05.05.2010

Kamila Shamsie: Verglühte Schatten *****

Buch-Cover»Verglühte Schatten« ist der vierte ins Deutsche übersetzte Roman der pakistanischen Schriftstellerin Kamila Shamsie. Darin erzählt sie die Geschichte zweier bikultureller Familien, die der Burtons (britisch-deutsch) und die der Ashrafs (indisch-japanisch), deren Wege sich kreuzen und die durch den Lauf der Geschichte miteinander verbunden werden.

Alles beginnt in Nagasaki am Tag des Atombombenabwurfs führt über Indien und dessen Unabhängigkeit sowie der Gründung von Pakistan bis nach Afghanistan und es endet in New York bzw. Guantánamo.

Während der Beginn des Romans etwas behäbig ist, nimmt die Geschichte dann jedoch immer mehr an Fahrt auf und zieht einen als Leser unweigerlich in ihren Bann. Mit teilweise angehaltenem Atem verfolgt man das Schicksal der einzelnen Familienmitglieder und wie sich die Beziehungen zwischen den Familien weiter entwickeln, die Krisen wie die Höhepunkte.

Es ist interessant zu sehen, wie das teilweise eher »kolonialistische Denken« der Burtons zu Konflikten führt, wie sie dazulernen müssen. Es ist interessant zu lesen, wie sowohl Hiroko Tanaka als auch Sajjad Ashraf sich aus ihren starken kulturellen Prägungen herausbegeben müssen, um eine Chance miteinander zu bekommen und ihr gemeinsames Leben zu führen. Es ist interessant zu lesen, wie der Verlust von etwas, das Heimat war, sich auf die Charaktere auswirkt. Es ist interessant zu sehen, welche Folgen das für die nachfolgenden beiden Generationen hat und es ist interessant, welche Fragen zu aktuellem politischem Zeitgeschehen Kamila Shamsie ganz nebenbei aufwirft.

Wirklich ein bemerkenswerter Roman, dessen Lektüre ich guten Gewissens empfehlen kann.


Dein Kommentar:

(alle Felder müssen ausgefüllt sein, sonst wird der Kommentar nicht angenommen!)

weiter