Archiv 2002
24.03.02 - 30.03.2002


29.3.02

16.3. Zeit zu sterben  drei Sterne

Finnland ist anders. Die Finnen sind anders. Das Leben in Finnland ist anders. Folglich sind auch die Bücher von finnischen Autoren und ihre Geschichten anders. So ist es auch mit diesem Buch. Es hat eine eigentümliche Atmosphäre, die Geschichte entwickelt sich langsam aber unaufhaltsam. Säde ist Therapeutin in einem Frauenhaus. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte auch erzählt. Ich fand es interessant, daß in so einem Krimi das Thema Gewalt gegen Frauen aufgegriffen wird und wie es dann nach und nach entwickelt wird. Der erste Mord geschieht fast zufällig, der zweite Mord fast ebenso, man könnte fast sagen ungewollt, der dritte Mord schließlich erfordert schon etwas mehr eigenen Einsatz. Parallele dazu immer wieder die Entwicklungen im Frauenhaus, Erkenntnisse über die Gründe, warum bzw. wann die Männer gegen ihre Frauen gewalttätig werden (Haben z.B. die Eishockey-Teams alle ihre Spiele am Wochenende gewonnen, gibt es weniger Prügel als im gegenteiligen Fall) und schließlich eine Liebesgeschichte, die unter den denkbar ungünstigsten Voraussetzungen ihren Anfang und Fortgang nimmt. Das Ende schließlich präsentiert noch eine Überraschung. Ein Buch, bei dem ich hin und her gerissen bin, wie ich es nun fand. Es hat einen ganz eigenen Reiz. Es entsteht eigentlich keine große Spannung, die einen sozusagen mitreißt, aber doch soviel, das man weiterlesen will, weil man wissen will, ob die Morde nun aufgeklärt werden oder ob es noch zu weiteren Morden kommt. Das Ende trotz der Überraschung fand ich persönlich eher unbefriedigend, seltsam .... eben "anders" als man es sonst von einem Krimi gewöhnt ist. Aber das ist ja auch kein Wunder, denn schließlich ist es eine finnische Autorin und spielt der Roman in Finnland und da ist eben manches anders. ;o)
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27.3.02

16.2. Zeit zu sterben

Sirpa kicherte nervös und nahm sofort die Hand vor den Mund. Sie hatte gelernt, über Ari nicht zu lachen. Ich gickelte mit, um ihr Mut zu machen. Wenn sie erst einmal über Ari lachen konnte, lernte sie eines Tages vielleicht, sich zu behaupten.
Aus: Leena Lehtolainen: Zeit zu sterben

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25.3.02

16.1. Zeit zu sterben

Irja Ahola war tot. Ihr Mann hatte ihr den Schädel eingeschlagen, mit einem Schürhaken.
Ich war wütend und traurig, aber nicht überrascht.
Aus: Leena Lehtolainen: Zeit zu sterben

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16.0. Zeit zu sterben

Wieder ein absoluter "Neuling" den ich hier lese. Leena Lehtolainen ist, wie man ihrem Namen unschwer ansehen kann, Finnin. Geboren 1964 lebt sie heute in Helsinki. Ihren ersten Roman mit der Anwältin und Kommissarin Maria Kallio veröffentlichte sie 1994. Inzwischen sind 8 Romane insgesamt veröffentlicht. Zeit zu sterben ist der erste ihrer Romane, der ins Deutsche übersetzt worden ist.
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