Archiv 2003
05.10.03 - 11.10.2003


11.10.03

178.0 Ljudmila Petruschewskaja: Die neuen Abenteuer der Schönen Helena  vier Sterne

Der Untertitel zu diesem Buch lautet "Märchen für Erwachsene" und es sind wahrhaftige Märchen, die Ljudmila Petruschewskaja hier erzählt - 15 an der Zahl. Kurzweilig, phantasievoll, lehrreich - eben märchenhaft. Eine wahre Freude zu lesen. Höchst empfehlenswert für alle Märchenliebhaber.
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177.0 Michail Bulgakow: Der Meister und Margarita  vier Sterne

Einer der klassischen russischen Romane, neu aufgelegt und als Taschenbuch herausgegeben und dazu von mir bisher noch nicht gelesen, obwohl ich die meisten Russischen Klassiker, die auf deutsch übersetzt worden sind, gelesen habe. Also habe ich natürlich zugegriffen. Bulgakows "Der Meister und Margarita" hat meine Erwartungen erfüllt. Ein prachtvoller Roman, vielschichtig, subtil, spannend, farbenfroh, philosophisch und zutiefst menschlich zugleich, eben ein typischer russischer Klassiker. Solche Literatur bekommt man heutzutage kaum noch in die Hand. Wunderbar und empfehlenswert.
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9.10.03

176.0 Stephen Lawhead: Der Gast des Kalifen  zwei Sterne

Nein, mit diesem Roman hat mich Stephen Lawhead überhaupt nicht fesseln können. Sicher, die geographische Region und die Zeit in der die Handlung spielt sind interessant und könnten schillernder kaum sein, aber Lawhead läßt die Geschichte vor sich hinplätschern und dermaßen vorhersagbar sein, daß mir die Freude am Lesen dieser Geschichte ziemlich bald abhanden kam. Und irgendwie stört mich inzwischen auch, daß bei Lawhead seine Hauptfigur häufig so unglaublich naive Gutmenschen sind. Schade, daß er aus dem an und für sich interessanten Ansatz so wenig gemacht hat.
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7.10.03

175.0 Miriam Kwalanda: Die Farbe meines Gesichts
Mal wieder ein Buch, das ich aus der Wertung herausnehme. Ich bin sehr gespalten, was dieses Buch angeht. Einerseits bewundere ich den Mut dieser Frau, sei es wie sie sich damit im Leben durchgeschlagen hat und dieses Buch zu schreiben. Andererseits kenne ich aus eigener Erfahrung Ostafrika und fürchte, daß die Leser durch dieses Buch den Eindruck bekommen bzw. der schon vorhandene Eindruck verstärkt wird, daß DAS die Situation afrikanischer Frauen ist. Und das ist so einfach nicht wahr. Auch dieses Buch ist wieder nur ein Ausschnitt, nur die Beschreibung eines Lebens eines bestimmten Anteils der Frauen. Ich glaube, was mich stört - und das hat nicht unbedingt mit diesem Buch selber zu tun - ist, daß man in solchen Lebensberichten meistens nur die "Extreme" zu sehen bzw. hören bekommt, das Negative. Es gibt aber kaum mal Literatur bzw. Berichte, wie das Leben in Afrika auch anders aussehen kann. Schade eigentlich. Aber gut, dafür kann ja Miriam Kwalanda nichts und ihr Bericht gibt einen Einblick in die Situation mancher Frauen in Afrika oder sagen wir ruhig in Kenia. Denn gerade was die im Buch angeschnittene Thematik angeht, ist Kenia auf dem afrikanischen Kontinent schon ein Sonderfall. Wie gesagt, ich bin sehr gespalten, was dieses Buch angeht, daher auch keine Wertung wie sonst.
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6.10.03

