30.05.2010

Arnaldur Indridason: Frevelopfer *****

Buch-CoverMit Frevelopfer hat der isländische Krimi-Autor Arnaldur Indridason mal wieder einen echten Krimi-Knaller veröffentlicht, der zumindest von mir die vollen fünf Sterne abräumt und das, obwohl sein Held Kommissar Erlendur in diesem Band der Serie selber überhaupt nicht in Erscheinung tritt. Der hat sich unmittelbar nach dem letzten Fall, der ihn auch persönlich sehr mitgenommen hat, Urlaub genommen und ist irgendwo in den Ostfjorden unterwegs.

Derweil wird in Reykjavik ein junger Mann mit durchschnittener Kehle und nur mit einem T-Shirt mit San Francisco-Aufdruck bekleidet aufgefunden und - wie sich bei der späteren Obduktion herausstellt -, vollgepumpt mit der Vergewaltigungsdroge Rohypnol. Kommissarin Elínborg, eine Kollegin von Erlendur, übernimmt den Fall. Erste Ermittlungen im Umfeld des Opfers erwecken den Eindruck, dass es sich bei dem Opfer um einen höflichen, arbeitssamen und ehrbaren Mann handelte.

Ein in der Wohnung gefundenes Schultertuch duftet nach den Gewürzen, die bei der Zubereitung eines indischen Tandoori-Gerichtes, verwendet werden. War eine Frau bei dem Opfer und hat sie den Mann ermordet? Andererseits will eine offenkundig etwas verwirrte Zeugin einen fremden Mann »mit einer Antenne« am Bein beobachtet haben, der in der Tatnacht in der Gegend unterwegs war und das bringt Elínborg schließlich auf die Spur der Besitzerin des Schultertuchs.

Die weiteren Ermittlungen verändert nach und nach das Bild des Opfers, das alles andere als unschuldig und ehrbar war. Und dann ist da noch ein Freund des Opfers, der mit einem früheren Fall eines spurlos verschwundenen Mädchens in Verbindung gebracht wurde. Haben das Opfer und er vielleicht doch etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun gehabt? Oder wußte das Opfer etwas über Edward, so dass der sich schließlich nicht anders zu helfen wußte als mit Mord?

Der Fall geht Elínborg an die Nieren und führt sie schließlich in ein kleines isländisches Dorf, aus dem das Opfer stammte und in dem die Bevölkerung offenbar alles andere als willig ist, der Polizei zu helfen. Eine Mauer des Schweigens an der sich Elínborg zunächst den Kopf einrennt, bis ein junges Mädchen ihr den entscheidenden Hinweis gibt, der zur Aufklärung des Falles führt.

Wie schon zu Beginn gesagt, dieser Krimi hat alles, was man sich von einem Krimi wünscht. Ein spannender Fall, der im Laufe des Buches immer mehr Fahrt aufnimmt und mit Elínborg eine sympathische Protagonistin, die sich wacker schlägt. Von mir aus, kann sie zukünftig ruhig den ein oder anderen Fall in Eigenregie lösen ... wobei, ich mach mir doch etwas Sorgen um Kommissar Erlendur, dessen Mietauto verlassen in der Wildnis der Ostfjorde gefunden wurde ...


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