aß gekochten Schellfisch mit Pellkartoffeln und Butter. Beide verzehrten den Fisch mit der Haut und die Kartoffeln mit Schale. Erlendur fiel unwillkürlich Elínborgs Kochbuch ein. Während sie das Buch vorbereitete, hatte sie ein Rezept an ihm ausprobiert, Seeteufel in einer Limonensauce, die ganz gelb war, weil ein halbes Pfund Butter draufgegangen war. Es hatte stundenlang gedauert, den Schaum abzuschöpfen und den Fischsud einzukochen, bis nur noch vier Esslöffel als Fond übrig blieben, die komplette Essenz des Seeteufels. Die Sauce ist alles, war Elínborgs Motto, und Erlendur grinste innerlich. Er fand Hermanns Schellfisch lecker.



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