Archiv 2002
03.02.02 - 09.02.2002
9.2.02
7.5. Leben wär' eine prima Alternative
| Jede Wahrheit ist einfach und längst entdeckt, und doch ist sie uns nur in den guten Tagen zugänglich.
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Schlicht gesagt und wahr. Das Tragische ist nur, daß man die wichtigen Wahrheiten, die Schlichtheit und Einfachheit auch der Gedanken am dringendsten in den schlechten Tagen bräuchte. Lernen muß man es, diese Wahrheiten so zu verinnerlichen, daß sie auch an schlechten Tagen zugänglich sind und bleiben.
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8.2.02
Gnod
Richtigen Lesefreaks wird es ja vermutlich kaum mal passieren, daß sie nicht wissen, was sie als nächstes Buch lesen könnten. Aber falls doch mal, oder falls man herausfinden möchte, welche einem bisher unbekannten Autoren ähnlich wie die eigenen Lieblingsautoren schreiben, der kann mal bei Gnod vorbeischauen. Einer Suchmaschine der besonderen Art.
via Gedankoskop
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7.4. Leben wär' eine prima Alternative
Überall leben Menschen, und im Grunde haben sie die gleichen Probleme. Sie können sich nicht ausleben, ersticken in den verborgenen Kräften, die keine Bestätigung finden. Solange die Menschen nicht genug zu essen haben, hungern sie körperlich. Sind sie aber satt, hungern sie seelisch, weil "der Mensch von Brot allein nicht lebt"! Maxie Wander, Leben wär' eine prima Alternative, DTV, 1994
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7.2.02
7.3. Leben wär' eine prima Alternative
Daß Menschen von Wünschen und Begierden nach Sachen verzehrt werden, ist nicht ihr größtes Gebrechen. Haben wollen und nicht rasch genug bekommen, scheint mir nicht das Hauptproblem. Viel schlimmer ist es, daß sie nichts zu geben haben. Auf eine kurze Formel gebracht: Haben wollen, aber unfähig sein zu geben - das ist das Dilemma" Maxie Wander, Leben wär' eine prima Alternative, DTV, 1994
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7.2. Leben wär' eine prima Alternative
"Warum erzählst du nie von dir"? frag ich Christa.
"Du, das muß ein Defekt sein, ich kann's nicht!"
"Brauchst du's oder brauchst du's nicht?"
"Ich hab meinen Mann!"
Maxie Wander, Leben wär' eine prima Alternative, DTV, 1994
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Interessant, diese Eigenschaft als "Defekt" zu bezeichnen. Ich frag mich, ob das wirklich ein "Defekt" ist. Klar, wenn man nie mit wenigstens einem Menschen darüber spricht, dann vermutlich schon. Aber es gibt ja auch diejenigen, die einfach nicht dieses Bedürfnis haben, jedem der ihnen näher als 2 Meter kommt, die gesamte Lebensgeschichte samt dem jeweiligen Auf und Ab des persönlichen Gefühlslebens auseinanderzusetzen. Wird so etwas heutzutage vielleicht auch deshalb stärker als "Defekt" aufgefaßt oder als "nicht normal" weil es soviel Exhibitionismus gibt, die Talkshows voll sind, in denen auch noch die letzten Intimtäten ins grelle Licht gezerrt und vor einem Millionenpublikum ausgebreitet werden?
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7.1. Leben wär' eine prima Alternative
An Krebs zu denken ist, als wär man in einem dunklen Zimmer mit einem Mörder eingesperrt. Man weiß nicht, wo und wie und ob er angreifen wird!
Maxie Wander, Leben wär' eine prima Alternative, DTV, 1994
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Was für ein eindrucksvolles Bild für den Gemütszustand in dem sich diejenigen befinden, die mit dieser Diagnose konfrontiert werden.
