Archiv 2003
11.05.03 - 17.05.2003
16.5.03 11.5.03
Der Roman führt in die Zeit als die sogenannte "biblische Archäologie" begann. Erzählt wird die Geschichte des zum Christentum konvertierten Juden Moses Wilhelm Shapira, der ins Heilige Land kommt und beschließt Archäologe zu werden. Bald jedoch gerät er in den Verdacht gefälschte antike Fundstücke anzubieten. Als er schließlich Schriftstücke mit den Zehn Geboten findet und sie den großen Museen anbietet, glaubt ihm niemand mehr. Sein ärgster Widersacher ist ein Franzose und Shapira steigert sich in einen Haß diesem Mann gegebenüber. Tatsächlich plant er ihn schließlich verzweifelt umzubringen. Doch es kommt anders. Shulamith Lapid erzählt diese Geschichte mit großer Sachkenntnis und hat auch die Situation von Juden, Christen und Konvertiten zur damaligen Zeit in Jerusalem sehr gut recherchiert. Trotzdem, so mühselig und zäh sich die Geschichte für die Hauptfigur entwickelt - oder eben nicht entwickelt, so mühsam habe ich mich ebenfalls durch den Roman gequält. Es geht und geht einfach nicht voran, die Handlung bleibt seltsam eintönig, die Schwermut und Zerrissenheit der Hauptfigur, übertrug sich geradezu auch auf mich als Leser. Aber vielleicht ist das ja eigentlich schon wieder als positiv zu werten, daß es Lapid gelungen ist, diesen Zustand so dicht zu beschreiben, daß man sich dem als Leser schwer entziehen kann.
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Der Schrein erzählt eine Geschichte, die auf zwei Zeitebenen spielt - Vergangenheit und Gegenwart. In der Gegenwart, wird bei Restaurationsarbeiten hinter einem jahrhundertealten Altarbild ein verborgenes seltsames Bild entdeckt, das einen Mönch, eine Nonne und ein Kind zeigt. Auf der Zeitebene der Vergangenheit wird die Geschichte dieser drei Figuren erzählt. Ein interessantes Buch, das Themen wie Religiosität, Ketzertum, Abtreibung, Liebe aufgreift und zwar um 900 n. Chr. herum, aber auch in der Gegenwart. Besonders gut gelingt es der Autorin, dem Leser eine Ahnung zu vermitteln, wie es in einem Kloster zu Beginn des Mittelalters zuging, mit welchen Problemen man zu kämpfen hatte und wie schnell in einer solch abgeschlossenen Gemeinschaft auch Fanatismus, Ketzerei und aufrichtiger Glaube und die Suche nach Antworten auf Fragen, die die Menschen bewegten nebeneinander existieren konnten, bzw. wie es zu Konflikten deswegen kam und wie die damaligen "Lösungen" aussahen.
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