Archiv 2002
24.11.02 - 30.11.2002


30.11.02

79.3 Der wunderbare Massenselbstmord  fünf Sterne

Von Arto Paasilinna hatte ich schon mehrfach gehört, doch bisher nichts von ihm gelesen. Was ich gehört hatte, das hatte mich mehr als neugierig gemacht. Also ich nun von seinem neuesten Roman hörte, beschloß ich, der Zeitpunkt sei gekommen, mich ihm nun zuzuwenden. Ich habe es nicht bereut. Ein wunderbares Buch. Auf eine ungeheuer trockene, dabei humorvolle Art und Weise erzählt er diese unglaubliche Geschichte, voller Wendungen, Verwicklungen und skuriler Figuren, die einem je länger je mehr ans Herz wachsen - immer mit dem Wissen im Kopf, daß sie unterwegs sind zum Massenselbstmord. Die Art des Humors im Buch ist dabei trotz des ja an sich ernsten Themas keinesfalls unangenehm oder übertrieben. Jedenfalls ist es mir schon länger nicht mehr passiert, daß ich beim Lesen eines Buches mehrfach lauthals losgelacht habe, und ich hätte es bei einem Buch mit dieser Thematik sicher auch nicht erwartet. Und ja, "der Tod ist das Allerwichtigste im Leben".
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29.11.02

79.2 Der wunderbare Massenselbstmord

Sechzig Seminarteilnehmer, jeder Zehnte von denen, die auf die Annonce geantwortet hatten, erklärten am Ende ihre feste Absicht, sich umzubringen, und das gemeinsam und gleichzeitig. Die drei Organisatoren waren entsetzt. Helena Puusaari versuchte die Selbstmordlust der Kerntruppe zu bremsen, aber ihr Appell fruchtete nicht. Oberst Kemppainen sah sich gezwungen, die Versammlung, die eine so schicksalhafte Wendung genommen hatte, aufzulösen.
Das Publikum gehorchte nicht. Maßnahmen wurden verlangt. Die allgemeine Meinung war, dass sich die verbliebenen Seminarteilnehmer nicht mehr trennen, sondern als Gruppe zusammenbleiben sollten. Komme, was da wolle, und alle wussten, was kommen würde.
Aus: Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord
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79.1 Der wunderbare Massenselbstmord

Zu ergründen war auch, warum der Mensch in der Stunde seines Freitodes das eigene Heim verließ. Und warum er sich dann trotzdem einen geschützten Ort suchte, wie eben jene alte Scheune. Wollte er unbewußt vermeiden, dass in der eigenen Wohnung Unordnung entstand? Der Tod war ja selten ein besonders schönes und sauberes Ereignis. Der Mensch suchte sich eine geschützte Stelle, damit die Leiche, auch die hässliche, nicht unter freiem Himmel lag und vom Regen durchnässt oder von den Vögeln vollgeschissen wurde.
Aus: Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord
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79.0 Der wunderbare Massenselbstmord

Ein kleiner Zufall hatte zwei ausgewachsenen Mannsbildern das Leben gerettet. Wenn ein Selbstmord missglückt, so ist das nicht unbedingt die traurigste Sache der Welt. Dem Menschen gelingt nicht alles.
Aus: Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord
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28.11.02

78.1 Der Sternenseher  vier Sterne

Ein wunderbarer Roman, der mir ausgesprochen gut gefallen hat. Ein großer Bilderbogen wird hier entworfen, der den Orient und den hohen Norden (Dänemark) miteinander verbindet und die Welt der Astronomie im 17. Jahrhundert auferstehen läßt. Die Philosophie, die Thesen, Religion, Vorurteile all das wird zu einer fesselnden Handlung verwoben. Sehr interessant, nicht zuletzt auch, weil gleichzeitig ein zweiter Erzählstrang in der Gegenwart verläuft, wo ein Archäologe der Geschichte der Hauptfigur auf der Spur ist.
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25.11.02

78.0 Der Sternenseher

Manchmal muß man sich dem Wahnsinn hingeben, um seine eigene Poesie zu finden.
Aus: Jamal Mahjoub: Der Sternenseher
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