Michael Chabon: Die Vereinigung jiddischer Polizisten
... Auf dem Tisch stehen ein Krug Eistee und eine emaillierte Kaffeekanne. Das Mahl, das Hertz Shemets bereitet hat, ist reichhaltig, heiß und eindeutig elchlastig.
»Elchchili«, sagt der Alte. »Letzten Herbst habe ich das Fleisch durch den Wolf gedreht. Es war in einem Gefrierbeutel in der Tiefkühltruhe. Den Elch habe ich natürlich selbst erlegt. Eine Kuh, ein Tausendpfünder. Das Chili habe ich heute gemacht, es sind Kidneybohnen drin, ich habe auch noch eine Dose schwarze Bohnen reingetan, die ich herumliegen hatte. Dann war ich unsicher, ob es genug wäre, deshalb habe ich noch ein paar andere Sachen warm gemacht, die ich im Kühlschrank hatte. Das da ist Quiche Lorraine, das sind natürlich Eier mit Tomaten und Schinken, der Schinken ist vom Elch. Habe ich selbst geräuchert.«
»Die Eier sind auch vom Elch«, sagt Berko, den aufgeblasenen Tonfall seines Vaters perfekt nachahmend.
Der alte Mann weist auf eine weiße Glasschale, in der sich gleichförmige Fleischklöpse in einer rötlich braunen Soße drängeln.
»Schwedische Klöpse«, sagt er. »Aus Elchfleisch. Das da ist kalter Elchbraten, falls jemand ein Sandwich möchte. Das Brot habe ich natürlich auch selbst gebacken. Und die Mayonnaise ist selbstgemacht. Mayonnaise aus dem Glas kann ich nicht ausstehen.«