Archiv 2003
07.09.03 - 13.09.2003


13.9.03

166.1 Karin Alvtegen: Die Flüchtige  vier Sterne

Der erste Roman, den ich von Karin Alvtegen gelesen habe, war "Schuld" und dieser Roman hat mir so wenig gefallen, daß ich gar nicht mehr den Versuch unternahm, einen ihrer anderen Romane zu lesen. Bis mir jetzt ihr Roman "Die Flüchtige" geliehen wurde. Also beschloß ich, ihr noch eine zweite Chance zu geben. Wie gut!! Denn dieser Roman ist wirklich klasse. Eine - wie ich finde - sehr originelle Idee, eine überzeugend dargestellte Hauptperson und eine Geschichte, die mich bis zum Ende hin fesselte. Durchaus empfehlenswert!
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12.9.03

166.0 Die Flüchtige
Eines aber hatte sie ihrer Mutter immerhin zu verdanken. In den fast achtzehn Jahren im Fosenström'schen Haus hatte sie sich die beinahe unnatürliche Fähigkeit erworben, die Stimmungslage ihrer Umgebung auszuloten und zu registrieren. Aus purem Selbsterhaltungstrieb hatte sie wie ein lebender Seismograph gelernt, all die Launen und Ausbrüche ihrer Mutter vorauszusehen und ihnen auszuweichen. Das hatte dazu geführt, daß sie nun ein enormes Gespür für die Körpersprache und Signale anderer Menschen besaß.
Aus: Karin Alvtegen: Die Flüchtige
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165.1 Andrej Kurkow: Ein Freund des Verblichenen  zwei Sterne

Nachdem mir Kurkows Romane Picknick auf dem Eis und Petrowitsch recht gut gefallen hatten, bin ich von "Ein Freund des Verblichenen" eher enttäuscht. Altbekannte Geschichte, eher langweilig erzählt und der Witz und der Phantasiereichtum, der die beiden ersten Romane gerade auszeichnete fehlen hier vollkommen. Man kann nur hoffen, daß das nur ein Ausrutscher ist und wir zukünftiger wieder etwas in der Qualität der ersten beiden Romane (oder sogar besseres) von Kurkow zu lesen bekommen.
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11.9.03

165.0 Ein Freund des Verblichenen
Der Herbst ist die Zeit der vergehenden Wärme, der Beginn der Jahreszeit, in der man die vergangene Wärme für den nahenden Winter aufbewahren muß, um nicht zu frieren. Es war Zeit, die Fensterritzen und Balkontüren zu verkleben. Die Zeit, wenn die Natur selber uns noch hilft, über unsere physische und psychische Gemütlichkeit nachzudenken, sie zu pflegen oder zu steigern. Aber was bedeutet der September für uns? Nichts. Wir schweigen, unterhalten uns in Interjektionen. Jeder kocht sich seinen Kaffee allein und brät sich seine Rühreier.
Aus: Andrej Kurkow: Ein Freund des Verblichenen
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10.9.03

164.0 Henning Mankell: Vor dem Frost  fünf Sterne

Sehr gespannt bin ich auf die neuen Romane von Henning Mankell immer, aber diesmal war ich ganz besonders gespannt, denn dies ist ja der erste Roman, in dem nicht mehr Kurt Wallander die Hauptrolle spielt, sondern dessen Tochter Linda, die ebenfalls in den Polizeidienst eintritt und noch vor ihrem offiziellen Antritt in einen neuen Fall verwickelt wird. Und wieder ist es Mankell meiner Meinung und meinem Geschmack nach gelungen einen Top-Kriminalroman vorzulegen. Wunderbar erzählt er, so spannend, daß ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte. Die Thematik, die hinter dem Geschehen steckt, ist durchaus aktuell und paßt in unsere heutige Zeit. Sehr gut gefällt mir aber auch, wie Mankell das Beziehungsgeflecht zwischen Kurt Wallander und seiner Tochter beschreibt und die psychologischen Vorgänge zwischen den beiden bzw. vor allem in Linda ganz nebenbei miterzählt. Alles in allem mal wieder ein echter Volltreffer, den Mankell da gelandet hat.
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8.9.03

163.1 Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht  vier Sterne

"Wilde Reise durch die Nacht" ist eine wunderbare, phantasiereiche Geschichte für groß und klein, die den Leser in ihren Bann zieht und ganz nebenbei auch manche Lebensweisheit vermittelt. Ein wahres Lesevergnügen für einen verregneten Sonntagnachmittag oder wann immer man "abtauchen" möchte.
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163.0 Wilde Reise durch die Nacht
"Das Leben, mein Junge, ist nicht nur eine wilde, schöne Reise. Leben, das heißt auch: dem Tod bei der Arbeit zuzusehen. Das ist das Härteste überhaupt! Das muß man aushalten können."

Aus: Walter Moers: Wilde Reise durch die Nacht.
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