24.05.2010

Monique Truong: Bitter im Mund ****

Buch-CoverAuf den neuen Roman »Bitter im Mund« der Amerikanerin Monique Truong mit vietnamesischer Herkunft, war ich schon sehr gespannt, da ich ihren Debütroman »Das Buch vom Salz« noch in guter Erinnerung habe.

In »Bitter im Mund« erzählt die Protagonistin Linda Hammerick ihre Lebensgeschichte und die ihrer Familie, wobei sie, was die eigenen Geschichte angeht, erst im siebten Lebensjahr einsetzt. Das »davor« liegt für sie im Dunkeln. Linda ist anders, denn seit ihrer Kindheit verbinden sich für sie Worte mit Geschmacksempfindungen, was einige Probleme mit sich bringt, zumal ihr in ihrer Umgebung keiner richtig zuhört bzw. glaubt, wenn sie versucht, das zu erklären. Erst spät in ihrem Leben erfährt sie, dass es noch andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht und das man diese Synästhetiker bzw. dieses Phänomen Synästhesie nennt.

Linda wächst in Boiling Springs, North Carolina, in einer Familie von Anwälten und Richtern auf. Oberhaupt der Familie ist Iris, die Großmutter, mit deren Tod und letzten Worten: »Du würdest unter dem zerbrechen, was ich über dich weiß, kleines Mädchen« beginnt der Roman. Linda und ihre Mutter DeAnne haben ein eher distanziertes Verhältnis. Mit dem Vater versteht sich Linda besser aber der verstirbt auch relativ früh. Und dann ist da noch Lindas Großonkel Baby Harper, der sich auffällig vom Rest der Familie abhebt und mit dem Linda eine ganz besondere Beziehung hat. Außerdem gibt es noch Kelly, Lindas Freundin aus Kindertagen, mit der sie während der ganzen Kinder- und Jugendzeit einen besonderen Briefwechsel unterhält.

Erst mit dem Tod von Baby Harper und seinem Nachlass an Fotos beginnen sich für Linda dunkle Flecken in ihrem Leben und Lücken in ihrem Lebenslauf zu erhellen bzw. zu füllen und sie findet auch endlich die Erklärung dafür, warum sie mit ihren frühesten Erinnerungen einen bitteren Geschmack verbindet.

Mir hat auch dieser Roman von Truong wieder sehr gut gefallen. Sie hat eine sehr schöne und klare Sprache und allein, wie sie diese einsetzt um diese Geschichte zu erzählen, ist schon toll. Dass es nicht ganz für fünf Sterne gereicht hat, liegt daran, dass der Roman an einigen Stellen doch leichte Längen hat.

Peter Torberg meinte dazu am 23.07.2010:

Nur zur Klarstellung: die „sehr schöne und klare Sprache und allein, wie sie sie einsetzt“, bezieht sich auf die von Ihnen gelesene deutsche Fassung, oder? Damit stammt sie nicht von Monique Truong, sondern vom deutschen Übersetzer, den Sie, wie auch in allen anderen Fällen, bitte nennen sollten. Man könnte sonst annehmen, Monique Truong habe ihren Roman auf deutsch geschrieben ...



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