Archiv 2002
10.03.02 - 16.03.2002


16.3.02

14.2. Die Brandmauer  vier Sterne

Das lange Warten auf "Die Brandmauer" hat sich gelohnt! Ich bin jedesmal neu platt darüber, wie komplex die von Mankell geschriebenen Krimis sind und das, obwohl er einen nach dem anderen nachliefert. Unglaublich auch, daß nach wie vor die Qualität nicht nachläßt. Auch in diesem Krimi geht es wieder rund und es ist nicht einfach zusammen mit der Ermittlungsgruppe um Wallander durch die Fülle von Ereignissen, scheinbaren und tatsächlichen Zusammenhängen, Verdächtigungen und Details hindurchzufinden. So wie die Protagonisten immer wieder mal durch den Schonischen Nebel irren, irrt man mit ihnen auch durch die Ermittlungen, bis sich fast quälend langsam ein Puzzle anfängt zusammen zu setzen. Wallander, schwankt nach wie vor zwischen Selbstzweifeln, Aggression und ohnmächtiger Wut und man kann eigentlich nur Mitleid empfinden mit solchen Ermittlern, wenn das Bild, das hier gezeichnet wird, ein realistisches ist. Es heißt, die Leser "lieben" Wallander - als Figur kann ich das nachvollziehen, aber bei dem Gedanken, so einem "Typ" im tatsächlichen Leben zu begegnen, das dürfte im günstigsten Falle sehr anstrengend sein. Die Thematik um die es diesmal geht, dreht sich um die Welt der Computer, Hacker und der "Verwundbarkeit der Gesellschaft und der Systeme" auf denen die Welt sich heute aufbaut und von denen sie abhängig ist. Tote gibt es reichlich und am Ende als sich klärt, worum es die ganze Zeit ging, lebt von der Schuldigen schon keiner mehr ... oder doch noch? ;o)
Und dann zum Ende hin noch der "Knaller": Linda, Wallanders Tochter, eröffnet ihrem Vater, der sich immer mehr als "ein alter Hund" fühlt, "der keine neuen Kunststücke mehr lernen wird", daß sie sich bei der Polizeihochschule beworben hat und sich entschlossen hat, zur Polizei zu gehen. Damit leitet Mankell ja dann wohl den Wechsel hinüber zur Tochter als Ermittlerin ein. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht, mit Wallander aber auch mit Linda Wallander.
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15.3.02

14.1. Die Brandmauer

"Vorbemerkung des Übersetzers
Der mit schwedischen Verhältnissen vertraute Leser wird in der vorliegenden Übersetzung das in Schweden durchgängig gebrauchte Du als Anredeform vermissen. Es wurde, soweit es sich nicht um ein kollegiales oder freundschaftliches Du handelt, durch das den deutschen Gepflogenheiten entsprechende Sie ersetzt, auch wenn damit ein Stück schwedischer Authentizität des Textes verlorengeht."

Also ein Übersetzer hat natürlich gewisse Freiheiten. Aber "ich" finde, hier ist der Übersetzer zu weit gegangen. Ich finde es nicht gut, daß er das schwedisch übliche "Du" einfach ersetzt hat durch das deutsche "Sie". :( Es ist ein schwedischer Autor, es ist ein schwedischer Roman, er spielt in Schweden, was soll dann da das deutsche "Sie"?
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14.3.02

LitCologne 2002

Alle sprechen von der CeBit. Ich spreche von der LitCologne. ;o)) Seit gestern findet sie in Köln und Umgebung zum zweiten Mal statt. Viele Lesungen, Diskussionen aber auch Theater und Konzerte und das an z.T. ungewöhnlichen Orten, wie der Hauptpolizeiquartier, dem Zoo oder der Philharmonie. Interessantes gibt es da zu entdecken, z.B. das Treffen zwischen Philippe Djian (Schwarze Tage, weiße Nächte) und Michel Houellebecq, der gerade erst mit seinem neuesten Roman "Plattform" für Aufruhr sorgte und ihre Diskussion zum Thema "Sex oder Liebe?". Insgesamt schaut die Liste der teilnehmenden Literaten und Künstler sehr interessant aus. Von Jakob Arjouni, Åke Edwardson, Leon de Winter bis hin zu Zeruya Shalev. Wer irgend kann und in der Nähe wohnt, sollte sich das nicht entgehen lassen!
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13.3.02

13.4. Der Mann, der lächelte

Also die Frage nach der Bedeutung des "wortblind" hat mir doch keine Ruhe gelassen, und nachdem mir auch sonst keiner etwas dazu hat sagen können, hab ich jetzt wo ich mal einen Moment die Zeit dafür hatte, mal im Internet danach gesucht. Gefunden habe ich folgendes:

Wortblindheit: bei – subkortikaler – Schädigung der BRODMANN* Area 39 auftretende Unfähigkeit, einzelne Wörter trotz richtigen Buchstabenerkennens zu lesen (»reine verbale Alexie«); Spontansprache u. Sprachverständnis normal; spontanes u. Diktatschreiben evtl. leicht gestört, Abschreiben gestört.

