08.07.2010

Deon Meyer: Dreizehn Stunden ****

Buch-CoverMit dem Krimi-Autor Deon Meyer bin ich zeitlich passend zur Fußball-WM mal wieder zumindest literarisch nach Südafrika zurückgekehrt.

In »Dreizehn Stunden« bekommt es der Inspector Benny (genannt Bennie) Griessel - der wohl beste Ermittler am Kap - gleich mit zwei akuten Fällen zu tun. Eine junge Frau wurde ermordet aufgefunden und wie sich schnell herausstellt, war sie eine amerikanische Rucksacktouristin, was die Brisanz des Falles noch steigert. Kurz darauf finden Griessel und seine Kollegen auch noch heraus, dass die junge Frau nicht allein unterwegs war. Ihre Freundin wird offenbar von den Killern immer noch gejagt.

Ein spannender Wettlauf beginnt: hier die Mörder, dort Bennie Griessel (samt Kollegen), der das Leben der jungen Amerikanerin retten soll und will.

Der zweite Fall der ebenso dringend aufgeklärt werden muss, bringt Bennie Griessel ein Wiedersehen mit einer inzwischen ziemlich heruntergekommenen Sängerin, die er zu den Hochzeiten ihrer Karriere mal sehr verehrt hat. Ihr Mann wurde ermordet in ihrem Haus aufgefunden und sie steht unter Mordverdacht. Sie kann sich aber an nichts erinnern, da sie Alkoholikerin ist und am Abend bzw. in der Nacht total besoffen war. Während einer der Kollegen von Bennie Griessel, die alternde Sängerin für die Täterin hält, hat Bennie Griessel so seine Zweifel, nicht zuletzt auch weil er nur zu gut weiß, was es heißt schwerer Alkoholiker zu sein.

Dieser Fall konfrontiert ihn zugleich mit seinen ganz eigenen Dämonen, denn er selbst kämpft sein Monaten gegen seine Sucht an und hat es geschafft seit sechs Monaten trocken zu sein. Eine Bedingung seiner Frau, von der er gerade getrennt lebt, die er aber zurück zu erobern hofft.

Bennie Griessel wird in den nächsten 13 Stunden einen wahren Drahtseilakt hinlegen müssen, um beiden Fällen gerecht zu werden und seine eigene Existenz wird auf Messers Schneide stehen, denn die Killer, die hinter der jungen Amerikanerin her sind, entpuppen sich als überaus brutal und zu allem entschlossen. Warum das so ist, erfährt man erst ganz am Ende des Krimis, was sehr zur Spannung beiträgt, ebenso die Tatsache, dass es Deon Meyer versteht, in überschaubaren Abständen zwischen den Tatorten und Geschehnissen hin und her zu blenden, was eine eigene Dynamik mit sich bringt.

Gefreut hat es mich, dass der durchaus sympathische Bennie Griessel, den Leser von Deon Meyer ja schon in dessen Krimi »Der Atem des Jägers« kennengelernt haben, in diesem Krimi wieder auftaucht und wir so erfahren, wie es mit ihm weitergeht.

Mir hat »Dreizehn Stunden« gut gefallen - solide Krimikost aus Afrika!


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