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7.0. Leben wär' eine prima Alternative
Maxie Wander hat in Briefen und Tagebucheinträgen ihre Erlebnisse, Gedanken, Hoch und Tiefs, festgehalten, nachdem sie erfuhr, daß sie Krebs hatte. Auszüge daraus sind in diesem Buch zu finden. Ich bin gespannt auf diese Einblicke.
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6.5. Die schwarze Kathedrale 
Mir hat "Die schwarze Kathedrale" gut gefallen. Ein solider Krimi, mit ausreichend Spannung und vielen Verwicklungen. Was mir ebenfalls in diesem Buch gut gefallen hat, sind die Beschreibungen der psychologischen bzw. inneren Abläufen und Zusammenhängen.
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6.2.02
6.4. Die schwarze Kathedrale
Mittelmäßige Charaktere leben von unechter Aufregung. Sie sind ihnen ein Ersatz für das Geistesleben, das sie nicht haben."
Charles Palliser, Die schwarze Kathedrale, Knaur, 2001
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5.2.02
6.3. Die schwarze Kathedrale
"Glück", sagte er leise, "ist sehr viel mehr als nur die Freiheit von Schmerz."
Charles Palliser, Die schwarze Kathedrale, Knaur, 2001
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6.2. Die schwarze Kathedrale
Er dachte einen Augenblick nach, bevor er sagte: "Ich möchte es mal so ausdrücken: Leidenschaft ist dann im Spiel, wenn das Objekt deiner Leidenschaft dich bitten kann, etwas zu tun, das alle deine moralischen Grundsätze sprengt, und du dich trotzdem dazu bereit erklärst."
Charles Palliser, Die schwarze Kathedrale, Knaur, 2001
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Wenn diese Definition von Leidenschaft für einen anderen Menschen stimmt, dann hat Leidenschaft etwas zutiefst Destruktives.
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4.2.02
6.1. Die schwarze Kathedrale
Die Kirche ist voll von solchen Männern, genau wie die Universitäten. Leute ohne Gefühlsleben, die in intellektueller Hinsicht kühn sind, was ja keine große Kunst ist, aber emotional furchtsam. Charles Palliser, Die schwarze Kathedrale, Knaur, 2001
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Diese Meinung wird einer Figur des Romans, die im Jahre 1881 lebt, in den Mund gelegt, könnte aber auch einer Romanfigur heute, problemlos in den Mund gelegt werden.
Intellektuell kühn sein, ist keine große Kunst? Vor ein paar Jahren hätte ich so eine Aussage noch in Bausch und Bogen vom Tisch gewischt. Heute nicht mehr. Da ist was dran. Mir erscheint es inzwischen und in unserer gegenwärtigen Zeit tatsächlich die größere Kunst, das Emotionale zu bewahren und zu leben.
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6.0. Die schwarze Kathedrale
Edward Courtine, seines Zeichens Historiker und Professor an einem College reist kurz vor Weihnachten 1881 in die Kleinstadt Thurchester. Zum einen, weil er eine überraschende Einladung von seinem ehemaligen Cambridge-Kommilitonen Austin Fickling erhalten hat, zum anderen aber auch, um in der Bibliothek der Kathedrale nach einem Dokument zu forschen, durch das er hofft, die Geschichte König Alfreds von Wessex neu schreiben bzw. einen Gelehrtenstreit über dessen Person lösen zu können. Außerdem hofft er, sich mit den Freund aussöhnen zu können.
In Thurchester werden gerade aufwändige Renovierungsarbeiten an der Kathedrale durchgeführt und dabei wird eine vor 200 Jahren eingemauerte Leiche eines Mannes gefunden. Das stürzt die Stadt, ihre Bewohner und auch Courtine in schwere Turbolenzen. Courtine versucht auch den Mord zu untersuchen und kommt dabei einer Blutfehde auf die Spur, die bis in die viktorianische Gegenwart reicht.
Tja, und ich befinde mich als Leserin schon mittendrin und wandle zwischen dem alten Gemäuer der schwarzen Kathedrale.
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