Archiv 2003
26.01.03 - 01.02.2003
29.1.03
Für Schwester Fidelma habe ich eine kleine Vorliebe und es wurde Zeit, wieder einen neuen Roman mit ihr als ermittelnder Nonne und Daleigh zu lesen. Tremayne versteht es wieder eine spannende Geschichte zu entwickeln. Diesmal ist Fidelma auf dem Weg nach Santiago de Compostella - auf einem Pilgerschiff - als es plötzlich zu einem Mord kommt und sie unversehens dazu gezwungen ist, zu ermitteln. Die Pilgerschar ist alles andere als ein "frommes" Völkchen und so kann eigentlich jeder der mögliche Täter sein und es bleibt nicht nur bei einem Toten. Auch Fidelma gerät in Lebensgefahr, zudem entwickelt sich die Reise selbst auch alles andere als gemütlich. Aus der Fidelma-Reihe einer der bisher spannensten und interessantesten Romane, der die Zeit wie im Flug vergehen läßt.
[link]
104.0 Die Giftköchin 
Nach "Der wunderbare Massenselbstmord", dem ersten Roman, den ich von Paasilinna gelesen habe und der für mich zu den Top-5 der im letzten Jahr gelesenen Bücher zählt, war ich nun sehr auf einen weiteren Roman von ihm gespannt. Erfreulicher Weise konnte ich viel schneller einen weiteren Roman von ihm lesen, da ich dieses Buch hier bei einem adventlichen Literatur-Rätsel-Wettbewerb von Natalie gewonnen habe. Als ich nun nach Finnland fuhr, war klar, daß dieser Roman mit ins Gepäck mußte und ein Teil der Reiseliteratur sein sollte.
Die Giftköchin ist wieder auf die schon von Paasilinna gewohnte sarkastische Weise erzählt und bescherte vergnügliche Lesestunden. An "Der wunderbare Massenselbstmord" kam "Die Giftköchin" allerdings nicht heran. Auf jeden Fall dürfte der Leser nach der Lektüre dieses Romans von Paasilinna, alte Frauen nicht mehr so ohne weiteres als "harmlose Mütterchen" sehen.
[link]
103.0 Roman eines Schicksallosen
Auch diesen Roman will ich nicht mit Sternen bewerten, sondern ihn für sich stehen lassen. Mir ist noch kein Roman über das Grauen in den Konzentrationslagern untergekommen, der auf diese Weise berichtet. Mit einer scheinbaren Leichtigkeit, dem Bemühen der Hauptfigur, in allem und jedem noch einen Sinn, eine Ordnung oder sonst etwas "Positives" zu erkennen. Der Erzählstil ist so gehalten, daß man fast versucht wäre zu vergessen, worüber hier eigentlich tatsächlich berichtet wird - über den Versuch eines jungen Menschen, diese unmenschlichen und tödlichen Lager zu überleben und nach der Befreiung überhaupt als Überlebender sein Leben neu zu leben. Ein berührendes Buch, das sehr nachdenklich macht und wie ich finde zu Recht den Nobelpreis für Literatur erhalten hat. Ein Zeugnis aus einer Zeit und über ein Erleben, zu dem einem eigentlich die Worte fehlen müßten.
[link]