174.1 Johler & Burow: Gottes Gehirn  zwei Sterne
In meiner Bewertung dieses Romans bin ich ziemlich gespalten. Einerseits finden sich darin äußerst interessante Fakten aus der modernen Forschung in unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen und diese so erklärt, daß auch der Laie durchaus versteht, worum es geht. Und es ist faszinierend, was da so gedacht und geforscht wird. Es ist aber auch erschreckend, wie so oft in der Wissenschaft - alles hat zwei Seiten, eine helle und eine dunkle. Andererseits wird das ganze in eine Rahmenhandlung eingebunden die einfach platt und abstruse ist. Natürlich muß der größenwahnsinnige Wissenschaftler auftauchen, der um seine irren Pläne umsetzen zu können, bedenkenlos morden läßt bzw. selber mordet. Warum ich letztlich dann nur zwei Sterne vergebe ist, weil ich Autoren, die in der Lage sind wissenschaftliche Fakten so aufzubereiten, wie in diesem Roman geschehen, durchaus zutraue, eine intelligentere und bessere Rahmenhandlung zu erfinden als die, die dem Leser hier zugemutet wird. Schade, daß die Autoren die Chance einen echten Knüller zu schreiben vertan haben.
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174.0 Gottes Gehirn
"Das Gehirn hat zehn hoch zehn Neuronen und zehn hoch fünfzehn synaptische Verbindungen. Die Neurophysiologen gehen davon aus, daß die Informationen in den Synapsen gespeichert werden und zwar schätzungsweise ein Byte, also acht Bits pro Synapse. Die Speicherkapazität des Hirns beträgt demnach ungefähr zehn hoch siebzehn Bits. ... Punkt zwei ist die Geschwindigkeit" fuhr Lansky fort. "Sie wissen, die Geschwindigkeit wird gemessen in Flops, also Floating Point Operations per Second. Ein PC schafft derzeit einige Megaflops, das sind," sagte er Jane zugewandt, "Millionen Flops. Der Informatiker Hans Moravec schätzt, daß das Gehirn insgesamt Informationen in der Größenordnung von zehn Teraflops, also zehn Billionen Flops verarbeitet. Das klingt viel und ist auch eine ganze Menge. Aber wenn die bisherige Entwicklungsgeschwindigkeit der Computer anhält - und nichts aber auch gar nichts spricht dagegen -, wird es voraussichtlich bereits im Jahre 2030 möglich sein, eine solche Maschine im PC-Format zu konstruieren. Wie Sie schon sagten, es ist ein äußerst trivales Problem." Aus: Johler & Burow: Gottes Gehirn.
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5.10.03

173.0 Eoin Colfer: Artemis Fowl - Der Geheimcode  drei Sterne
Der dritte Band aus der Artemis Fowl-Reihe. Wieder vergnüglich zu lesen und eine nette Lektüre für einen verregneten Tag, an dem man es sich einfach gemütlich machen will und ein wenig abtauchen. Wie schon die vorangegangenen Bände dieser Reihe, intelligent und phantasiereich geschrieben. Das Ende dieses Bandes weckt beim Leser die Neugier, wie es wohl weitergehen wird mit Artemis Fowl.
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172.0 Anna McGrail: Fräulein Einsteins Universum  vier Sterne
Albert Einstein hatte eine Tochter. Eine Tochter, von der die Welt nichts wußte und erst nach seinem Tod erfuhr. Diese Tochter war weggegeben worden, damit er in Ruhe arbeiten konnte. Der letzte gesicherte Fakt über diese Tochter ist, daß sie mit zwei Jahren an Scharlach erkrankte. Ob sie verstarb oder später zur Adoption freigegeben wurde, konnte nie geklärt werden.
Anna McGrail nun macht sich daran, das (fiktive) Leben dieser Tochter zu erzählen. Die Idee, die hinter diesem Roman steckt, finde ich recht interessant. Die Mischung von Fakten und Fiktion ebenfalls. Der Gang durch das 20. Jahrhundert und die Entwicklungen in der Wissenschaft - hauptsächlich natürlich der Physik - ist hochinteressant. Manchem Leser mag es unwahrscheinlich oder unrealistisch erscheinen, daß der Gedanke an eine Rache soweit führen kann, wie in diesem Roman beschrieben - doch, es ist möglich und nicht so weit hergeholt, wie es zunächst vielleicht erscheint. Alles in allem ein wirklich interessantes, lehrreiches und spannendes Buch, das ich in einem Rutsch durchgelesen habe.
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