10.06.2010

Henning Mankell: Der Feind im Schatten ****

Buch-CoverMit »Der Feind im Schatten« bringt Henning Mankell seine Kurt Wallander-Reihe nun endgültig zu einem Ende. Wallanders Tochter Linda hat einen jungen Finanzexperten aus schwedischem Adel kennengelernt und erwartet ein Kind von ihm. Wallander bekommt eine kleine Enkelin, die schließlich den Namen Klara erhält.

Als der Vater von Lindas Lebensgefährten Hans, seinen 75. Geburtstag feiert, wird auch Wallander auf diese Feier eingeladen und es kommt zu einem seltsamen Gespräch unter vier Augen zwischen ihm und Hans Vater Hakon von Enke, einem pensionierten Korvettenkapitän. Der erzählt Wallander von einem russischen U-Boot, das ca. 20 Jahre zuvor in den schwedischen Schären unterwegs war, gestellt wurde und eigentlich zum Auftauchen gezwungen werden sollte. Dann aber erging von irgendwo ganz oben der Befehl, das U-Boot unbehelligt zu lassen. Für Hakon von Enke ein Fall von Landesverrat über den er nie wirklich hinweggekommen ist und über dessen Hintergründe er Jahr um Jahr recherchiert hat. Kurz darauf verschwindet er spurlos. Niemand kann sich erklären, was geschehen ist und Linda bittet ihren Vater um Hilfe. Dann verschwindet auch noch Louise von Enke, die Ehefrau von Hakon und Mutter von Hans spurlos.

Wallander beginnt vorsichtig nachzuforschen und stößt erst auf ein erschütterndes Familiengeheimnis und bald auf weitere Geheimnisse, die offenbar von Hakon und Louise von Enke gehütet wurden. Hat jemand die beiden aus dem Weg geräumt, weil sie auf Staatsgeheimnisse gestoßen und keine Ruhe gegeben haben oder steckt noch etwas ganz anders dahinter?

Gleichzeitig kämpft der etwa sechzigjährige Kurz Wallander mit seiner Gesundheit, zunehmenden Ängsten vor dem Alter und Episoden beunruhigender Vergesslichkeit. Er grübelt viel und versucht eine Art Bilanz seines Lebens zu ziehen. Dazu gehört, dass Mankell einige der alten Fälle noch einmal kurz erwähnt, es zu mehreren Begegnungen zwischen Wallander und seiner von ihm getrennten Frau Mona, die inzwischen zur Alkoholikerin geworden ist kommt. Und es gibt auch ein Wiedersehen mit Wallanders großer Liebe Baiba.

Henning Mankell bleibt sich selbst und seinem Kurt Wallander bis zuletzt treu und hat, wie ich finde, einen beeindruckend Abschluß dieser Serie geschrieben. Düster und melancholisch aber auch sehr offen, was seinen Protagonisten Kurt Wallander angeht, der im Grunde die eigentliche Hauptperson dieses Abschlußbandes ist und noch einmal alle Register seines Könnens zieht, um den Fall aufzuklären.


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