08.10.2011

Tom Rob Smith: Agent 6 *****

Buch-CoverEndlich ist Tom Rob Smith dritter Roman um den Ex-KGB-Ermittler Leo Demidow »Agent 6« auch in Deutschland erschienen. Ich war schon sehr gespannt darauf, wie die Geschichte weitergeht.

Die Handlung setzt 1950 im berüchtigten Hauptquartier der Geheimpolizei, Lubjanka, ein und natürlich ist Leo damals noch ein erfolgreicher KGBler, der einen neuen Schüler hat, dem er die Feinheiten der Ermittlungsarbeit beizubringen hat. Der neue Schüler ist hochintelligent aber denkt - aus Sicht des Geheimdienstes - leider ein bisschen zu selbständig bzw. wagt es eigenmächtig zu agieren. Das kann natürlich nicht lange gut gehen.

Dann erfahren die Leser, wie Leo Demidow seine spätere Frau Raisa kennenlernt und von einem farbigen Protestsänger und Bürgerrechtler, der die UdSSR bewundert und sogar zu einem umjubelten Besuch kommt. Natürlich geben sich die Russen allergrößte Mühe, um dem Gast eine geschönte Version des sowjetischen Alltagslebens zu präsentieren. Leo Demidow und auch Raisa sind an dieser Aktion beteiligt, die wegen Leos Schüler beinahe in einem öffentlichen Desaster endet.

Dann gibt es wieder einen zeitlichen Sprung. Es ist 1965 und Leo ist nicht mehr beim KGB beschäftigt sondern arbeitet in einer Fabrik. Raisa ist eine erfolgreiche Lehrerin, die nun Karriere macht und ihre beiden Adoptivtöchter Soja und Elena sind fast erwachsen. Es kommt zu einer vorsichtigen Annäherung zwischen der UdSSR und den USA und als Zeichen dafür, soll es in New York vor der UNO ein Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler geben, das die beginnende Völkerfreundschaft belegen soll. Raisa hat diese Konzertreise hauptverantwortlich vorbereitet und nimmt auch ihre beiden Töchter mit nach New York.

Das Konzert selbst wird ein voller Erfolg, doch es gibt noch andere Beteiligte, die das Konzert für ihre Zwecke nutzen wollen und Elena hat sich überzeugen lassen, dabei mitzuhelfen. Das ganze endet in einer absoluten Katastrophe, die Leo Demidow für Jahre völlig aus dem Gleis werfen wird und bis nach Afghanistan, Pakistan und schließlich auch in die USA führen wird. Immer auf der Suche nach der Wahrheit oder doch um Rache zu üben?

Mir hat Agent 6 sehr gut gefallen, wie schon die beiden Vorgängerbände. Tom Rob Smith hat es geschafft, mit Leo Demidow eine interessante Hauptfigur zu schaffen, die mit jedem Roman mehr Facetten und Brüche aber auch Geradlinigkeit zeigt. Smith schreibt präzise und knapp und versteht es einen spannenden Plot zu entwerfen. Das Roman endet im Dezember 1981 und ich hoffe sehr, dass wir noch mindestens einen weiteren Roman um Leo Demidow zu lesen bekommen werden, gerne auch mehr!


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