Archiv 2002
21.04.02 - 27.04.2002


25.4.02

25.0. Evas Auge  vier Sterne

Ich hab mal wieder den Auftakt-Roman zu einer Krimiserien erst nach einem der Folgebände gelesen. Zuerst las ich "Fremde Blicke" von Karin Fossum und war hellauf begeistert. Es war klar, von dieser Autorin wollte ich mehr lesen. Nun also den eigentlich ersten Roman um Kommissar Konrad Sejer: Evas Auge. Auch dieser hat mir wieder gut gefallen, wenn auch nicht ganz so gut wie "Fremde Blicke" was aber meiner Meinung nach nur für die Autorin spricht, wenn der Folgeband sogar besser ist als der Startband. Das ist ja durchaus nicht immer der Fall, wenn einem Auftakt-Erfolgs-Roman, der "Evas Auge" mit Sicherheit ist und war, schnell weitere Serien-Romane folgen. Wie schon in "Fremde Blicke", gefällt mir auch diesmal die Figur des Kommissars und sein Vorgehen und Verhalten ausgesprochen gut. Fantastisch auch, wie Karin Fossum hier die Figur der Eva langsam immer tiefer in die Katastrophe rutschen läßt, fast beiläufig aber mit unerbittlicher Konsequenz! Eine tragische Figur mit der man bis zum Ende eher Mitleid empfindet als Abscheu, obwohl sie einen Mord von unglaublicher Brutalität ausgeübt hat.
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24.4.02

Juppeidu und Juppeida ;o)

Aus Anlaß des Welttages des Buches, hab ich gestern doch glatt ein neues Buch geschenkt bekommen - von der besten aller WG-Genossinnen. *froi* :)) Les ich dann bald und besprochen werden wird's natürlich auch hier.
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23.4.02

Der 23. April: Ein bedeutsamer Tag für die Literatur
Heute jährt sich der Geburtstag von Halldór Kiljan Laxness, dem isländischen Schriftsteller und Nobelpreisträger und zwar zum 100. Mal. Mehr Informationen zu ihm hier.

"To be or not to be", so beginnt der berühmte Monolog des Prinzen von Dänemark in Shakespeares Hamlet, seinem wohl meistgespielten Dramas. Seine Werke hatten große Wirkung auf die nachfolgende Literatur und wirken bis heute nach. Gestorben ist William Shakespeare am 23. April 1616 in Stratfort upon Avon. Sein genaues Geburtsdatum ist umstritten, es wird jedoch der 23. April 1564 angenomen.

Geboren wurde an diesem Tag ebenfalls Vladimir Nabokov.

Und schließlich ist der 23. April auch noch der Todestag von Miguel de Cervantes, dem Schöpfer des berühmten Romans "Don Quixote" und von Inca Garcilaso de la Vega.

Zum 7. Mal jährt sich an diesem Tag nun auch der Welttag des Buches. Seinen Ursprung hat der "Welttag des Buches" in einer katalanischen Tradition, wonach sich die Menschen zum Namenstag des Volksheiligen Sant Jordi (Sankt Georg) Rosen schenken. Auf Initiative der Büchergilde von Barcelona werden seit 1923 auch Bücher verschenkt. Schließlich beantragte Spanien bie der UNESCO, den 23. April zum "Welttag des Buches" zu erklären, was 1995 geschah.
Ich glaube mir gefällt dabei am besten die Idee, daß man sich gegenseitig Bücher schenkt oder sich notfalls an diesem Tag selbst mit einem Buch beschenkt. ;o)

Nachtrag: Bei Boekenworm gibt's ein extra Special zum Tag des Buches.
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22.4.02

24.4. Dienstags bei Morrie  drei Sterne

Kein sonderlich umfangreiches, aber ein bewegendes Buch. Keine gewaltigen Erkenntnisse, aber oft sind es gerade die einfachen, schlichten Wahrheiten, die uns aus dem Blickfeld geraten und an die dieses Buch erinnert. Ein Buch, das zu lesen sich meiner Meinung nach lohnt. Nicht nur für Menschen, die sich bereits im Prozeß der Vorbereitung auf ihr Sterben und ihren Tod befinden oder deren Angehörige und Freunde sondern auch für diejenigen, die glauben noch lange nicht an diesem Punkt zu sein. Ein Buch, das ich mit Sicherheit immer mal wieder zur Hand nehmen werde, um mich an das erinnern zu lassen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Eine Wahrheit will ich aus diesem Buch noch herausgreifen und als Resümee für sich stehen lassen:
"Wenn du lernst, wie man stirbt, dann lernst du, wie man lebt." [link]

21.4.02

24.3. Dienstags bei Morrie

Er [Ted Koppel, Moderator der Sendung Nightline im ABC-TV] erwähnte einen sehr lieben Freund von Morrie, Maurie Stein, ... Sie waren seit Anfang der sechziger Jahre zusammen am Brandeis College gewesen. Jetzt wurde Stein allmählich taub. Koppel stellte sich vor, wie die beiden Männer eines Tages zusammensaßen, der eine unfähig zu sprechen, der andere unfähig zu hören. Wie würde das sein?
"Wir werden Händchen halten", sagte Morrie. "Und eine Menge Liebe wird zwischen uns hin- und herfließen. Ted, wir waren fünfunddreißig Jahre befreundet. Du brauchst nicht zu sprechen oder zu hören, um das zu fühlen."
Aus: Mitch Albom, Dienstags bei Morrie
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24.2. Dienstags bei Morrie

