29.07.2005
In "Die Frauen von Algier" erzählt Assia Djebar in sieben Geschichten vom Leben der Frauen in Algier in den Jahren zwischen 1958 und 1978. Aus Dialogfragmenten, persönlichen Erlebnissen, Eindrücken und Erinnerungen schöpft sie dabei und schildert die Schicksale junger Frauen, die zwangsverheiratet werden, sich dem Diktat der Schwiegermütter beugen müssen, Gewalt von ihren Männern erfahren und dann schließlich in den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen in Algerien anfangen Traditionen und persönliches Schicksal zu hinterfragen um schließlich aufzubrechen in ein selbstbestimmtes Leben. Gleichzeitig greift Djebar damit hochaktuelle Probleme nicht nur der algerischen Gesellschaft und des Miteinanders auf ohne jedoch fertige Antworten zu liefern, weil es die so auch nicht gibt. Das ist aber kein Nachteil für das Buch. "Die Frauen von Algier" von Assia Djebar ist somit eine moderne Fortsetzung, oder besser ein literarisches Gemälde, zweier Gemälde, nämlich des Meisterwerks "Die Frauen von Algier" des französischen Malers Delacroix von 1832 sowie dem Bild, das Picasso 1955 zu Beginn des Algerienkrieges von den Frauen Algiers malte.