Archiv 2003
27.04.03 - 03.05.2003
3.5.03 1.5.03 29.4.03
Der letzte Roman von Banana Yoshimoto, den ich gelesen habe, war Amrita und dieser Roman war eher eine Enttäuschung für mich. N.P. hatte ich schon hier liegen, habe das Lesen aber hinausgeschoben - bis jetzt. Zum Glück ist N.P. wieder deutlich besser als Amrita, ja er zählt unter den Romanen, die ich bisher von Banana Yoshimoto gelesen habe, sicher zu den besten. Sehr interessant Geschichte und Charaktere, wie ein kleiner Mikrokosmos ihrer anderen Romane. Sie schafft es wirklich das Lebensgefühl junger Japaner in ihren Romanen einzufangen. Kein Wunder, daß sie ein Idol für die Jugend in Japan geworden ist. Bei den sowieso schon sehr hohen Selbstmordraten unter japanischen Jugendlichen bleibt aber zu hoffen, daß ihre Verehrung für Banana Yoshimoto nicht soweit geht, daß sie sich die häufig eine große Rolle spielende Todessehnsucht der Romanfiguren von Yoshimoto nicht ebenso zu eigen machen, sondern vielmehr die Botschaft des Romans N.P. begreifen und als Ansporn nehmen. Daß nämlich jeder sein Leben, so lebt, wie er es selbst für richtig hält.
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126.1 N.P.
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Man verliebt sich, man trennt sich, oder der Tod scheidet einen, und dann, mit den Jahren, kommt einem allmählich alles gleich vor, was um einen herum passiert. Gut oder Böse - man kann einfach keinen Unterschied mehr erkennen. Man fürchtet höchstens die schlechten Erinnerungen, die sich anhäufen. Ach, wenn doch bloß die Zeit stehenbliebe, wenn doch nur der Sommer nie zu Ende ginge ... mir wird alles zuviel!
Aus: Banana Yoshimoto: N.P.
126.0 N.P.
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Jemanden kennenzulernen ist schön. Besonders, wenn Sommeranfang ist, es sich um einen sympathischen Menschen handelt, der urplötzlich da ist, wie ein Neuer in der Klasse, mit dem man sich auf Anhieb gut vrsteht, den man noch dazu von früher kennt und der in der Nähe wohnt. Und ganz besonders, wenn man selbst auch noch Zeit hat, das heißt weder feste Urlaubspläne noch einen festen Freund. Perfektes Timing sozusagen.
Aus: Banana Yoshimoto: N.P.
125.0 Boris Akunin: Türkisches Gambit 
Nachdem mir Boris Akunins Roman Fandorin so gut gefallen hat, wollte ich unbedingt, den nächsten Fall in dieser Krimi-Reihe lesen. Leider fällt "Türkisches Gambit" für mein Empfinden gegenüber dem ersten Fall extrem ab. Die Handlung spielt während des Krieges Rußlands mit der Türkei 1877. Fandorin ist als Geheimagent unterwegs, trifft auf Warja, die eigentlich zu ihrem Bräutigam will, der als Freiwilliger dient. Dann geschieht lange nicht viel, außer großer Gelage, Glücksspiele, Duellen, etc. Zwischendrin mehrfache Versuch eine Stadt einzunehmen, doch die Türken wissen sich zu wehren, ja scheinen zu wissen, was für eine Strategie geplant war. Natürlich ein Verräter, ein Spion muß im russischen Lager sein. Genau, hier kommt dann Fandorin ins Spiel. Doch auch der bewegt sich seltsam teilnahmslos durch die Geschichte, abgesehen von einigen wenigen Malen, wo er wie aus dem Nichts plötzlich mit Ermittlungsergebnissen aufwarten kann, alles uuuungeheuer geheimnisvoll, so geheimnisvoll, daß es schon fast wehtut. Auch die Sprache im Buch, ist mir diesmal im Gegensatz zum ersten Band der Reihe eher negativ aufgefallen. Nein, es tut mir leid, aber dieser Band in der so hochgelobten Fandorin-Reihe ist bei mir ziemlich durchgefallen. Um des ersten so gelungen Krimis willen, werde ich aber auch den nächsten Band in dieser Reihe lesen und hoffen, daß er wieder an die Qualität des ersten Bandes anknüpfen kann.
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Bis zum Ende des Buches habe ich mich gefragt, womit ich es bei diesem Roman zu tun habe? Ein Katzenroman? Ein Krimi? Eine Lovestory? Es ist wohl ein Mix aus allem. Erwartet hatte ich einen Katzenroman ähnlich wie die Felidae-Krimis. Doch an diese kommt "Ruhe in Fetzen" bei weitem nicht heran. Sicher, einige Katzen - insbesondere natürlich "Mrs. Murphy" spielen eine gewisse Rolle, aber sie sind nicht die Träger des Romans. Hier und da kommen sie mal zu Wort, wenn sie sich untereinander bzw. mit anderen Tieren unterhalten oder versuchen den Menschen etwas mitzuteilen. Die ganze Geschichte spielt in einer Kleinstadt, in der scheinbar jeder jeden kennt und man nur weil man zufällig Nachbarn ist, einander freundlich zu begegnen versucht. Ein Fremder aus der Stadt zieht in diese Kleinstadt, kurz darauf geschieht ein erster Mord und der Verdacht fällt natürlich auf den Neubürger. Ansonsten erfährt man viel über den Tratsch und das privilegierte Landleben. Teilweise fühlte ich mich direkt an Rosamunde Pilchers Romane erinnert. Es bleibt nicht bei dem einen Mord, die Ermittlungen kommen nicht voran, bis wieder ein Fremder in die Stadt kommt, eines der Opfer identifizieren kann und dann überschlagen sich die Ereignisse. Die Katze plus andere Tiere haben ihren großen Auftritt bei der Überwindung des Täters ... tja, und das war es dann. Ich muß gestehen, dieser Krimi hat mich nicht wirklich packen oder fesseln können.
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"Das Pesttuch" ist der Debüt-Roman der mehrfach ausgezeichneten Journalistin und Sachbuchautorin Geraldine Brooks und wurde bei seinem Erscheinen recht umjubelt. Das, sowie das an und für sich interessante Thema lockten mich. Leider hat der Roman meine Erwartungen überhaupt nicht erfüllt. Ich weiß nicht mal genau, warum ich nicht richtig warm damit geworden bin und zum Ende hin nimmt die Geschichte auch eine Wendung, die für mein Empfinden einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen bzw. konstruiert ist. Daher von mir nur zwei Sterne für diesen Roman.
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