19.10.2008
Fred Vargas: Das Zeichen des Widders ***

Ich bin kein ausgewiesener Comic-Kenner geschweige denn ein ständiger Comic-Leser aber gute Comics weiß ich durchaus zu schätzen. Seit einer Weile hört man nun auch im deutschsprachigen Raum von den sog. »Graphic Novels«. Ein Beispiel dafür ist z.B. die graphic novel »Die Sache mit Sorge« von Isabel Kreitz. In anderen Ländern sind diese graphic novels wesentlich verbreiteter als in Deutschland.
Nun hat der Aufbau Verlag das Experiment gewagt eine Graphic Novel zu veröffentlichen und hat für den textlichen Teil die französische Krimiautorin Fred Vargas und für den zeichnerischen Teil den französischen Comiczeichner Edmond Baudoin gewinnen können. Das Werk trägt den Titel »Das zeichen des Widders« und erzählt eine Kriminalgeschichte, mit Kommissar Adamsberg, einem bekanten Serienhelden von Fred Vargas.
Zwei junge Straßendiebe rauben einem alten Mann eine Tasche und finden neben viel Geld auch allerhand eher unheimliche Dinge in der Tasche. Am nächsten Tag ist einer der jungen Männer ermordet und gewisse Spuren am Tatort lassen Kommissar Adamsberg an andere Morde zurückdenken, die einem Serienmörder mit dem Namen »Widder« zugerechnet wurden. Es beginnt ein Wettlauf auf Leben und Tod, denn auch der zweite Straßenräuber schwebt in Lebensgefahr.
Für Fans der Fred Vargas-Krimis ist es sicher gewöhnungsbedürftig, nun plötzlich eine Comic-Geschichte von ihr zu lesen und dazu die Bilder zu haben, erst recht, sollten diese Leser sonst überhaupt keine Comic-Leser sein. Leider hat der Verlag auch nicht richtig kommuniziert, um was genau es sich bei »Das Zeichen des Widders« handelt, was bei eingefleischten Vargas-Lesern wohl schon zu reichlich Frust geführt hat. Läßt man sich aber auf das Experiment ein, so funktioniert die Graphic Novel durchaus und es gelingt Edmond Baudoin mit seinen Zeichnungen auch die typische Atmosphäre der Vargas-Romane bildlich umzusetzen und einzufangen.
Mir hat der Krimi-Comic recht gut gefallen aber auf Dauer ziehe ich doch lieber die Romane von Fred Vargas auf die gewohnte Art und Weise vor.
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