24.02.2006

Literatur kulinarisch: Picknicks

Elizabeth Kostova: Der Historiker
Auf den Bauernhöfen rechts und links der Straßen kauften wir die Zutaten für Picknicks, die besser waren als alles, was uns ein Restaurant hätte bieten können: Schachteln voller frischer Erdbeeren, die in der Sonne rot leuchteten und nicht gewaschen werden mußten, Ziegenkäserollen, schwer wie Hanteln und mit rau-grauem Schimmel bedeckt, als wären sie über den Boden eines Kellers gerollt worden. Mein Vater trank dunkelroten Wein aus unetikettierten und nur ein paar Centimes kostenden Flaschen, die er anch jedem Mahl verkorkte und zusammen mit einem kleinen Glas wegpackte, das er sorgfältig in eine Serviette gewickelt hatte. Zum Nachtisch aßen wir frisch gebackene Baguettes aus dem letzten Ort, die wir mit dunkler Schokolade bestrichen. Mein Magen schmerzte vor Wohlgefühl, und mein Vater sagte reuig, daß er eine Diät beginnen müsse, sobald wir zurück in unserem normalen Leben wären.



Dein Kommentar:

(alle Felder müssen ausgefüllt sein, sonst wird der Kommentar nicht angenommen!)



(wird nicht angezeigt)









weiter