09.09.2008

Wolfgang Schorlau: Fremde Wasser ****

Buch-CoverIn seinem dritten Roman um seinen Privatdetektiv Georg Dengler wendet sich Wolfgang Schorlau dem Thema Wasser zu. Ein Thema, das zunehmend an Bedeutung gewinnen wird, da die Verteilung von Trinkwasser aufgrund von abnehmender Wassermenge in der Welt schwieriger werden wird. Es gibt Experten, die voraussagen, künftige Kriege würden auch um Wasser geführt werden. Zugleich gibt es große Unternehmen, die bereits jetzt versuchen, sich auf dem Weltmarkt entsprechend zu positionieren und das Wasser bzw. die damit verbundenen Unternehmen unter ihre Kontrolle zu bekommen, um ihre Profite erhöhen zu können. Das ist eine äußert gefährliche Entwicklung, die zudem häufig unbemerkt von den Bürgern geschieht, wenn diese politisch eher desinteressiert sind. Sind die privaten Wasserversorger erst einmal an diese großen Unternehmen, die eine Art Monopolstellung anstreben (ähnlich wie »die großen fünf« was die Stromversorgung angeht) verkauft, werden sie nur noch abgeschöpft, die Wasserversorgung wird schlechter, da z.B. Investitionen in zunehmend marode Wassernetze vermieden werden und die Preise steigen, denn den Unternehmen geht es nur um die Gewinne und Aktienwerte. Erleichtert wird die Umsetzung solcher Pläne durch korrupte Kommunal- und Bundespolitiker, die für entsprechende Vergünstigungen gerne bereit sind die nötigen politischen Weichenstellungen in die Wege zu leiten.

Rund um diese Thematik also hat Wolfgang Schorlau nun seinen Krimi »Fremde Wasser« aufgebaut. Eine Hinterbänklerin im Bundestag stirbt kurz bevor sie eine Rede im Bundestag hält. Angeblich soll ein Herzinfarkt die Todesursache sein. Doch ihre Großmutter kann das nicht glauben und beauftragt Dengler einmal nachzuforschen. Als er schließlich tatsächlich auf Ungereimtheiten stößt, gerät er selbst in Lebensgefahr, denn die Strippenzieher im Hintergrund schrecken auch vor Mord nicht zurück und wähnen sich unangreifbar.

Gewohnt ruhig entwickelt Schorlau den Fall und klärt ganz nebenbei über das Thema und die Mechanismen im Hintergrund auf. »Fremde Wasser« ist nicht übermäßig spannend aber faßt das Thema recht gut aufbereitet zusammen und kann so durchaus zum Anstoß für Leser werden, sich etwas mehr mit dem Thema Wasser zu befassen und vor allem hellhöriger zu werden, wenn wieder irgendwo die kommunale Wasserversorgung an ein Großunternehmen verkauft werden soll und sie sind so in der Lage sich rechtzeitig gegen solche Bestrebungen zur Wehr zu setzen.


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