03.08.2004

Barbara Hodgson: Die Krinoline bleibt in Kairo - 5 *****

Nicht gerade billig, dieses Buch, aber jeder Euro ist gut angelegt, zumindest wenn man gerne reist, davon träumt, Reiseberichte liebt und/oder etwas für ungewöhnliche Frauen übrig hat. "Die Krinoline bleibt in Kairo" ist ein wunderbares Buch, das reisende Frauen in der Zeit von 1650 bis 1900 vorstellt. Nach Kontinenten geordnet reist der Leser im Gefolge dieser Frauen einmal durch die ganze Welt, erfährt von den Biographien der Frauen, ihre Motive für ihre Reisen, über ihre Erfolge und Schwierigkeiten, erfährt aus Tagebucheinträgen und Briefen der Frauen, was sie erlebt und gedacht haben aber auch, wie ihre Familien, Freunde oder eben diejenigen, denen sie auf ihren Reisen begegnet sind auf sie reagiert haben. Deutlich wird aus diesem Kaleidoskop, daß es kaum "Gesetzmäßigkeiten" gibt, nach denen man die Frauen einteilen könnte. Die Namen männlicher Reisender, Abenteurer oder Forscher sind den meisten geläufig, die der Frauen eher weniger und so ist es wirklich zu begrüßen, daß sich Barbara Hodgson die Mühe gemacht hat so viele von ihnen in diesem Buch vorzustellen. Natürlich kann sie die Geschichten nur anreißen, damit aber macht sie auch Appetit auf mehr Informationen. Sehr hilfreich für weitere Lesestunden sind die sehr umfangreichen Literaturangaben am Ende des Buches. Begrüßenswert auch das Register ebenfalls am Ende des Buches, das direkten Zugriff auf bestimmte Personen, Orte oder Themen erlaubt. Kurzweilig aber fundiert geschrieben, liest sich das Buch wunderbar und entführt in fremde Welten und eine Zeit, in der Reisen noch wirklich ein echtes Abenteuer waren, dessen Ausgang offen war. Wunderbar finde ich persönlich auch die vielen Original-Illustrationen und Radierungen, mit denen das Buch wirklich reichlich ausgestattet ist. Dieses Buch kann ich sehr empfehlen zur eigenen Lektüre oder aber auch als Geschenk.


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