05.05.2006
Es ist eine ziemliche Räuberpistole, die Stieg Larsson seinen Lesern mit seinem Roman »Verblendung« auftischt. Vor Jahrzehnten ist ein Mitglied einer reichen schwedischen Industriellenfamilie spurlos verschwunden. Ihr Onkel glaubt, sie ist ermordet worden, hat es aber nie beweisen können, zumal die Leiche nie gefunden wurde. Er setzt einen in Schwierigkeiten geratenen Journalisten auf die Sache an und dann packt Larsson seine Kiste aus, von z.T. recht schrillen schrägen Charakteren, über alte Nazis bis hin zu Serienmördern, Sadisten etc. etc. Für meinen Geschmack etwas arg heftig aufgetragen und dazu noch recht oberflächlich serviert. Spannung kam zumindest bei mir trotz dieses »Feuerwerks« nicht so recht auf.
mayra meinte dazu am 13.06.2009:
hab durch den ziemlich grossen medienhype band 1 gelesen und brauchte einige zeit um so etwas wie spannung zu fühlen --- die figuren. allen voran der journalist mikhael blomquist berührten mich überhaupt nicht -- ein womanizer voller selbstgerchtigkeit, unternehmer und andere „stützen der gesellschaft“ bekommen sowieso schon in der realität genügend aufmerksamkeit.
als lisbeth auftaucht, bin ich neugierig, angetan und wieder abgetörnt --- soweit ich die aktion gegen ihren vergewaltiger verstehen und - ja- auch akzeptieren kann -- gingen mir doch auf dauer ihrer selbstjustizerklärungen auf den keks.
am ende war ich kein fan von dem buch, werde aber wohl das ganze als „sofalektüre mit überlänge“ zu ende bringen - mal sehen, ob es sich lohnt