11.03.2008

Ehre, wem Ehre gebührt

Über Schriftsteller und Bücher wird viel gesprochen: untereinander, in Foren, in Communities rund um die Literatur, im Radio, im Fernsehen, in Podcast und und und. Selten wird über die Übersetzer und Übersetzerinnen gesprochen. Ihre Namen sind zumindest der breiten Masse der Leser und Bevölkerung unbekannt. Ihre Arbeit wird häufig nicht wirklich wahrgenommen und wenig honoriert. Nur zu leicht vergessen die Leser, dass sie den spannenden Krimi, den Roman der sie in fremde Kulturen und Welten entführt oder den Erzählband aus Japan nur in ihrer eigenen Sprache lesen können, weil es jemanden gab, der ihn fleißig und mühsam übersetzt hat.

Hinzu kommt, dass die Übersetzer häufig nur ein niedriges Honorar für ihre Arbeit erhalten und selbst wenn ein Roman ein Bestseller wird, wenig davon haben. Der Verband der deutschsprachigen Literaturübersetzer (VdÜ) müht sich nun schon eine Weile darum, den Übersetzern eine Lobby zu verschaffen, ihre Rechte zu stärken und z.B. ihre Bezahlung zu verbessern aber auch die Übersetzer und Übersetzerinnen insgesamt bekannter zu machen.

Anläßlich der am Donnerstag startenden Leipziger Buchmesse wird, wie jedes Jahr, auch wieder der Preis der Leipziger Buchmesse vergeben. Die Diskussionen über die Nominierten und ihre Bücher sind in vollem Gange. Wenige aber wissen, dass dort auch Übersetzer bzw. Übersetzerinnen ausgezeichnet werden, geschweige denn, wer in diesem Jahr für diesen Preis nominiert ist.

Auf der Internetseite des VdÜ werden nun erfreulicherweise die diesjährigen Übersetzerinnen und Übersetzer die in der Kategorie »Übersetzung« für den Leipziger Buchpreis nominiert sind in Porträts vorgestellt.

Nominiert sind:

Elisabeth Edl für Stendhal: Die Kartause von Parma (Carl Hanser Verlag)
Frank Heibert für Richard Ford: Die Lage des Landes (Berlin Verlag)
Gabriele Leupold für Warlam Schalamow: Durch den Schnee. Erzählungen aus Kolyma 1 (Matthes & Seitz Berlin)
Kurt Steinmann für Homer: Die Odyssee (Manesse)
Fritz Vogelgsang für Joanot Martorell: Der Roman vom Weißen Ritter Tirant lo Blanc (S. Fischer Verlag)

Besonders schön finde ich persönlich, dass die kurzen Porträts auch mit tatsächlichen fotografischen Porträts versehen sind, so dass man endlich auch mal Gesichter mit den Namen verbinden kann. Das macht doch die Übersetzer und Übersetzerinnen gleich ein ganzes Stück lebendiger und wahrnehmbarer.

Claudia meinte dazu am 11.03.2008:

Wundervoll! Übersetzen ist so eine sensible und wichtige Arbeit, ich bin sehr froh, wenn das endlich wirklich gewürdigt wird.


Markus meinte dazu am 11.03.2008:

Wie bereits gesagt: Danke, Liisa! Ein schöner Artikel.


Jules meinte dazu am 12.03.2008:

Ich bin zwar weit davon entfernt, literarische Übersetzerin zu sein, aber es stimmt, das ist ein Thema, über das viele Leute viel zu selten nachdenken.

LG, Jules

P.S. (und offtopic): Habe erfahren, dass unser Meermann auf Mai verschoben wurde ... schade, schade, und ich dachte, ich bekomm ihn bald ...



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