Hmm... offenbar wird das mit in den Bereich der Legasthenie eingeordnet.
Tja, damit wäre ich der Sache wohl auf der Spur, aber wirklich befriedigen tut mich diese Definition noch nicht. Da bleiben doch noch Fragen offen.
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14.0. Die Brandmauer

Schon Anfang Dezember hab ich mich für dieses Buch in der Bibliothek vor Ort vormerken lassen. Bis Weihnachten hieß es hätte ich es. Höhö... kleiner Scherz am Rande! Jetzt ist es endlich in meine Hände gelangt und nachdem ich "Der Mann, der lächelte" gestern abgeschlossen habe, konnte ich mich gleich übergangslos auf dieses Buch hier stürzen ... versuche ab und an daraus aufzutauchen. ;o)
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12.3.02

13.3. Der Mann, der lächelte  vier Sterne

Henning Mankell schreibt einfach klasse - auch diesen Krimi hier wieder. Besonders gut hat mir gefallen, wie es Mankell gelingt Stimmungen in diesem Buch rüber zu bringen aber auch die Situation von Kommissar Kurt Walander, der sich nach einem Jahr der Depression weil er einen im Dienst einen Menschen erschossen hat, überraschend doch entschließt wieder als Polizist zu arbeiten und aus seiner Lethargie und Depression herauszufinden. Mit dem Thema des illegalen Organhandels und den Schwierigkeiten des Ermittelns in "höheren" oder "feineren" Kreisen greift Mankell ganz aktuelle Probleme moderner Polizei- und Ermittlungsarbeit auf.
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13.2. Der Mann, der lächelte

"... Svedberg hat mit beiden Kindern gesprochen."
"Was meinen die zu den Formulierungen? Ich habe ganz vergessen, Svedberg danach zu fragen."
"Welche Formulierungen?"
"Na, der Brief war doch seltsam abgefaßt."
"Hat Svedberg nicht bei einer Besprechung gesagt, daß Lars Borman leicht wortblind war?"
Aus: Henning Mankell: Der Mann, der lächelte

Ist das nun eine unglückliche Übersetzung oder gähnt mich hier der Abgrund einer Bildungslücke an? Weiß jemand von Euch, was mit "wortblind" gemeint ist?? Für Aufklärung wäre ich äußerst dankbar! :)
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10.3.02

13.1. Der Mann, der lächelte

Nähergekommen sind wir uns in der schweren Zeit, als er mich bei der Scheidung von Mona vertrat. Eines Tages merkten wir, daß etwas vorging, was wie der Beginn einer Freundschaft aussah. Freundschaft entsteht ja oft ganz unerwartet, wie ein Wunder.
Aus: HenningMankell: Der Mann, der lächelte

Tja, das stimmt wohl. Eine Freundschaft entsteht einfach. Man kann sie nicht planen oder erzwingen. Und es ist ein echtes Wunder, wenn eine echte Freundschaft aufwächst. Aufregend und spannend ist es, dabei zuzusehen, wie da etwas wächst und wird und sich vertieft. Schade nur, daß Wunder so selten geschehen, oder oft nicht als das erkannt werden, was sie eigentlich sind und dann mit ihnen so sorglos umgegangen wird. Dabei wollen Wunder einfach nur dankbar empfangen und vorsichtig angenommen sein.
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13.0. Der Mann der lächelte

Das kommt auch nicht so oft vor, daß ich hier einen Stapel an Büchern liegen haben, die ich eigentlich alle am liebsten sofort lesen würde und mich entscheiden muß, welches denn nun zuerst. Also einen Stapel Bücher hab ich natürlich immer hier liegen, aber nicht so viele Bücher, auf die ich mich so freue, sie zu lesen oder auf die ich so gespannt bin, wie zur Zeit. Echt hart, nur immer ein, höchstens zwei Bücher gleichzeitig lesen zu können. ;o) Die Qual der Wahl sozusagen. Andererseits, ist es mir doch lieber so als keinen Lesestoff mehr zu haben oder nur Bücher im Stapel, die man aus irgendwelchen Sachzwängen lesen "muß". :)
Jetzt hab ich mich also erstmal für "Der Mann, der lächelte" entschieden. Das Ganze deswegen, weil ich endlich nach elend langer Vormerkzeit "Die Brandmauer" von Mankell bekommen habe. Gleichzeitig hab ich aber von einer lieben Freundin "Der Mann, der lächelte" zum Geburtstag geschenkt bekommen. Und da dieses Buch zeitlich ja vor der "Brandmauer" liegt, will ich erst das lesen, bevor ich dann als nächstes "Die Brandmauer" lese. Tja, und da ich das entliehene Buch natürlich spätestens in vier Wochen wieder abgeben muß, war jetzt also "Der Mann, der lächelte" dran. Bin gestern schon gut eingestiegen und bisher gefällt es mir gut ... scheint wieder ein echter Mankell zu werden. *s* Und ich hoffe jetzt heute noch ein gutes Stück weiterzukommen mit dem Buch.
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