07.11.2011

Barbara Piazza: Die Tränen der Götter ***

Buch-CoverDaily Soap zwischen Buchdeckeln - so fällt kurzgefasst mein Fazit zu Barbara Piazzas »Die Tränen der Götter« aus. Kein Wunder, denn Barbara Piazza ist - wie ich lernte - wohl eine Grande Dame in der deutschen Branche der Fernsehserien: Serien- und Figurenkonzepte für die Lindenstraße, Forsthaus Falkenau und andere stammen aus ihrer Feder. Dann mit 65 Jahren kam sie auf die Idee, ihre Fähigkeiten für einen Roman zu nutzen und schrieb ihren Debüt-Roman, »Die Frauen der Pasqualinis«.

»Die Tränen der Götter« ist ihr zweiter Roman und entfaltet eine Geschichte rund um die Familie Assmann, die dick im Diamantengeschäft ist. Wie praktisch, dass Diamanten vor allem in Südafrika geschürft werden und so das nötige internationale oder exotische Flair in den Roman einfließen kann.

Kopf der Familie Assmann ist Heinrich, der selbstherrlich und egoistisch sein ganzes Umfeld beherrscht und für seine Zwecke manipuliert. Seine Frau Zita hat es geschafft sich halbwegs neben ihm zu behaupten und als starke Frau daherkommt. Dann gibt es die drei Söhne: den zuverlässigen guten Sohn Georg, den schlitzohrigen bösen Sohn Victor und den aus der Art geschlagenen »Versager« (aus Sicht des Vaters) Sohn Ludwig. Außerdem das treue Firmen-Faktotum Irene Wuttke.

Rund um diese Figuren entspinnt sich nun daily soap-artig eine Geschichte voller Intrigen, Machtkämpfe, Betrug, Liebe und was sonst noch so in eine Daily Soap gehört. Alles ist irgendwie vorhersagbar, die Figuren bleiben holzschnittartig aber es liest sich runter wie ein gemütlich vor sich hinfließender Fluß und ist unterhaltsam und am Ende löst sich alles in Wohlgefallen auf. Irgendwie war ich aber auch froh, als ich den Roman zuklappen konnte - alles ist so gekonnt zusammengerührt, dass man sich bei zuviel davon auch den (Lese)Magen verderben könnte.

Ich bin sicher, es gibt viele Fans der Romane von Barbara Piazza, immerhin haben ihre Romane ja den »Vorteil«, dass man nicht warten muss wie es weitergeht, wie bei den Fernsehserien, sondern man kann die Geschichte in einem Rutsch durchlesen und so wie sie geschrieben sind, ist es wahrscheinlich auch nur eine Frage der Zeit, bis jemand auf die Idee kommt, sie mit den üblichen Fernseh-Filmstars aus Deutschland zu verfilmen.

Gut verkäuflich, leicht zu lesen, unterhaltsam - perfekte Ware für die Massen. Dass der Roman von mir trotzdem »nur« drei Sterne bekommt und damit in der Rubrik »mittelmäßig« landet, liegt daran, dass ich kein Daily Soap Fan bin und mich das perfekt zurechtgeschliffene diamantenfunkelnde Werk die ganze Zeit über doch irgendwie gelangweilt und nicht wirklich gepackt hat. Kann man zur Abwechslung - oder z.B. mal am Strand oder im Urlaub - lesen, aber ich wage mal die Prognose: ein Roman von Barbara Piazza und man hat sie im Prinzip alle (auch die evtl. zukünftigen) gelesen.


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