23.05.2008

Erik Fosnes Hansen: Das Löwenmädchen ****

Buch-CoverVon Erik Fosnes Hansen habe ich bereits »Choral am Ende der Reise« und »Momente der Geborgenheit« gelesen. Und während ich von »Choral am Ende der Reise« sehr angetan war, kam ich mit dem zweiten Roman »Momente der Geborgenheit« überhaupt nicht zurecht. Offenbar auch andere nicht, denn der Folgeroman, den Hansen angekündigt hatte, ist meines Wissens nach bis heute nicht veröffentlicht worden. Stattdessen zwei andere Bücher, die ich aber ausgelassen habe.

2006 veröffentlichte er dann den Roman »Das Löwenmädchen«, der dieses Jahr nun auch auf deutsch erschienen ist. Zu diesem Roman habe ich dann wieder gegriffen und es diesmal nicht bereut. Tatsächlich hat mir glaube ich dieser Roman von Erik Fosnes Hansen bisher am besten gefallen. Darin erzählt er die Geschichte von Eva, deren Mutter bei der zu frühen Geburt stirbt und die mit einer Ganzkörperbehaarung geboren wird.

Die anfängliche Vermutung, die Haare würden nach kurzer Zeit einfach ausfallen stellt sich als falsch heraus. Die Haare bleiben und wachsen sogar noch. Die Wissenschaft klassifiziert dieses Aussehen als Gendefekt und die sog. Gonsalvus-Krankheit. Evas Vater trauert um seine gestorbene Frau und meidet das Neugeborene zunächst. Nur weil der Arzt und ein befreundetes Apothekerehepaar sich der Kleinen annehmen, wird Schlimmeres verhindert. Der Vater versucht Eva, als sie größer wird, so gut es geht abzuschirmen, doch je älter sie wird, desto mehr drängt es sie hinaus in die Welt und ins Leben.

Hansen erzählt das alles wunderbar und berührend und besonders Eva wächst dem Leser direkt etwas ans Herz. Hinzu kommen einige wirklich gute Einfälle, z.B. legt Eva eine Liste mit Namen von berühmten Menschen an, die aufgrund ihrer Haare Berühmtheit erlangten. Da tauchen dann Namen wie Absalom, Simson oder Harald Schönhaar auf. Ganz wunderbar auch ihre Freundschaft mit dem »Funken«, der ihr das Morsen nahebringt und so ein Fenster in die Welt bzw. zu anderen Menschen öffnet.

Leider ist Hansen meiner Meinung nach das Ende des Romans nicht mehr ganz so gut gelungen, jedenfalls war ich mit dem Ende nicht wirklich glücklich. Deshalb vergebe ich auch nicht die vollen fünf Sterne sondern »nur« vier, spreche aber auch deutlich eine Leseempfehlung für den Roman aus.

tinius meinte dazu am 25.05.2008:

Nach meinen Informationen wird es eine Fortsetzung zu „Momente der Geborgenheit“ nicht geben. Der Roman "Das Löwenmädchen sei erst entstanden, nachdem Hansen das größere Projekt aufgegeben habe. Folgen solle nun ein historischer Roman. (Quelle : Kölner Stadtanzeiger). LG tinius



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