22.09.2011

Derek Meister: Knochenwald ****

Buch-CoverDem fettleibigen und jähzornigen Hansekaufmann Rungholt machen seine angehäuften Sünden zu schaffen. Zwar hat er schon eine Reihe Ablaßbriefe erstanden und bei sich zuhause versteckt aber nun - im dritten Band der Serie - hat er sich als Pilger nach München begeben. Es ist das Jahr 1392 und Papst Bonifaz IX. hat ein sog. Jubeljahr ausgerufen. So strömen noch mehr Pilger als sonst nach München, um auf dem Andechser Berg vor lang verschollenen Heiligenreliquien zu beten. Rungholt hofft, seine Sünden endlich endgültig hinter sich lassen zu können und zudem lebt seine Tochter Margot dort, die er endlich wiedersehen will.

Margot ist es schließlich auch, die ihn bittet, bei der Suche nach der verschollenen Frau eines Goldschmieds zu suchen. Rungholt hat nicht viel Hoffnung, die Frau, die schon seit mehreren Tagen verschwunden ist, noch lebend zu finden, macht sich aber zusammen mit seinem Kapitän Marek auf die Suche und stößt schließlich auf eine Spur, die ins Moor und einen großen Wald führt, der ihm fast ebenso unheimlich ist, wie das Meer oder sonstige Gewässer. Und eine Spur scheint auf seinen Schwiegersohn Utz zu verweisen, dem er sowieso schon mehr als skeptisch gegenübersteht.

Viel Hilfe von offiziellen Stellen kann Rungholt in München im Gegensatz zu seiner Heimatstadt Lübeck natürlich nicht erwarten. Hier ist er nicht der angesehene Hanse-Kaufmann sondern nur ein Pilger unter vielen und außerdem scheint es bald jemanden zu geben, der seine Pläne und Vorhaben an die gegnerische Seite verrät. Es gibt weitere Tote aber das schreckt Rungholt natürlich nicht ab, im Gegenteil. Es wird ihm fast zu einer Besessenheit, die verschwundene Beatris zu finden und zwar lebend.

Am Ende erkennt Rungholt, dass es nicht die Reliquien, ob nun echt der gefälscht, sind, die ihm helfen seine Sünden hinter sich zu lassen und Vergebung zu finden. Und dann endlich geht es wieder heimwärts nach Lübeck, wo sich aber bereits unheilvolle Wolken zusammenbrauen, die Rungholts Zukunft nicht gerade rosig erscheinen lassen.

»Knochenwald« hat mir wieder gut gefallen auch wenn ich Lübeck ein bisschen vermisst habe und mich nun schon freue im nächsten Band wieder mehr davon zu lesen.


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