Archiv 2003
17.08.03 - 23.08.2003


21.8.03

159.0 David Grossman: Sei du mir das Messer  zwei Sterne

Ein Roman, der zutiefst aufwühlt, der verstört und nachdenklich macht. Ein Mann "Jair" schreibt Briefe an eine Frau, die er nur gesehen hat. Er will eine platonische Beziehung, die nur auf geschriebenen Worten beruht und kippt seine Seele und zum Teil auch überaus wirren Gedankengänge in diese Briefe. Immer wieder habe ich mich gefragt, wieso sich diese Frau auf diese Sache einläßt, wieso sie sich diesen wirren Briefen aussetzt. Aber auch, was diesen Jair dazu bringt, sich dermaßen zu "entblößen". Zugleich aber wußte ich, daß diese Geschichte bei weitem nicht so weit hergeholt ist, wie sie vielleicht scheint. Schließlich kommt der Punkt, an dem Jair den Briefwechsel abbricht. Ende der Geschichte!, könnte man meinen. Doch nein, nun ist es "Miriam", die Frau, die nicht von diesem Mann und seinen Briefen loskommt, die ihn selbst - in Fleisch und Blut" kennenlernen will. Sie schreibt nun ihrerseits ihre Gedanken und Empfindungen ähnlich einem Tagebuch auf. Der Kontakt zwischen den beiden bricht nicht völlig ab und schließlich als es zu einem dramatischen Geschehen zwischen Jair und seinem Sohn kommt, treffen Miriam und Jair tatsächlich aufeinander. Ja, man muß Grossman zugestehen, daß er einen sehr dichten Roman geschrieben hat. Ein Roman, den ich auf der einen Seite aus der Hand legen wollte, weil er teilweise fast schmerzhaft und verstörend zu lesen ist, auf der anderen Seite weiterlesen wollte, weil es faszinierend war, wie Grossman diese Charaktere geradezu Schicht für Schicht bloßlegt, gnadenlos. Beileibe keine leichte Literatur, aber ich kann durchaus nachvollziehen, warum manche Grossman als großen Literaten bezeichnet haben. Trotzdem vergebe ich nur zwei Sterne, weil ich mich mit diesem Buch doch schwergetan habe.
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20.8.03

158.0 Roland Mueller: Die Töchter des Pflanzenjägers  drei Sterne

Dieser Roman hat mir nicht schlecht gefallen. Zum einen wegen des doch eher ungewöhnlichen Landes, in dem ein Teil der Geschichte spielt (Neuseeland), zum anderen weil die Botanik eine besondere Rolle spielt. Ein Thema, das in Romanen nicht allzu oft auftaucht. Ansonsten ist es eine Mischung aus Abenteuer und "Liebes"roman, wobei letzteres sich durchaus auch auf das immer wieder durchschimmernde Verhältnis zwischen den Töchtern und ihrem Vater beziehen läßt, wobei die Töchter die Liebe des Vaters gewinnen wollen, der Vater aber seine Liebe offenbar nur den seltenen Blumen, die er sucht, zuwenden kann. Und klar gibt es auch eine "echte" Liebesgeschichte, die im Roman eine Rolle spielt, aber ich fand diesen Erzählstrang nicht so interessant wie den, der sich auf das Verhältnis zwischen Vater und Töchtern bezieht. Das Buch ist flüssig geschrieben und ist leicht zu lesen.
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18.8.03

157.0 Eoin Colfer: Artemis Fowl - Die Verschwörung  drei Sterne

Der zweite Artemis Fowl-Band hat mir noch ein wenig besser gefallen als der erste. Diesmal ist Artemis Fowl gezwungen, mit den Unterirdischen zusammenzuarbeiten, aber auch diese sind auf seine Hilfe angewiesen und so kommt es zu einer unerwarteten Allianz, die am Ende aber auch zum Erfolg führt. Sehr interessant fand ich in diesem Band auch die persönliche Weiterentwicklung von Artemis Fowl. Genau die richtige Lektüre am Wochenende.
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