04.01.2010

Halldór Laxness: Das Fischkonzert *****

Buch-CoverMit einem Roman des isländischen Nobelpreisträgers Halldór Laxness habe ich dieses Lesejahr begonnen. Tatsächlich ist »Das Fischkonzert« der erste Roman, den Laxness nach der Verleihung des Literaturnobelpreises an ihn veröffentlicht hat.

Sein Protagonist oder besser Erzähler ist Alfgrimmur, der bei Pflegeeltern, die er Großeltern nennt, aufwächst, nachdem seine Mutter, die auf dem Weg nach Amerika war, ihn in deren kleinen Haus geboren und einfach dort zurückgelassen hat.

Es ist eine ärmliche bodenständige Welt in der Alfgrimmur aufwächst aber es ist eine glückliche Kindheit die er verlebt und ihm werden Grundsätze und Ideale vermittelt, die ihn für sein späteres Leben tüchtig machen.

Zur Familie gehört auch noch Kristin, die mit der Großmutter verwandt ist und als Hauswirtschafterin für den Küster arbeitet. Sie hat einen Sohn, der ein berühmter isländischer Sänger und ständig in der Welt unterwegs ist. Dieser abwesende Gardar Holm fasziniert den kleinen Alfgrimmur, gerade auch weil zuhause kaum über ihn gesprochen wird. Umso mehr reden die Isländer über ihn und verfolgen seine Triumphe im Ausland ganz genau.
Eines Tages kehrt Gardar Holm zurück nach Island und endlich kommt es zu der ersehnten Begegnung zwischen Alfgrimmur und diesem fernen faszinierenden Verwandten. Natürlich hoffen alle Isländer, endlich auch einmal den berühmten Sänger zu hören. Doch kurz vor dem anberaumten Konzert verläßt Gardar Holm die Insel, angeblich weil er dringend zu einem Konzert ins Ausland muss.

Wieder gehen Jahre ins Land. Alfgrimmur wächst weiter heran, besucht die Grundschule und wird anschließend sogar auf die weiterführende Schule geschickt, wo er Abitur macht. Dann taucht Gardar Holm das zweite Mal auf der Insel auf und Alfgrimmur realisiert, dass irgendetwas seltsam ist mit diesem Verwandten, doch die alte Faszination bleibt bestehen. Wieder hoffen die Isländer auf ein Konzert ihres Volkshelden, doch es geschieht dasselbe wie beim ersten Mal. Bevor es dazu kommt, verschwindet Holm wieder ins Ausland.

Er wird noch ein drittes Mal heimkehren und diesmal ist er bereit ein Konzert zu geben aber in ganz eigener Regie, weil er es will, nicht weil es von ihm erwartet wird und dieses Konzert wird so gänzlich anders verlaufen, dass es für Alfgrimmur zu einem Schlüsselerlebnis wird.

Mir hat dieser Roman sehr sehr gut gefallen. Halldór Laxness ist einfach ein großartiger Erzähler mit einer großen Menschenkenntnis und wie er die Personen lebendig werden läßt und die Geschichte zu ihrem Höhepunkt führt ist große Erzählklasse.

Bettina meinte dazu am 06.01.2010:

Auf diese Rezension hatte ich richtiggehend gewartet, nachdem ich das Buch bei „aktuelle Lektüre“ entdeckt hatte. Ja, Laxness ist ein guter Erzähler. Du allerdings bist mit dem Fischkonzert wesentlich besser klar gekommen als ich. Dennoch, mein nächstes Buch von ihm steht schon auf der Warteliste.


Hegelson meinte dazu am 21.04.2011:

Na, erstmal schliesse ich mich bettina an, die sich schon das nächste LAxness Buch vorgenommen hat. So erging es mir auch nach FISCHKONZERT. vor etwa einem Jahr hat mir ein Freund SEELSORGE AM GLETSCHER geschenkt...da war ich schon begeistert + hab es einer Tochter gegeben...Zuletzt hab ich ATOMSTATION gelesen, fand ich sehr schön + bin gerade bei dem schelmischen buch DIE LITANEI VON DEN GOTTESGABEN: Halldor Laxness ist es wert neu entdeckt zu werden!!!



Dein Kommentar:

(alle Felder müssen ausgefüllt sein, sonst wird der Kommentar nicht angenommen!)

weiter