29.10.2010

Alia Yunis: Feigen in Detroit *****

Buch-CoverIm Roman »Feigen in Detroit« erzählt Alia Yunis die Geschichte einer arabisch-stämmigen Familie in den USA. Hauptperson ist die 85jährige Fatima, die sich vor kurzem hat scheiden lassen und bei ihrem Lieblingsenkel Amir eingezogen ist, wo sie seit genau 992 Tagen lebt.

Fatima ist überzeugt davon, dass ihr nur noch wenige Tage bis zu ihrem Tod bleiben, denn sie erhält nächtlichen Besuch von der unsterblichen Erzählerin Scheherazade. Die erzählt ihr aber keine Geschichten, sondern verlangt von Fatima, ihr Geschichten zu erzählen und so enthüllt sich nach und nach für die Leser, das Leben von Fatima und ihrer großen Familie.

Gleichzeitig versucht Fatima die letzten Dinge noch zu regeln, also z.B. eine Frau für ihren schwulen Enkel Amir zu finden und zu entscheiden, wer ihre Besitztümer, vor allem aber ihr Elternhaus im Libanon, erben soll.

In den zehn Kindern der Fatima und deren (Ehe)Partnern und Kindern spiegeln sich die ganze Vielfalt dieser Familie, Erfolge und Scheitern, Geburt und Tod, Missverständnisse und Liebe, Anpassung, Verleugnung, Selbstbewußtsein und noch vieles mehr. Ein wirklich hinreissender Roman, in manchen Abschnitten märchenhaft, in anderen schmerzhaft realistisch vor allem aber klug, ironisch und humorvoll.

Der Roman hat noch einen kleinen Anhang, den die Leser unbedingt auch lesen sollten. Neben den üblichen (nicht so interessanten) Danksagungen, folgen noch einige Informationen über die Autorin Alia Yunis, ein Interview mit ihr, das auch erzählt wie es zu diesem Roman gekommen ist, eine kurzer Abriss über den Libanon inklusive einem Originalrezept für Hummus, den berühmten arabischen Kichererbsenbrei und ein kurzer Text mit dem Titel »Die USA und ihre Muslime: Eine Beziehung auf dem Prüfstand«. Ganz am Ende befindet sich dann auch noch ein kleines Glossar mit arabischen Begriffen, die im Roman auftauchen und nicht im Text erklärt wurden.


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