Archiv 2003
16.03.03 - 22.03.2003


18.3.03

114.0 Medea und ihre Kinder
Georgi stieg auf den höchsten Punk des Grundstücks seiner Tante, wo wie ein Wachturm das vom verstorbenen Mendez gezimmerte Toilettenhäuschen emporragte, ging hinein und setzte sich ohne die geringste Notwendigkeit auf den blankgescheuerten Holzsitz. Er sah sich um. Dort stand der Eimer mit Asche samt der abgebrochenen Schöpfkelle, an der Wand hing das ausgebleichte Pappschild mit der Benutzungsordnung für die Toilette, geschrieben noch von Mendez mit dem ihm eigenen naiven Witz. Sie endete mit den Worten: "Wenn du gehst, sieh dich um, ob auch dein Gewissen rein ist."
Aus: Ljudmila Ulitzkaja: Medea und ihre Kinder
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17.3.03

113.0 Das Geheimnis der Konkubine  vier Sterne

Auch der vierte Fall, den Sano Ichiro zu lösen, hat mir gut gefallen. Gewohnt gut recherchiert was das historische und kulturelle Umfeld angeht. Dazu spannend geschrieben, so daß man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Mir persönlich waren in diesem Roman allerdings etwas zuviel "erotische" Anteile. Da sich diese Anteile von Roman zu Roman zu steigern scheinen, macht sich langsam aber sicher der Eindruck breit, daß die japanische Gesellschaft zur damaligen Zeit fast nichts anderes im Kopf hatte, zumindest die herrschende Klasse. Insgesamt aber läßt Rowland auch in diesem Roman keineswegs in ihrer hohen Erzählerqualität nach, was Lust weckt auf den nächsten Fall von Sano Ichiro. Sehr interessant war in diesem Band auch, die persönliche Weiterentwicklung von Sano Ichiro, der endlich heiratet und sich damit auseinandersetzen muß, eine junge Frau bekommen zu haben, die ihre ganz eigenen Vorstellungen von einer Ehe hat.
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