Archiv 2003
30.03.03 - 05.04.2003
5.4.03 1.4.03 31.3.03
Michael Moore ist in aller Munde. Zum einen wegen seiner Dokumentation "Bowling for Columbine", zum anderen wegen seiner Worte gegen den Irak-Krieg bei der Verleihung des Oscars. Sein Buch "Stupid White Men" ist ebenfalls auf großes Interesse gestoßen und so hat es auch mein Interesse geweckt. Wer immer noch glaubt, Amerika sei eine Art Paradies auf Erden" dürfte von diesem Irrglauben spätestens nach der Lektüre dieses Buches geheilt sein. Schonungslos legt Moore den Finger auf diverse wunde Punkte, legt Mißstände bloß und prangert an. Auf jeden Fall erfährt der Nichtamerikaner eine ganze Menge Hintergrundinformationen, die einem die Haare zu Berge stehen lassen, zugleich aber auch die Frage aufwerfen, was ein Pendant zu Michael Moore wohl aufdecken könnte, würde es ein ähnliches Buch über das eigene Land (in meinem Falle Deutschland) schreiben. Der Stil, den Moore gewählt hat, um die Mißstände anzuprangern, ist ein ungewöhnlicher, was zum einem sicher der Grund dafür ist, daß viele dieses Buch mit Interesse und ohne größere Schwierigkeiten lesen dürften, die ähnlich motivierte Bücher sonst wohl nur mit der Beißzange anrühren und gewiß nicht lesen würden. Gleichzeitig dürfte sein Stil des Sarkasmus und der Ironie nicht jedem liegen und manchen Leser abschrecken oder aber zu der Annahme verleiten, daß es so schlimm doch gar nicht sein kann und daß Moore in seiner Darstellung der Zustände übertreibt (was er keineswegs tut). Ich persönlich mag die Art Humor oder Witz, der stellenweise im Buch auftaucht und hatte von daher wenigstens ab und an etwas zu grinsen, auch wenn die reinen Fakten im Buch alles andere als zum Grinsen sind. Auf jeden Fall gewährt das Buch einen interessanten Einblick in das heutige Amerika, fern von den sonst üblichen Klischees und von einer Perspektive aus, die selten zu finden ist - zumindest wenn es um Amerika geht. Inwieweit die Hauptbotschaft des Buches beim Leser ankommt, bleibt abzuwarten.
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Nachdem ich bereits einige Auszüge aus diesem Buch online gelesen hatte, war ich gespannt darauf den Roman nun komplett lesen zu können. Er ist anders, als ich ihn erwartet hatte, aber er bzw. die Protagonisten - Lucas, die Motorrad-Mechanikerin, die von einem Geheimnis umgeben ist und Natascha, die Journalistin, die gerade umgezogen, eher zufällig Lucas kennenlernt und versucht, das Geheimnis um Lucas zu lösen - fesseln. Es ist nicht so sehr die Handlung, die mich gefesselt hat. Was fesselte war eine eigentümliche Melancholie, ja fast Trostlosigkeit, die beide Figuren umgibt. Beide "funktionieren" mehr schlecht als recht, scheinen aber in keinster Weise irgendwelche Wurzeln zu haben, geerdet zu sein. Die Sehnsucht danach, die Sehnsucht nach Nähe, echter Begegnung scheint bei beiden vorhanden, findet aber nicht wirklich einen dauerhaften Weg hinaus. Zu sehr überstrahlen Ereignisse und Erleben aus der Vergangenheit beider Leben. Irgendwie losgelöst, fast unbeteiligt analysieren und nehmen sie ihre Umgebung, Geschehnisse und andere Menschen wahr, immer mit einem innewohnenden Mißtrauen, einer seltsamen Distanz. Kopfmenschen, vielleicht gezwungener Maßen, vielleicht sogar daran leidend, aber nicht in der Lage sich davon zu lösen. Selbst als das Geheimnis um Lucas gelöst wird, scheint das nicht wirklich etwas zu ändern. Die beiden sind verwundete Menschen, die versuchen, ihren Weg im Leben zu finden, einen Ausweg zu finden aus dem Gefängnis der Erinnerungen. Und letztlich bleibt am Ende offen, ob sich wirklich dauerhaft etwas geändert hat, ob es einen Ausweg für die beiden gibt. Auf jeden Fall ein Roman, der sich abhebt von der Masse, damit aber auch angreifbar ist - je nachdem, wie der jeweilige Leser sich auf ihn und seine Erzählweise einlassen kann und will. Wer auf Romantik, heile Welt und Auflösung aller Probleme hofft, wird enttäuscht sein, aber so ist eben auch das Leben nicht - meistens jedenfalls.
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Nein, dieser Roman aus der Carl Hamilton-Reihe hat mich nicht überzeugen können. Langatmige Verhandlungen zwischen Geheim-, Nachrichten und ähnlichen Diensten, die Beschreibung der politischen Verhältnisse kurz vor einer Wahl in Schweden, der Putsch gegen Gorbatschow, ein wenig Gadhafi und Saddam Hussein dazu, gewürzt mit skrupellosen Russen, die Atomwaffen verkaufen wollen - an Araber - echte Handlung erst nach weit über der Hälfte des Buches und dann äußerst drastisch und blutig - ach ja und natürlich die private Lage des Protagonisten. Alles in allem nicht völlig uninteressant aber verglichen mit anderen Bänden aus dieser Reihe, der für meinen Geschmack bisher am wenigsten überzeugendste Kriminalroman.
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