03.12.2011

Jasper Fforde: Grau *****

Buch-CoverVor Jahren las ich den ersten Band von Jasper Ffordes Thursday-Next-Reihe, der mir gut gefiel. Irgendwie kam es dann aber immer nicht dazu, dass ich weitere Bände dieser Reihe gelesen hätte. Als ich dann vor kurzem mitbekam, dass Jasper Fforde eine neue Reihe begonnen hat, wollte ich den ersten Band dazu unbedingt lesen.

Dieser erste Band trägt den schlichten Titel »Grau« und ist der Auftaktband zur Eddie-Russett-Trilogie, die die Leser in eine fremde Welt entführt, die streng auf Regeln basiert, die ein gewisser Munsel vor hunderten Jahren aufgestellt hat. Schon das Nachdenken über eine Änderung von Regeln oder Vorschläge diese auch nur leicht abzuwandeln und vielleicht an die Gegebenheiten besser anzupassen, führt zu Problemen. Wer gegen die Regeln verstößt oder sonstwie unangenehm auffällt, wird bestraft und im schlimmsten Fall zum sog. »Reboot« geschickt. Es ist eine Diktatur entstanden, die es schafft, nicht sofort als solche zu erscheinen, so dass sich ihr die meisten Menschen willig unterwerfen.

Der Rang innerhalb dieser Gesellschaft und im Grunde auch der Lebensweg ist von Beginn des Lebens an so gut wie völlig festgelegt, denn er hängt von der eigenen Fähigkeit der Farbwahrnehmung ab. Diese Welt ist nämlich schwarz-weiß. Farben sind eine Kostbarkeit, die größtenteils synthetisch hergestellt werden. Die Bewohner dieser Welt können jeweils nur eine einzige Farbe in Abstufungen wahrnehmen. Wer eine hohe Farbwahrnehmung hat, steht in der Gesellschaft ganz oben, wer Farben nicht wahrnehmen kann, gehört zu den sog. Grauen, die ganz unten auf der Leiter stehen.

Und dann ist da besagter Eddie Russett, der kurz davor steht, den »Initationsritus« zur Aufnahme in die Welt der Erwachsenen bzw. vollgültigen Bürger der Gesellschaft, zu durchlaufen. Bei diesem Ritus, wird die Farbwahrnehmung jedes einzelnen Anwärters überprüft und festgeschrieben und zwar endgültig. Eine Wiederholung des Tests ist ausgeschlossen und das Ergebnis hat immense Auswirkungen auf die eigene Zukunft.

Eddie ist ein sog. »Roter«, denn er kann diese Farbe wahrnehmen und so wie es den Anschein hat, sogar zu einem recht hohen Prozentsatz, was seine Heiratsaussichten sprunghaft hat ansteigen lassen. Als potentielle Braut gilt die Tochter der Oxbloods, Erbin eines Bindfadenimperiums. Doch dann wird Eddie wegen ungebührlichen Verhaltens zur Strafe in die sog. Randzone geschickt, wo er zur Strafe eine Stuhlzählung vornehmen soll. Diese Reise wird für Eddie in vielerlei Hinsicht zu einem Wendepunkt und das nicht nur, weil er dort Jane, eine Graue, trifft, die ihm als erstes androht, ihn zu ermorden.

Mehr will ich hier über den Inhalt des Romans gar nicht verraten. Auf jeden Fall zählt »Grau« zu den unterhaltsamsten, phantasievollsten, intelligentesten Romanen, die ich dieses Jahr gelesen habe. Meisterlich hat Jasper Fforde hier eine Geschichte begonnen, die durch ihre vielen Ideen, Anspielungen, den manchmal schrägen Humor aber auch die unterschwelligen ernsten Themen zu bestechen weiß.

Ich bin sehr gespannt, wie es mit Eddie Russett weitergeht und hoffe, dass sich Jasper Fforde nicht zuviel Zeit lässt, den Nachfolgeband zu schreiben und ich bin fest entschlossen, mich diesmal nicht davon abhalten zu lassen, Band zwei und drei auch zu lesen. Und in der Wartezeit auf die Nachfolgebände schaffe ich es vielleicht ja doch noch, die bisher erschienen Bände der Thursday-Next-Reihe endlich zu lesen.


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