Archiv 2002
27.10.02 - 02.11.2002
2.11.02 31.10.02
Karin Fossums neuester Krimi aus der Reihe um Kommissar Sejer hat mich offen gesagt enttäuscht. Kein Vergleich mehr mit der Qualität und Spannung von "Fremde Blicke" oder "Evas Auge". Eher ein Roman, der sich mit der psychologischen Seiten von Einzelgängern und Außenseiten befaßt. Spannung kommt nicht wirklich auf - zumindest bei mir nicht. Ich habe interessehalber mal in die Amazon-Leserrezensionen geschaut und kann die Begeisterung nicht so recht nachvollziehen. Mir erschien die ganze Handlung einfach zu konstruiert, zu durchsichtig, zu klischeehaft und auch das Ende wirkte auf mich einfach nur konstruiert. Kommissar Sejer scheint diesmal eher mit sich und einer gewissen Selbstbespiegelung zu tun zu haben. Stärker tritt sein Kollege Jacob Skarre in Aktion und in den Vordergrund. Seltsam, aber vielleicht sogar realistisch, wirkt der Mikrokosmos der menschlichen Beziehungen, denn die meisten Personen, die auftauchen, laufen sich irgendwann "zufällig" über den Weg. Sejers Enkel Matteo trifft die zwei jungen Männer, Irma ist die beste Freundin von Andreas Mutter, Skarre trifft Irma zufällig beim Einkaufen und trägt ihr noch einen Artikel nach, den sie versehentlich liegen ließ und so kreuzen sich die Leben und Wege und doch laufen alle irgendwie aneinander vorbei. Vielleicht ist aber gerade das, ein Teil der Botschaft, die dieser Krimi trägt.
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"Als der Blues begann" ist ein Roman, der mich sehr berührt und gepackt hat. Es ist die Geschichte einer Familie aus der Sicht der zehnjährigen Maddie erzählt. Zunächst scheint es eine wahre Familienidylle zu sein, doch nach und nach wird deutlich, daß ein dunkles Geheimnis über der Familie schwebt. Ein Geheimnis, daß alles zu zerstören und die Familie auseinanderzureißen droht. Die Kinder der Familie, vor allem aber Maddie, spüren, daß da etwas Geheimnisvolles ist und versuchen hinter das Geheimnis zu kommen. Es ist ein stückweit auch die Geschichte einer Kindheit, die mit den dunklen Seiten des Lebens konfrontiert wird. Wunderbar erzählt, so daß es mir schwer fiel, das Lesen zu unterbrechen. Überhaupt nicht kitschig oder klischeehaft, sondern sehr realistisch und auch psychologisch sehr fein gezeichnet. Wirklich empfehlenswert.
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