Archiv 2002
05.05.02 - 11.05.2002
10.5.02
30.1. Wer hat Angst vorm bösen Wolf| Tief in seinem privaten Universum hatte er einen wunden Punkt. Er hatte die Trauer um Elise nie ausgelebt, sie war gewachsen und gewachsen und dann zu einem schwarzen Loch implodiert, in das er bisweilen hineingezogen wurde. Aus: Karin Fossum, Wer hat Angst vorm bösen Wolf |
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8.5.02
30.0. Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Ich hab mich ja eh schon auf den dritten Krimi mit Kommissar Sejer von Karin Fossum gefreut, aber nach dem persönlichen Flop mit "Orlando", jetzt erst recht. Ich bin (fast) hundertprozentig sicher, daß mich auch der dritte Krimi aus dieser Serie so begeistern wird, wie die ersten beiden. ... Hoff ich doch. ;o))[link]
29.3. Orlando

Nein. Nein, mit diesem Buch habe ich mich einfach nicht anfreunden können, obwohl ich es redlich versucht habe und mich auch tapfer bis zum Ende hindurchgekämpft habe. Die knappen Informationen, die ich vorab zum Inhalt des Romans hatte, hatten meine Erwartungen recht geschürt und das dann in Zusammenhang mit dem Namen Virginia Woolf, von der so viele in den höchsten Tönen schwärmen. Sicher, ich werde mich hüten, ein Urteil über sie als Schriftstellerin abgeben zu wollen, wenn ich nur ein einziges Buch von ihr gelesen habe. Aber dieser Roman animiert mich wahrlich nicht, noch ein weiteres Buch von ihr zu lesen. Jedenfalls nicht so bald. Die Grundidee, die hinter dem Roman steckt ist eigentlich genial, nur was dann letztlich daraus gemacht wurde. Sicher, die Sprache ist reich und sehr detailreich. Letzteres aber vielleicht doch etwas zu sehr, so daß man vor lauter Details und Nebeninformationen ganz schwindlig wird und immer wieder die Orientierung zu verlieren droht. Vielleicht ist das aber auch von der Autorin beabsichtigt. Sicher, mancher Exkurs entbehrt nicht der intellektuellen Tiefe, mancher kluge Satz fällt und die Beobachtungen über Männer bzw. Frauen sind teilweise auch recht zutreffend und interessant. Aber alles wirkt überladen und und unnötig ausschweifend, was sich selbst im Satzbau niederschlägt. Schachtelsätze ohne Ende, die fast wie kleine Labyrinthe wirken. Sicher, auch das mag eine Leistung für sich sein, daß nämlich sie, die Autorin, sich selbst nicht total verloren hat in diesen Sätzen. Andererseits vielleicht ja doch, wundern würde es mich nicht. Allen, die diesen Buch schon gelesen haben und begeistert waren, sei diese Begeisterung von Herzen gegönnt! Mich hat es nicht begeistern können.
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5.5.02
29.2. Orlando| Aber es sollte noch schlimmer kommen. Denn hat die Krankheit des Lesens das System einmal gepackt, schwächt sie es so, daß es zur leichten Beute jener anderen Geißel wird, die im Tintenfaß haust und im Federkiel schwärt. Der unglückselige Mensch verfällt aufs Schreiben. Und während dies schon schlimm genug ist bei einem armen Mann, dessen einzige Habe ein Stuhl und ein Tisch sind, die unter einem undichten Dach stehen - denn der hat am Ende nicht viel zu verlieren -, ist das Elend eines reichen Mannes, der Häuser und Vieh hat, Mägde, Esel und Linnen und gleichwohl Bücher schreibt, über die Maßen beklagenswert. Der Geschmack an alldem verläßt ihn; er wird von glühenden Eisen durchbohrt; von Ungeziefer angenagt. Er würde jeden Penny, den er besitzt, dafür hergeben (dergestalt ist die Bösartigkeit des Keims), ein kleines Büchlein zu schreiben und berühmt zu werden; und doch ist alles Gold von Peru nicht in der Lage, ihm den Schatz einer geschliffenen Zeile zu erkaufen. So fällt er Schwindsucht und Krankheit, anheim, jagt sich eine Kugel durch den Kopf, dreht das Gesicht zur Wand. Es ist gleich, in welcher Haltung man ihn findet. Er hat die Pforten der Todes durchschritten und die Flammen der Hölle gekannt. Aus: Virginia Woolf, Orlando |
29.1. Orlando
| Muß sich der Finger des Todes von Zeit zu Zeit auf den Tumult des Lebens legen, damit es uns nicht zerreißt? Sind wir so geschaffen, daß wir den Tod täglich in kleinen Dosen zu uns nehmen müssen, weil wir sonst mit dem Geschäft des Lebens nicht fortfahren könnten? Aus : Virginia Woolf, Orlando |
29.0. Orlando
Tja, von Virginia Woolf hat wohl schon jeder zumindest gehört und die meisten wohl auch schon etwas gelesen. Ich habe schon viel über sie und ihre Bücher gehört, aber zu meiner Schande muß ich gestehen, ich habe bisher noch nix von ihr gelesen. Nun also "Orlando" ... schaun mer mal.[link]