Archiv 2002
17.03.02 - 23.03.2002


21.3.02

15.3. Fremde Blicke  fünf Sterne

Das erste Buch, das ich von Karin Fossum gelesen habe. Ich gebe zu, sie hatte von vornherein schon einen kleinen Stein bei mir im Brett, kommt sie doch aus Norwegen. ;o) Aber ich habe mich dann doch schnell wieder um Objektivität bemüht. ;o) Und dann sog mich dieses Buch geradezu auf. Sehr dicht erzählt, mit immer wieder neuen Wendungen und eine Spannung, die sich nicht nur langsam immer mehr aufbaut, sondern zwischendrin durch geschickt eingeflochtene Details immer wieder spitze Ausschläge zeigt. Fossum spielt geradezu mit einem als Leser führt zur Entspannung nur um einen dann im nächsten Moment wieder durch die Enthüllung eines weiteren Details zu schocken. Mögliche Täter gibt es reichlich, so daß man zwar Ahnungen entwickelt, dann aber im weiteren Verlauf des Romans feststellt, die Ahnung war wohl doch nicht richtig und weiter geht das große Raten. Absolut empfehlenswert! Ich werde auf jeden Fall bald den Roman mit dem ersten Fall von Kommissar Sejer lesen, denn schon der zweite Krimi in dieser Reihe - eben "Fremde Blicke" - bezieht sich immer mal wieder darauf und die Grundlage hätte ich dann gern, bevor ich den dritten Fall lese. :))
Übrigens, Kommissar Sejer ist mir (bisher) ausgesprochen sympathisch - mehr als die Kommissare Wallander und Van Veeteren - obwohl die natürlich auch nicht schlecht sind ... ist halt Geschmackssache und über den läßt sich bekanntlich trefflich streiten. *g*
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20.3.02

Henrik Ibsen

Heute hätte er Geburtstag gehabt: der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen. 1828 wurde er als Sohn eines Kaufmanns in Skien geboren. Er sollte Apotheker werden aber Ibsen fühlte sich zum Theater hingezogen und erhielt 1851 eine Anstellung als Bühnendichter und Theaterleiter in Bergen.
1857 übernahm er die Leitung des Nationaltheaters in Oslo, dessen Zusammenbruch im Jahre 1864 ihn in eine wirtschaftlich ausweglose Lage brachte. Seine Werke hatten keine Anerkennung gefunden, er verließ die Heimat und hielt sich über 20 Jahre in Italien und Deutschland auf.
Dort entstanden verschiedene Stücke, die bei ihrem Erscheinen Begeisterung auslösten, aber auch Entrüstung.
Die Ideendramen "Brand" (1866) und "Peer Gynt" (1867), vor allem aber seine realistischen Gesellschaftsdramen "Nora oder Ein Puppenheim" (1879), "Gespenster" (1881), "Ein Volksfeind" (1882), "Die Wildente" (1884) und "Rosmersholm" (1886), die das Verhältnis von Liebe und Ehe, die Emanzipation der Frau und die Lebenslüge der Gesellschaft zum Thema haben, machten ihn weltberühmt und zum meistgepielten Dramatiker seiner Zeit.
1891 kehrte Ibsen in seine Heimat zurück und starb am 23. Mai 1906 in Oslo. Das bedeutet daß 2006 sein 100. Geburtstag begangen werden wird.
Der ultimative "Ibsen-Link" ist hier zu finden.
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19.3.02

15.2. Fremde Blicke

"Ist sie Ihnen aus irgendeinem Grund unglücklich vorgekommen?"
"Nicht gerade unglücklich. Eher - ach, ich weiß auch nicht. Schwermütig vielleicht."
"Ist das etwas anderes? Schwermütig zu sein?"
"Ja." Halvor blickte auf. "Wer unglücklich ist, hofft noch auf Besserung. Wenn wir aufgeben, setzt die Schwermut ein."
Aus: Karin Fossum: Fremde Blicke

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Litcologne - ein Bericht

Kathy Reichs hat sich auf der Litcologne die Ehre gegeben und Regina Dinter war da und berichtet hier davon!
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18.3.02

Luise Rinser
Die engagierte und bekannte deutsche Schriftstellerin Luise Rinser ist verstorben. Luise Rinser, 1911 in Pitzling/Oberbayern geboren, studierte in München Pädagogik und Psychologie. Nach dem Examen arbeitete sie als Aushilfslehrerin an verschiedenen oberbayerischen Schulen. Sie verweigerte den Eintritt in die NS-Partei und kam 1939 der Entlassung aus dem Schuldienst durch eigene Kündigung zuvor. 1940 erschien ihr erster Roman »Die gläsernen Ringe«, der nach der zweiten Auflage verboten wurde. 1944 wurde sie wegen sogenannter »Wehrkraftzersetzung« denunziert und verhaftet, ihre Hinrichtung wurde nur durch das Kriegsende verhindert.. 1945 bis 1958 arbeitete sie als Journalistin und veröffentlichte mehrere Romane. Sie wurde unter anderem mit der Roswitha-Gedenkmedaille der Stadt Gandersheim und dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR ausgezeichnet. 1984 kandidierte sie für die Grünen für das Amt des Bundespräsidenten. 2001 erschien noch ihr Roman "Bruder Feuer". Sie lebte zum Schluß in Rocca di Papa bei Rom.
noch ein Link:
Das Abenteuer der Tugend : Der antifaschistischen Schriftstellerin zum 90. Geburtstag

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15.1. Fremde Blicke

"Während des Fotografierens warteten die anderen ganz still, nur ein Techniker durchsuchte ein Stück weiter weg den Boden, auf dem jedoch keinerlei Abfälle zu finden waren. Es war eine äußerst idyllische Stelle, an solchen Orten war der Boden normalerweise mit Kronkorken, benutzten Kondomen, Kippen und Schokoladenpapier übersät. Hier fanden sie nichts.
Aus: Karin Fossum: Fremde Blicke

Sowas finde ich klasse geschrieben! "... eine äußerst idyllische Stelle, ..." und man (ich) erwartet nun unweigerlich die Beschreibung der Idylle, stattdessen erfahre ich von Kronkorken, benutzen Kondomen, Kippen und Schokoladenpapier! So wahr, so realistisch und so entlarvend. Ich kann nur wiederholen: klasse!
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17.3.02

15.0. Fremde Blicke

Schon sehr positives über Karin Fossum und ihre Bücher gehört. Nun ist es soweit und ich werde den ersten Krimi von ihr lesen. Zur Einstimmung hab ich erstmal dieses Interview mit ihr gelesen.
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