Archiv 2002
30.12.01 - 05.01.2002


5.1.02

1.4. Owen Meany

Ich weiß jetzt was ein Winterthlon ist. Ein mörderischer Fünfkampf mit den härtesten Wintersportdisziplinen.

"Die erste Disziplin", sagte Dan Needham, "ist irgendwas Gesundes, so was wie Holzhacken - und es gibt Punkteabzug, wenn die Axt dabei kaputtgeht. Dann muß man zehn Meilen in tiefem Schnee laufen, oder dreißig Meilen mit Schneeschuhen. Dann muß man ein Loch ins Eis hacken und - mit der Axt - eine Meile unter einem gefrorenen See durchschwimmen und sich am gegenüberliegenden Ufer ein Loch freihacken, um wieder rauszukommen. Dann baut man ein Iglu - um sich darin aufzuwärmen. Dann kommt das Rennen mit den Schlittenhunden. Man muß eine Gruppe von Schlittenhunden von Anchorage bis nach Chicago hetzen. Dann baut man sich ein Iglu - zum Ausruhen."
"Das sind sechs Sachen", bemerkte Owen. "Ein Pentathlon besteht nur aus fünf."
"Dann laß das zweite Iglu eben weg", erwiederte Dan Needham.
John Irving: Owen Meany, Diogenes, 1992

Na? Wer fühlt sich berufen, mal an einem Winterthlon teilzunehmen? *g* Mir gefällt das Wort "Winterthlon".
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4.1.02

1.3. Owen Meany

Wenn eine Person, die man liebt, unerwartet stirbt, dann verliert man sie nicht auf einmal; man verliert sie über einen langen Zeitraum, Stück für Stück - es kommt keine Post mehr für sie, ihr Geruch verschwindet vom Kopfkissen und selbst aus den Kleidern im Schrank. Ganz allmählich wird man sich der Stücke bewußt, die weg sind. Und wenn der Tag kommt, an dem einem ein ganz bestimmtes Stück fehlt, so daß man von dem Gefühl, daß sie jetzt fort ist, für immer, ganz überwältigt ist - dann kommt ein neuer Tag und ein neues Stück, das einem ganz besonders fehlt.
John Irving: Owen Meany, Diogenes, 1992

Das, kann so nur schreiben, wer eine solche Situtation selbst schon erlebt und durchgemacht hat. Wunderbar, wahr und traurig zugleich. Aber vielleicht vermittelt ein solcher Text auch denen, die von solchen Verlusten bisher verschont geblieben sind, etwas mehr Verständnis für diejenigen, die sich nach dem Verlust eines lieben Menschen, jedem Tag neu stellen müssen, wohl wissend, daß sie an diesem Tag wieder ein neues fehlendes Stück bemerken und den Schmerz und die Trauer fühlen werden. Es ist ein Kampf, es ist harte Arbeit, sich diesen Tagen, dem Verlust, der sich in fehlenden Stücken zeigt und in Erinnerung bringt, und dem Schmerz jeden Morgen neu zu stellen.
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3.1.02

A.L. Kennedy

Hat jemand von Euch schon Bücher von A.L. Kennedy gelesen? Speziell "Gleißendes Glück" und "Einladung zum Tanz"? Würde mich interessieren, wie Euch die Bücher von Kennedy gefallen haben?
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Anmerkungen

So, nachdem bereits mehrere Leute nachgefragt haben, ob man denn hier im Litblog auch die Möglichkeit bekommen würde zu kommentieren, Tips loszuwerden, etc. hab ich mich durchgerungen und ein eigenes Forum auch für dieses Weblog eingerichtet. Also, jetzt könnt Ihr loslegen, wenn Ihr denn mögt und wollt. *s*
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1.2. Owen Meany

Der Glaube eines Menschen hat sein eigenes Tempo
Owen Meany

Meine Großmutter meinte immer, Schnee habe eine "heilsame Wirkung" - er heile alles. Ein typisch neuenglischer Standpunkt: Wenn es viel schneit, muß Schnee gut für einen sein.
John Irving: Owen Meany, Diogenes, 1992

Fand ich eine interessante Lebensphilosophie. Sehr pragmatisch einerseits aber je nachdem, auf welche Situation man diese "Philosophie" anwenden würde, könnte eine solche Einstellung auch sehr ungesund sein. Z.B. viel Stress im Leben, dann wäre es vermutlich nicht sehr gesund davon auszugehen, daß Stress wohl gut für einen ist. Aber in Bezug auf manche anderen Umstände, gefällt mir dieser Ansatz.
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worst book of the year 2001

Öhem, - für die Irving-Fans gibt's eine traurige Nachricht: Entertainment Weekly hat Irvings Buch "The Fourth Hand" zum "worst book of the year 2001" gekürt.

Zum Trost hier ein Link mit Infos zu John Irving.
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2.1.02

1.1. Owen Meany

Vorgedrungen bin ich inzwischen bis Seite 149, und ich merke, daß ich gespannt bin, wie es weitergehen wird mit Owen Meany und John Wheelwright. Einige Zitate sind mir auch schon besonders aufgefallen.
Sie tat einfach, was sie wollte, und sagte dann auf ihre einnehmende Art: Oh! Es tut mir schrecklich leid, daß ich dich damit aufgeregt habe, und ich werde dich jetzt so sehr mit meiner Liebe überschütten, daß du mir verzeihst und mich genauso liebst, wie wenn ich das nicht gemacht hätte!" Und das klappte!
John Irving: Owen Meany, Diogenes, 1992

Ist schon interessant, die unterschiedichen Taktiken und Vorgehensweisen der Menschen. Diese hier hat mich nachdenklich gemacht, weil ich auf so eine Idee gar nicht gekommen wäre. Also so vorzugehen, wie hier beschrieben, meine ich. Als ich das gelesen habe, bin ich meinen Bekannten- und Freundeskreis gedanklich durchgegangen, ob ich dort jemanden entdecken würde, der so oder so ähnlich reagiert, wenn er etwas gemacht hat, was auf Ablehnung stößt.
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literarischer Auftakt des Jahres 2002

Zum literarischen Auftakt des neuen Jahres hab ich mir einen kleinen "Hammer" zugemutet, nämlich "Owen Meany" von John Irving. Nachdem erst Unki und dann Claudia toooootal begeistert von Irving waren, hab ich mich entschlossen ihm doch nochmal eine Chance zu geben. Diesmal hab ich mich für "Owen Meany" entschieden, weil das laut Aussage anderer, sein bisher bester Roman sein soll und auch von der Inhaltsangabe her, erschien mir das Buch interessant, und jetzt bin ich sehr gespannt, ob ich doch noch die Kurve zu John Irving kriege oder ob es dabei bleibt, daß ich doch nicht so mit ihm bzw. seinen Romanen kann. Wie es jemand mal ausdrückte: "Entweder man liebt Irving oder man haßt ihn". Nun denn, bald werde ich wissen, zu welcher Gruppe ich mich zu zählen habe.
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Warum?

Warum noch ein eigenes Blog nur für literarisches? Weil es mich reizt, mal dauerhaft aufzuschreiben, was ich so lese. Zitate zu notieren, die mir während des Lesens besonders auffallen und für mich auch ein bißchen zu reflektieren bzw. mich selbst festzulegen, inwieweit mir ein Buch nun gefallen hat oder nicht. Das kann selbstverständlich nur ein persönliches Urteil sein und andere mögen das jeweilige Buch ganz anders beurteilen, aber das macht ja nichts. Für die, die hier mitlesen wollen, viel Spaß und hoffentlich findet sich die ein oder andere Anregung für Euch.
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