Archiv 2003
02.11.03 - 08.11.2003
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Tja, ich hab ebenfalls mehrfach beim Lesen dieses Romans geseufzt und das nicht unbedingt aus Wohlbehagen. Sicher, Rushdie liefert ein grandioses Familienepos ab und es zeugt schon von einer gewissen Meisterschaft all die vielen Episoden, Details, Fäden, Figuren und Geschichten immer wieder in Bezug zueinander zu setzen. Auch die Erzählweise und Sprache, die er wählt ist gekonnt. Mir ist die ganze Geschichte jedoch irgendwie doch arg verworren, nicht, weil es keine roten Fäden gäbe, sondern eher weil vieles so episodenhaft und durcheinander erzählt wird, so daß man teilweise glaubt, selbst in den Strudel zu geraten, der auch diese indische Familie in ihr Schicksal reißt und darin umkommen läßt. Daher von mir nur drei Sterne.
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Mit "Die Festung" hat Ismail Kadare, der wohl bekannteste und wichtigste Schriftsteller Albaniens, dem Albanischen Volkshelden Skanderbeg und der Schlacht gegen die Türken um die Festung Kruje ein literarisches Denkmal gesetzt. In seiner Erzählweise erinnert er mich immer wieder auch an Ivo Andric, den Nobelpreisträger. Auch Kadare war bereits mehrmals für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen, hat ihn aber bisher nicht verliehen bekommen. Auf jeden Fall gelingt ihm auch mit diesem Roman wieder ein Stück der Albanischen Geschichte in farbenfrohe, orientalische und detailreiche Worte zu setzen, die den Leser packen und unmittelbar in das damalige Geschehen mit hineinnimmt.
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Zufällig bin ich auf Faye Kellerman und die von ihr geschriebene Krimiserie um den Ermittler Pete Decker aufmerksam geworden. Die ersten beiden Roman aus dieser Serie hab ich nicht zu fassen bekommen und so bin ich mit diesem, dem dritten in der Serie eingestiegen. Der Roman hat mir gut gefallen, nicht unbedingt extrem spannend, aber trotzdem sehr interessant. Mir gefällt, daß das ganze im jüdischen Milieu angesiedelt ist und man so ganz nebenbei auch über dieses Leben eine Menge erfährt. Die Figur des Pete Decker ist ebenfalls sehr interessant angelegt. Ich werde versuchen weitere Romane aus dieser Serie zu lesen.
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Nach "Sei Du mir das Messer" hab ich nun diesen Roman von David Grossman gelesen. Und wie schon beim ersten Roman, hab ich mich auch mit dem zweiten schwer getan. Ich werde mit seiner Erzählweise einfach nicht warm. Sicher, er ist ein brillianter Beobachter, liefert Formulierungen, die hier und da auch begeistern können, aber aus meiner Sicht sind das eben nur kleine Highlights. Mich vermag er nicht zu packen oder gar zu fesseln mit seiner Erzählkunst. Daher auch diesmal von mir nur zwei Sterne.
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Ein wunderbarer Roman liegt mit "Der Engel mit den dunklen Flügeln" vor. Mystisch und doch auch zutiefst menschlich, herrlich erzählt mit einer ungewöhnlichen Idee, die fasziniert und fesselt. Ein Buch, das berührt und bewegt, nachdenklich macht und irgendwie auch tröstet. Ein Roman, der die dunkelsten und hellsten Seiten des Lebens beschreibt, der Gewalt und große Liebe umfaßt. Ein Buch, das man mehrmals lesen kann und das mit Sicherheit immer wieder neue Schichten und Aspekte eröffnet. Einfach wunderbar!
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Hochgelobt worden sind "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen und ich stieß so oft auf begeisterte Äußerungen, daß ich schließlich dachte, ich sollte das Buch ebenfalls lesen, da es offenbar tatsächlich gut ist. Nun, leider habe ich Schiffbruch damit erlitten. Mühsam habe ich mich durch etwa die Hälfte des Buches gequält, bis ich mich dann entschlossen habe, es nicht zuende zu lesen. Ich weiß nicht so recht, was daran, anscheinend so viele in Begeisterung versetzt hat. Mich hat es jedenfalls bis zur Hälfte überhaupt nicht packen können. Auch die viel gerühmte "Erzählkunst" von Franzen hab ich so nicht empfunden. Vielleicht ist es bei mir ähnlich wie bei einer anderen Bloggerin, der es wohl ähnlich erging, und es ist/war einfach nur der falsche Zeitpunkt für dieses Buch - obwohl, irgendwie glaub ich nicht, daß es daran liegt. Also, Buch ist zugeklappt und beseite gelegt. Auf zu neuen Ufern.
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