Archiv 2002
26.05.02 - 01.06.2002


1.6.02

33.0. Die Maske des Narren

Die neuzeitliche Narrenbewegung nahm, soweit sich das jetzt noch feststellen läßt, 1969 in Südengland ihren Anfang. Zum erstenmal trat sie an einem klaren, warmen Junivormittag in Erscheinung, und zwar in Gestalt von drei Narren, die (mit jener besonderen Neigung zum Paradoxen ausgestattet, die von Anbeginn an kennzeichnend für die Bewegung war) am Eingang des Londoner Towers auftauchten, jener mächtigen, anachronistischen Festung, die das symbolische Herz des britischen Empire darstellt. Die drei kamen - eine zusätzliche Pointe - geradewegs vom Frühgottesdienst in der Kirche St. Bartholomew-the-Great, die Rahere, der Hofnarr von Heinrich dem Ersten, gestiftet hatte. ...
Als der Sommer zu Ende ging, gab es mindestens ein Dutzend dieser Harlekine auf den Londoner Straßen, und auch in Bath und Edinburgh waren sie schon aufgetaucht. In New York wurden die ersten beiden um Weihnachten herum gesichtet, im Sommer darauf fanden sie sich in Venedig, Tokio und Sydney.
Ein Jahr später zu Weihnachtszeit tauchten die ersten tätowierten Harlekine auf. Die eine Gesichtshälfte und die entsprechende Körperhälfte bis hinunter zur Brust waren nicht durch Schminke, sondern durch eine schmerzhafte Tätowierung geschwärzt. Diese geteilten Narren waren die Extremisten der Bewegung, die Radikalsten der Radikalen. Es waren nie mehr als zehn oder zwölf, aber weil sie so auffällig waren, wirkten sie aufreizend, beunruhigend, ja erschreckend. Die anderen Mitglieder dieser modernen Narrenzunft begnügten sich mit einer kleinen rhomben- oder tränenförmigen Tätowierung unter dem linken Auge, ...
Aus: Laurie R. King, Die Maske des Narren
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28.5.02

32.1. Ikufar - Sohn der Wüste  vier Sterne

Ein toller Roman, der den Bogen von Frankreich bis ins von Mythen umwobene Reich der Tuareg im Hoggar spannt. Um die beiden Cousins Paul de Vries und Moussa de Vries entwickelt sich eine Geschichte, die den Leser in eine andere Zeit und Welt entführt, besonders wenn die Geschichte sich dann in die Wüste verlagert. Moussa ist ein Mischling, sein Vater Franzose, seine Mutter eine Tuargai. Sein Cousin Paul dagegen ist Franzose von beiden Elternteilen her. Das Leben trennt die beiden Cousins doch es gibt ein dramatisches Wiedersehen nach vielen Jahren in der Wüste und bis dahin stehen beide Cousins, Paul und Moussa immer wieder vor Zerreißproben. Moussa, der sich unversehens zwischen den Tuareg und den Franzosen stehend wiederfindet und Paul, der sich entscheiden muß zwischen Liebe und Haß und beide müssen überleben in einer Umwelt, die lebensfeindlich ist.
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