17.05.2009

Fred Vargas: Der verbotene Ort *****

Buch-CoverFred Vargas Krimiserie um ihren originellen Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg zählt, das kann ich mit Sicherheit sagen, zum Besten, was ich in meinem Leben an Krimis gelesen habe. Diese Krimis sind einfach anders, aufgebaut auf ungewöhnlichen Ideen, so dass man nie den Eindruck bekommt einfach nur schon bekannte Versatzstücke vorgesetzt zu bekommen. Ihre Charaktere, angefangen bei ihrem Protagonisten Kommissar Adamsberg bis hin zu den Nebenfiguren sind ebenfalls keine blassen Figuren sondern gut durchdacht und entwickelt. Aus hervorragend recherchierten Fakten macht sie Krimiliteratur, die auf dem höchsten Niveau fesselt und unterhält.

Auch in ihrem neuesten Kriminalroman aus der Serie mit dem Titel »Der verbotene Ort« enttäuscht sie ihre Leser nicht. Der führt Kommissar Adamsberg diesmal sogar aus Paris hinaus - erst nach London und dann in ein kleines serbissches Dorf.

In London werden vor dem Friedhof Highgate Schuhe gefunden, in denen noch abgetrennte Füße stecken. Adamsberg, der mit seinem Kollegen Danglard zu einem internationalen Kongress in der Stadt weilt, will zunächst mit diesem Fall nichts zu tun haben. Zurück in Paris werden er und seine Kollegen zu einem Tatort gerufen, der so ziemlich alles überbietet, was sie je gesehen haben. Ein alter Mann wurde brutal ermordet und sein Leichnam offenbar mit einem schweren Hammer nahezu pulverisiert. Die Ermittler sind schockiert und fragen sich, was für eine Wahnsinniger hier am Werk gewesen ist.

Kurz darauf erfahren sie von einem ähnlichen Fall in Österreich und es ergeben sich auch Verbindungen zu dem Fall mit den abgetrennten Füßen in London.

Ein Verdächtiger entkommt ihnen, doch Adamsberg kann ihn erneut aufspüren und kommt gerade rechtzeitig, um ihm das Leben zu retten. Jemand hat mehrfach auf ihn geschossen. Adamsberg läßt den Verdächtigen erst einmal in einem Krankenhaus verschwinden, um ihn zu schützen, da er alles andere als überzeugt ist, dass der Mann wirklich der Täter ist.

Adamsberg ermittelt in andere Richtungen und kommt einer Geschichte auf die Spur, in der der Vampirglaube eine große Rolle spielt. Gleichzeitig aber muß er um seinen eigenen Ruf und seine Karriere kämpfen, denn offenbar arbeitet jemand aus den höheren Rängen gezielt darauf hin, Adamsberg selbst als den Täter hinzustellen.

Mit Hilfe einiger Freunde gelingt es Adamsberg etwas Zeit zu gewinnen und weiter zu ermitteln. Dann zeichnet sich ein Täter ab, dessen Identität Adamsberg zutiefst erschüttert und in tiefe Konflikte stürzt. Um Haaresbreite entgeht Adamsberg selbst einem grausamen Tod und kommt gerade noch rechtzeitig, um den Täter zu entlarven und dingfest zu machen.

Als ich mitbekam, dass es in Vargas neuem Krimi auch um das Thema »Vampire« geht, beschlichen mich doch leichte Zweifel. Würde sie nun doch in eine Richtung abdriften, auf der ich ihr nicht mehr mit echter Überzeugung folgen könnte? Aber nein, was Vargas zu diesem Thema schreibt hat Hand und Fuß und wirkt an keiner Stelle unglaubwürdig oder gar effektheischend. Es ist einfach unglaublich, wie Vargas immer wieder Geschichten von solcher Komplexität und Eigenwilligkeit entwirft und sich nie wiederholt. Wie ich schon zu Beginn schrieb, ganz große Krimiliteratur und ich hoffe sehr, dass wir als Leser noch viele Fälle zusammen mit Jean-Baptiste Adamsberg erleben werden dürfen.


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