26.05.2010

Bernhard Jaumann: Die Stunde des Schakals *****

Buch-CoverBernhard Jaumann ist ein Weltenbummler und zur Zeit lebt und arbeitet er in Windhuk, Namibia. So war ich sehr gespannt auf seinen neuesten Krimi bzw. Politthriller, der in Namibia spielt.

In »Die Stunde des Schakals« hat sich Bernhard Jaumann den tatsächlich geschehenen Mord am Apartheidsgegner Anton Lubowski im Jahr 1989 als Aufhänger genommen. Neunzehn Jahr später nämlich, ist offenbar ein Killer unterwegs, der versucht, die Männer zu erschießen, die als damals als dringend tatverdächtig galten, gegen die es aber nie zu einer Verurteilung kam.

Die junge und engagierte Polizistin Clementia Garises nimmt die Ermittlungen auf und bekommt es mit allerlei Widrigkeiten zu tun, die die Suche nach dem gnadenlosen Killer noch zusätzlich erschweren. Natürlich spielt der damalige politische Mord an Anton Lubowski in ihren Ermittlungen eine große Rolle auch wenn ihre Vorgesetzten scheinbar alles tun, um genau diese Spuren nicht weiter zu verfolgen bzw. eine evtl. Wiederaufnahme des alten Falles um jeden Preis zu verhindern.

Mir hat Jaumanns »Die Stunde des Schakals« wirklich sehr gut gefallen. Zum einen porträtiert er ein wenig das Leben im heutigen Namibia und zugleich auch welche Spuren die Apartheid in diesem Land bei allen beteiligten Parteien hinterlassen hat und wie die Auswirkungen auch heute noch in die Gesellschaft und Politik hineinwirken. Zum anderen hat er eine wirklich spannende Geschichte um den tatsächlichen Fall herum konstruiert.

In einem Nachwort weist Jaumann darauf hin, dass seine Recherchen zu dem Fall ähnlich schwierig verliefen, wie im Roman und dass während der Recherche, die Fakten und Hintergründe immer dunkler und widersprüchlicher wurden. Zugleich hofft der Autor darauf, dass seine Darstellung des Ablaufs bzw. der Zusammenhänge des damaligen Falles vielleicht mit dazu beitragen könnten, dass der Mordfall Anton Lubowski doch noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt wird und die Gerechtigkeit doch noch zu ihrem Recht kommt.

Bettina meinte dazu am 28.05.2010:

Mit der Rezension hast Du mir sehr viel Lust auf das neue Jaumann-Buch gemacht. Aufgefallen war es mir schon, weil ich ja die Montesecco-Trilogie so gut geschrieben fand. Zusätzlich fasziniert mich hier, was Du über das Nachwort schreibst. Ich hoffe, dass ich mich jetzt noch bis November gedulden kann, weil es da die Gelegenheit gibt, das Buch mit Autorenbegleitung zu lesen.


Liisa meinte dazu am 29.05.2010:

Das freut mich Bettina! Wobei der neue Jaumann deutlich anders als in der Montesecco Trilogie daherkommt. In „Die Stunde des Schakals“ geht es härter zur Sache.


Tanjua meinte dazu am 03.06.2010:

Hatte das kürzlich in der Hand und wieder weggelegt. War wohl ein Fehler - zum Glück ein wieder gutzumachender.



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