09.11.2008

Aminatta Forna: Abies Steine ***

Buch-CoverIch war sehr gespannt auf diesen Debüt-Roman der britisch-sierraleonischen Schriftstellerin Aminatta Forna.

In »Abies Steine« erzählt sie von Frauen aus Sierra Leone. Abie, die in England lebt, wird durch einen Brief von ihrem Cousin zurück nach Sierra Leone gerufen, wo ihr Großvater gestorben ist und ihr die familieneigene Kaffeeplantage hinterlassen hat. Abie reist nach Sierra Leone und trifft dort auf die Frauen der Familie.

Vier ihrer Tanten erzählen ihre eigene Lebengeschichte und zugleich auch die Geschichte ihrer jeweiligen Mütter. So gelingt es Aminatta Forna eine Vielzahl von möglichen afrikanischen Lebensläufen zu entwerfen und beschreiben.

In die beschriebene Zeit fallen die letzten Jahre als Kolonie, die Unabhängigkeit, erste freie Wahlen und der Bürgerkrieg. Diese Zeit ist zudem von großen Umbrüchen gekennzeichnet: Aberglaube und Religion, Stammesdenken und erwachendes Nationalgefühl, Rückständigkeit und technischer Fortschritt, prallen aufeinander und auch die Rolle der Frauen ist dem Wandel unterworfen. So finden sich alle beschriebenen Frauen in fortgesetzten inneren und äußeren Spannungen und Verwerfungen wieder und müssen immer wieder neu ihre eigene Position ergründen, verteidigen oder erkämpfen. Ganz nebenbei erfährt der interessierte Leser auch noch einiges über westafrikanisches Alltagsleben und Denkweisen.

Eigentlich eine Menge Stoff und durchaus interessante Themen und so hat es mich um so mehr wirklich verwundert, dass mich »Abies Steine« nicht so recht begeistern konnte. Die Geschichte plätscherte für mich irgendwie so dahin, hatte auch ihre Längen und konnte mich immer nur kurzfristig richtig fesseln. Trotzdem durchaus ein Roman, der es ermöglicht überhaupt einmal eine Idee oder Ahnung davon zu bekommen, was Frau sein in Westafrika alles bedeuten kann.


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