Archiv 2003
23.02.03 - 01.03.2003
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Wie ich finde eine interessante Webpage ist Autorenfoto, die einem die Gesichter hinter den Büchern zeigt. Außerdem schön in blau gehalten, was bei mir ja eh immer noch einen zusätzlichen Pluspunkt gibt. :)
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Eines Tages brachte der Postbote ein Päckchen von Amazon. Ich erwartete ein Päckchen von Amazon. Ich packte das Päckchen aus und starrte verwundert auf den Einband des Buches darin. Das war aber nicht das Buch, das ich bestellt hatte. Bald stellte sich heraus, daß eine Freundin mir das Buch "Jacke wie Hose" von Rita Mae Brown geschickt hatte, mit dem Hinweis, dies sei wohl ihr bestes Buch bisher. Nun gut, erstmal waren noch andere Bücher dran, aber jetzt hab ich es gelesen und ich kann sagen, dieses Buch hat mir gefallen. Besser als die beiden Bücher, die ich vorher von Rita Mae Brown gelesen habe. Ein wunderbarer Roman über zwei Schwester oder/und drei Freundinnen oder/und die Bewohner einer Kleinstadt in Amerika. Rita Mae Brown läßt die Geschichte, das Leben, dieser Menschen vor dem Leser abrollen und erzählt es auf eine Art und Weise, die den Leser hineinzieht in diese Geschichte, ihn sich mitfreuen und mit den Figuren mitleiden läßt. Alle Höhen und Tiefen, die das Leben bereithalten kann, kommen vor und über allem der unbändige Lebenswille dieser Figuren, die Lust und Freude am Leben und die Freundschaft und Liebe, die die Figuren miteinander verbindet, immer wieder "gewürzt" mit Lebensweisheiten, die wohl nur eine solche Einstellung zum Leben hervorbringen kann. Man ist geneigt, sie um diese starken Bande der Liebe und Freundschaft zu beneiden. Man wünscht sich, man wäre Teil einer solch eingeschworenen Gemeinschaft, in der Platz ist für die Stärken und Schwächen der einzelnen Menschen. Die Dialoge, der Humor, der immer wieder durchblitzt, haben mir besonders gut gefallen. Witzig, spritzig, manchmal ein wenig makaber, ironisch oder bissig, aber immer so, daß durchscheint, hier sind sich Menschen zutiefst vertraut und wohlgesonnen.
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111.0 Jacke wie Hose
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Zuweilen kann die bloße Form einen retten, bis man einen Ausweg findet.
Moral ist schrecklich bequem, solange was zu essen auf dem Tisch steht.
Die Zeit mag zwar Wunden heilen, aber sie löscht die Erinnerung nicht aus. Wenn die Liebe stark ist, kann ein Freund zwar sterben, aber der Überlebende setzt die Beziehung fort.
Ich wurde mit dem Wahlspruch erzogen: 'Es gibt tausend Gründe für eine Niederlage, aber keine einzige Entschuldigung.' Alle Chalfontes sind damit aufgewachsen. Wenn jemand versagte, hab ich ihn verachtet. Durch dich habe ich gelernt, daß Erfolg nicht von außen kommt, daß es ein inneres Leben gibt, ein Leben, das tiefer ist als der Intellekt. Wer sich dazu bekennt, mag unter Umständen in der Außenwelt versagen.
Wenn wir uns so sehen, wie wir sind, fangen wir vielleicht an, uns zu bessern. Humanismus besteht jedenfalls nicht darin, daß man Illusionen kultiviert.
Engel können fliegen, weil sie sich selbst leichtnehmen.
Aus: Rita Mae Brown: Jacke wie Hose
In diesem Fall habe ich aufrichtig bedauert, daß meine "Stern-Skala" nur fünf Sterne hat, denn diesem Roman hätte ich glatte sechs Sterne verliehen, was nun soviel bedeutet, daß er unter den "fünf-Sterne-Romanen" noch herausragt. Für meine Begriffe ein echter Ausnahme-Roman, der es meisterhaft versteht, verschiedene geschichtliche und Zeit-Epochen miteinander zu verknüpfen, dabei hoch intelligent erzählt mit einem Spannungsbogen, der ohne Schwächen bis zur letzten Seite durchgehalten ja immer weiter gesteigert wird. Eine faszinierende Idee, die hier literarisch umgesetzt wurde. Ich lese äußerst selten ein Buch zwei oder dreimal, aber bei diesem Buch hier könnte ich mir das problemlos vorstellen. Und ich hoffe sehr, das wird nicht der einzige Roman bleiben, den wir von Katherine Neville zu lesen bekommen.
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