"Das Wichtigste im Leben ist zu lernen, wie man Liebe gibt und wie man sie in sich selbst hereinläßt."
Seine Stimme sank zu einem Flüstern. "Laß sie rein. Wir denken, wir verdienten keine Liebe, wir denken, wenn wir sie reinließen, würden wir allzu weich und rührselig. Aber ein weiser Mann namens Levine hat mal genau das Richtige dazu gesagt. Er sagte: 'Liebe ist der einzige rationale Akt!'"
Aus: Mitch Albom, Dienstags bei Morrie
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24.1. Dienstags bei Morrie

Die Kultur in der wir leben, ist nicht dafür geeignet, daß die Menschen sich mit sich selbst wohl fühlen. Und man muß stark genug sein, um zu sagen: Wenn die Kultur nicht funktioniert, dann paß dich ihr nicht an. Schaff dir deine eigene. Aus: Mitch Albom, Dienstags bei Morrie
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24.0. Dienstags bei Morrie

Jemand machte mich auf dieses Buch aufmerksam. Es ist ein Buch über das, was wirklich wichtig ist im Leben, über Freundschaft und zwischenmenschliche Beziehungen und über das Sterben und Abschiednehmen. Geschrieben hat es der Journalist Mitch Albom über seinen ehemaligen Professor und Lehrer Morrie Schwartz.
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23.5. Geografie der Angst  zwei Sterne

Tja, was schreibe ich als Resümee zu diesem Buch? Es stimmt, Anja Snellman ist wortgewaltig, intellektuell und offenbar auch sehr gebildet, zumindest erweckt die Vielfalt der Themen, die sie so ganz nebenher erwähnt und in mehr oder weniger großen "Exkursen" anreißt, diesen Eindruck. Das wiederum macht das Lesen des Buches einerseits interessant und faszinierend andererseits aber auch anstrengend, weil man natürlich all diese "Sprünge und Nebenpfade" mitverfolgen muß (zumal man ja nie ganz sicher ist, ob nicht einer davon für den weiteren Verlauf der Geschichte von größerer Bedeutung sein könnte.
Ich kann völlig nachvollziehen, daß dieser Roman bei seinem Erscheinen in Finnland die Wogen hat hochschlagen lassen und hitzige Diskussionen ausgelöst hat. Das zugrunde liegende Hauptthema ist die Rolle der Frauen in der finnischen (aber nicht nur dort) Gesellschaft, die Gewalt gegen Frauen. Es ist ein Buch, das sich um das Thema Feminismus dreht, um eine Gruppe Frauen, die am Ende den Spieß umdrehen und sich wehren, bittere Rache nehmen. Wer sich für den Radikalfeminismus erwärmen kann, wird an diesem Roman sicher seine helle Freude haben. Hier und da wird sich wohl jede Frau, die diesen Roman liest wiederentdecken. Ich habe mich gefragt, was wohl ein männlicher Leser denken und empfinden wird (ganz persönlich - aber auch über Frauen und den radikalen Feminismus), wenn er dieses Buch liest - ich habe keinen blassen Schimmer! Wäre aber mal sehr interessant zu hören, was Männer, die das Buch lesen, dazu zu sagen hätten.
Von dem Roman heißt es er sei ein "provokanter Psychothriller" - provokant auf jeden Fall. Psychothriller? Das kann ich persönlich so nicht sehen. Im Gegenteil, ich bin was den "Thriller-" oder "Krimi-Faktor" angeht eher enttäuscht. Nicht nur, daß die ersten zwei Drittel des Buches eher die Lebensgeschichte der Erzählfigur enthalten, auch im letzten Drittel entwickelt sich nur äußerst zäh etwas, was man als "Krimi" bezeichnen könnte. Natürlich, am Ende gibt es viele Leichen, aber es ist alles irgendwie blass, farblos, seltsam entrückt. Echte Spannung kam bei mir während des Lesens an keiner Stelle auf.
Zugute halten kann man dem Roman, daß er sicherlich eine Ahnung davon vermittelt, wie der Normalbürger in Finnland lebt, von der Kindheit über die Schul- und Studienzeit, etc. Andererseits vermute ich, daß man wohl selber in Finnland geboren und aufgewachsen sein muß, um manches was erzählt und geschildert wird, wirklich verstehen und nachvollziehen zu können. Wieder einmal wird auf eine Art und Weise von Finnland und seinen Menschen erzählt, die den Leser fast ein wenig befremdet zurückläßt. Was ist das für ein seltsames Land, was für seltsame Menschen, was für seltsame Bräuche und Denkstrukturen. Finnland ist anders, Finnland ist skurril, Finnland verstehen wohl nur die Finnen wirklich und bis ins Letzte.
Ein Roman, bei dem ich zwischen einer seltsamen Faszination und manchmal fast Abscheu steckte und mir nicht sicher war, lese ich das Buch nun zuende oder nicht.
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